Tech-Themenwoche Low-Code

Fachkräftemangel befeuert Einsatz von Low- und No-Code-Tools

Ein Artikel von red | 22.11.2022 - 10:13
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98 Prozent der IT-Führungskräfte bestätigen, dass die „Great Resignation“-Welle Lücken in ihre Abteilung gerissen hat. Das zeigt der IT Leaders Pulse Report 2022, der auf einer weltweiten Umfrage unter 1.000 leitenden IT-Führungskräften basiert und vom Salesforce-Unternehmen MuleSoft in Auftrag gegeben wurde. Die Qualifikationslücken bestehen beispielsweise in den Bereichen IT- und Systemarchitektur (60 Prozent) sowie Cloud- und Infrastrukturmanagement (45 Prozent). Gleichzeitig stellen fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten fest, dass die Gewinnung und Bindung von IT-Fachkräften noch nie so schwierig war wie heute.

Infolgedessen plant die Mehrheit der Befragten, in den nächsten zwölf Monaten in die Verbesserung des Wohlbefindens der IT-Mitarbeiter (82 Prozent) und in die Weiterbildung (78 Prozent) zu investieren. Beide Maßnahmen liegen noch vor der Aufstockung der IT-Mitarbeiterzahl (68 Prozent).

Viele leitende IT-Führungskräfte setzen zudem auf Automatisierung und Self-Service-Initiativen, um die wachsende Qualifikationslücke zu schließen. Branchenübergreifend automatisieren 58 Prozent der Unternehmen stärker als bisher Aufgaben und Prozesse, und 53 Prozent geben nicht-technischen Mitarbeiter Automatisierungstools an die Hand, um die Anforderungen zu erfüllen.

„Das derzeitige wirtschaftliche Klima lässt den IT-Verantwortlichen keine andere Wahl – sie müssen mit weniger mehr erreichen. Die Werkzeuge sind da, um mehr Benutzer in die Lage zu versetzen, zu digitalen Konstrukteur zu werden und ihren Unternehmen dabei zu helfen, zu wachsen und gleichzeitig die Effizienz zu verbessern. Durch die Automatisierung von Prozessen, wo immer dies möglich ist, können Führungskräfte schneller Werte schaffen und Innovationen beschleunigen“, sagt Matt McLarty, Global Field CTO bei MuleSoft.

Prozessverbesserungen fördern Innovation und Effizienz

Bei der Suche nach Optimierungspotenzial hat die Studie außerdem weitere Ansatzpunkte ergeben:

  • Bestehende IT-Prozesse verursachen viele Probleme: Neun von zehn (91 Prozent) leitenden IT-Führungskräften geben an, dass die bestehenden IT-Prozesse die Produktivität behindern. Prozessprobleme wirken sich zudem negativ auf Innovation (91 Prozent), Technologieeinsatz (92 Prozent), Kundenerfahrung (92 Prozent) und Mitarbeitererfahrung (93 Prozent) aus.
  • Prozessverbesserungen stehen ganz oben auf der Agenda: Fast die Hälfte (46 Prozent) der leitenden IT-Führungskräfte gibt an, dass Prozessverbesserungen für ihr Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten eine hohe Priorität haben.
  • Fusions-Teams sollen für mehr Prozesseffizienz sorgen: Die Mehrheit der Befragten plant die Neuorganisation von Teams, um Prozesse zu verbessern und prozessorientierte Herausforderungen zu bewältigen. Fusions-Teams sind multidisziplinäre Teams, in denen Mitarbeiter mit Technologie-, Analyse- oder Fachkenntnissen zusammenarbeiten und gemeinsam die Verantwortung für geschäftliche und technische Ergebnisse tragen. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen haben Fusions-Teams gebildet oder sind dabei, diese einzuführen. 22 Prozent planen, dies innerhalb der nächsten zwölf Monate zu tun.
  • 63 Prozent der leitenden IT-Führungskräfte in Unternehmen, die bereits Fusions-Teams eingerichtet haben, geben an, dass diese Teams das Unternehmen sehr effektiv bei der Erreichung seiner Ziele unterstützen.

Automatisierung sowie Low- und No-Code-Tools sorgen für mehr Effizienz und ein besseres Nutzererlebnis

  • Vier von fünf (81 Prozent) leitenden IT-Führungskräften stimmen zu, dass ihr Unternehmen zusätzlich zum Fachkräftemangel auch mit einer hohen IT-Komplexität zu kämpfen hat. Und mehr noch:
  • Die Mehrheit der leitenden IT-Führungskräfte ist der Meinung, dass Daten- oder Systemintegrationsprojekte zu lange dauern (66 Prozent) und zu teuer sind (69 Prozent). Gleichzeitig sind sich mehr als zwei Drittel (68 Prozent) darüber im Klaren, dass eine fehlende Daten- oder Systemintegration zu einem uneinheitlichen Kundenerlebnis führt. Folglich sagen fast alle (98 Prozent) leitenden IT-Führungskräfte, dass neue Investitionen von der Fähigkeit eines Tools zur Integration in bestehende Technologien beeinflusst werden.
  • Viele IT-Führungskräfte setzen auf Low- und No-Code-Tools, um Geschäftsanwender neue Möglichkeit zu geben, neue Angebote selber zu erstellen und zu testen. Fast alle Unternehmen (96 Prozent) nutzen derzeit Low- und No-Code-Tools. 36 Prozent planen, diese in den nächsten zwölf Monaten verstärkt einzusetzen.
  • Die Automatisierung wird immer ausgereifter, aber es gibt noch Raum für Verbesserungen: Zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) haben ihre IT-Abläufe entweder größtenteils oder vollständig automatisiert. Viele haben ein ähnliches Automatisierungsniveau in anderen Geschäftsbereichen eingeführt - einschließlich Kundensupport (59 Prozent), Finanzen (60 Prozent, Marketing (58 Prozent), Vertrieb (56 Prozent) und Personalwesen (55 Prozent). Der Anteil der vollständig automatisierten Prozesse ist jedoch nach wie vor recht gering. Im Durchschnitt geben nur 23 Prozent der Unternehmen an, dass sie dies in allen Geschäftsfunktionen erreicht haben.

Methodik: Der IT Leaders Pulse Report von MuleSoft wurde in Zusammenarbeit mit dem internationalen Marktforschungsinstitut Vanson Bourne auf Basis von Interviews mit 1.000 leitenden IT-Führungskräften aus aller Welt erstellt. Die Online-Umfrage wurde zwischen Juni 2022 und Juli 2022 in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Australien, Singapur, Hongkong und Japan durchgeführt. Die Kandidaten wurden in einem strengen, mehrstufigen Screening-Prozess ausgewählt. Alle Befragten arbeiten in einem Unternehmen des öffentlichen oder privaten Sektors mit mindestens 1.000 Mitarbeitern und bekleiden eine Position als Abteilungsleiter:in oder eine mittlere oder höhere Führungsposition innerhalb der IT.