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Finanzielle Inklusion: Deutschland auf Rang 15

Ein Artikel von red | 30.09.2022 - 06:06
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© Convegni_Ancisa @Pixabay

Der Global Financial Inclusion Index basiert auf drei Säulen – Unterstützung durch die Regierung, Unterstützung durch das Finanzsystem und Unterstützung durch den Arbeitgeber. Der Index untersucht das Ausmaß, in dem jede dieser Säulen die relevanten Tools, Dienste und Anleitungen bereitstellt, um der jeweiligen Bevölkerung ein höheres Maß an finanzieller Inklusion zu ermöglichen. Der Index wurde in Zusammenarbeit mit dem Centre for Economics and Business Research (Cebr) erstellt. Die Methodik des Cebr vereint verschiedene Datenquellen zu einer einheitlichen Messung der finanziellen Inklusion auf Marktebene.  

Die wichtigsten Ergebnisse für Deutschland

  • Deutschland liegt bei der finanziellen Inklusion auf Platz 15 von insgesamt 42. Bei der Unterstützung durch die Regierung landet Deutschland auf Platz 15, bei der Unterstützung durch das Finanzsystem auf Platz 13 und bei der Unterstützung durch den Arbeitgeber auf Platz 27 im Vergleich zu den anderen im Index analysierten Märkten. 
  • Im Vergleich mit 13 anderen untersuchten europäischen Ländern liegt Deutschland im Mittelfeld, hinter den nordischen Ländern und der Schweiz.
  • Im weltweiten Vergleich schneidet das deutsche Finanzsystem besonders gut beim Zugang zu Krediten (Platz 7), beim Zugang zu Bankkonten (Platz 9) und bei der Quantität und Qualität von Fintech-Unternehmen (Platz 8) ab. Beim Volumen der Echtzeittransaktionen (Platz 17) und bei der Stärkung des Vertrauens der Unternehmen (Platz 32) schneidet Deutschland jedoch schlechter ab.  
  • Bei der Unterstützung durch die Regierung rangiert Deutschland auf Platz 13 von 42 Märkten in Bezug auf die Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität seines staatlichen Rentensystems, aber auf Platz 30 in Bezug auf die Bekanntheit und Akzeptanz von staatlich vorgegebenen Rentensystemen. Bei der Qualität der von der Regierung bereitgestellten Beratung und Ressourcen für Unternehmen zur Unterstützung der Mitarbeiter in Finanzfragen liegt Deutschland auf Platz 39.
  • Bei allen Indikatoren der Säule „Unterstützung durch den Arbeitgeber“ (einschließlich der Rentenbeiträge der Arbeitnehmer und der vom Arbeitgeber bereitgestellten Versicherungsleistungen) rangiert Deutschland in oder knapp außerhalb der unteren zehn Ränge, mit Ausnahme von Initiativen zur flexiblen Entlohnung, wo Deutschland auf Platz 17 liegt. 

Auswirkungen auf die Investitionen

Die Bewertung der Bestimmungen zur finanziellen Inklusion in bestimmten Märkten kann einen Hinweis auf einige kurz-, mittel- und langfristige Risiken geben, denen die Volkswirtschaften ausgesetzt sind.

  • Keine der größten und ältesten Volkswirtschaften Europas – nämlich Deutschland, das Vereinigte Königreich, Italien, Frankreich und Spanien – befindet sich in den Top 10 der Rangliste für finanzielle Inklusion. 
  • Die Bewertungen in den Säulen Unterstützung durch die Regierung und durch das Finanzsystem liegen im Mittelfeld, während die Säule Unterstützung durch den Arbeitgeber in diesen Märkten durchweg niedrig bewertet wird. 
  • Die Daten deuten darauf hin, dass die arbeitgeberfinanzierten Rentensysteme in den wichtigsten europäischen Märkten hinter der Entwicklung zurückbleiben. Sie legen außerdem nahe, dass die Aufklärung und das Verständnis für langfristiges Sparen gering sind. 
  • Die Ergebnisse für das Bewusstsein und die Inanspruchnahme von staatlich vorgeschriebenen Renten und Ersparnissen sind relativ schwach, und alle fünf Märkte rangieren in der unteren Hälfte der Tabelle in Bezug auf die Verfügbarkeit von staatlich angebotener finanzieller Bildung.