Serie Metaverse

Metaverse - das sagt die Branche dazu

Ein Artikel von red | 30.06.2022 - 11:26

Targobank

Thomas_Hetterscheidt_TARGOBANK.jpg

Thomas Hetterscheidt, Marktforschungsexperte bei der Targobank

Wir in der Targobank beschäftigen uns im Rahmen unseres Trendscouting-Prozesses umfassend mit diversen Digitalisierungsaspekten. Hier gehören aktuelle Themen wie Metaversen natürlich dazu. Für ein finales Urteil dazu, ob und inwieweit diese unser Leben – und die Finanzwirtschaft – revolutionieren werden, ist es aus unserer Sicht noch zu früh.

Wir halten es aber für denkbar, dass sich aus den neuen virtuellen Welten zumindest in Teilaspekten interessante Potenziale ergeben könnten – etwa, wenn es um die Zusammenarbeit im virtuellen Raum, neue Möglichkeiten digitaler Kommunikation oder Payment-Lösungen geht. Wir haben die Entwicklungen deshalb eng im Blick, beleuchten sie aber auch kritisch. Denn wir sind davon überzeugt: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern nur da sinnvoll, wo sich Vorteile für Kundinnen und Kunden sowie für die Bank ergeben.

Metaverse ist ein durchaus interessantes Thema für die Sparkasse Bremen. Wir prüfen derzeit die Möglichkeiten, die sich hier für uns bieten könnten

Pranjal Kothari, CDO der Sparkasse Bremen

Stadtsparkasse Düsseldorf

Robin Nehring.jpg

Robin Nehring, Leiter Strategische Unternehmensentwicklung bei der Stadtsparkasse Düsseldorf

Haben Sie sich schon mit dem Thema Metaverse befasst?

Ja, wir beobachten die Entwicklungen im Bereich Metaverse sehr interessiert. Denn es hat das Potenzial, die digitale Welt, wie wir sie kennen, auf eine komplett neue Ebene zu heben.


Und wie würden Sie ihren Kenntnisstand dazu einschätzen? Gering, mittel, gut?

Nun, momentan gibt es noch unterschiedliche Ansätze und Vorstellungen vom Metaverse. Da haben wir bereits einen ganz guten Überblick. Bis die Technologie und Hardware vollständig ausgereift sind und auch konkrete Mehrwerte bieten, wird es aber sicher noch dauern.


Glauben Sie, dass das Metaverse für Banken wirklich relevant wird?

Das Metaverse wird für Banken erst dann relevant, wenn es spezielle Kundenbedürfnisse aufnimmt und besser befriedigt als über herkömmliche Kanäle.

Ein Beispiel: Es macht keinen Sinn eine klassische Bankfiliale ins Metaverse zu bringen, sofern damit nicht auch neue Anwendungen und Vorteile für den Kunden verbunden sind.


Die US-Bank JP Morgan hat eine virtuelle Filiale im Decentraland-Metaversum eröffnet. Die Filiale Onyx ist benannt nach den Ethereum-basierten Services, die die Bank anbietet. Es handelt sich um eine Art Lounge und Informationszentrum. Dort bietet die Bank ihren Kunden digitalisierte Versionen ihrer Tätigkeiten an. Darunter fallen Trading, Asset-Verwahrung, Kredite oder grenzüberschreitende Zahlungsvorgänge. Wäre das auch für Sie eine Option?

Wie gesagt, aktuelle Use Cases wie die von JP Morgan sind eher „Spielerei“ und deshalb auch keine Option für uns. Generell stehen wir der neuen Technologie aber offen gegenüber und können uns auch gut vorstellen, perspektivisch Web3-Anwendungen auszutesten. Im Rahmen unseres neuen Kundenkonzepts für die GenZ (Smoney) prüfen wir zum Beispiel gerade, ob und wie man VR- bzw. AR-Lösungen im Vertrieb nutzen kann, um Kunden ein deutlich besseres Erlebnis zu verschaffen.


Was würde Sie mit Blick auf das Metaverse bei anderen Banken interessieren?

Wir sind interessiert an konkreten Use Cases, die nicht nur die Potenziale des Metaverse aufzeigen, sondern bestehende Prozesse auch wirklich optimieren.