Studie

Deutsche wollen per Fingerabdruck bezahlen

Ein Artikel von red | 25.07.2022 - 06:10
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Maximilian Harmsen, Digital Payments Lead bei PwC Deutschland 

  • Der Anteil der Bundesbürger, die per elektronischem Fingerabdruck Überweisungen tätigen oder ihren Kontostand abfragen, stieg in den vergangenen vier Jahren um jeweils neun Prozentpunkte auf 45 bzw. 39 Prozent.
  • Gut 73 Prozent der Befragten werten den elektronischen Fingerabdruck oder die FaceID in der aktuellen Studie als sicher – ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2018. Zwar wird die Autorisierung über ein zusätzliches Gerät (78 Prozent) weiterhin als die sicherste Methode für das Banking angesehen, doch empfindet etwa jeder Dritte Verfahren wie den Fingerabdruck oder FaceID nutzerfreundlicher als eine Authentifizierung über einen TAN-Generator.

“Ein verbessertes Kundenerlebnis, Datensicherheit und Nutzerfreundlichkeit werden wesentlich dazu beitragen, dass biometrische Verfahren künftig nicht nur im Online- oder Mobile-Banking, sondern auch in anderen Bereichen wie im öffentlichen Nahverkehr oder für Zugangskontrollen in Gebäuden und am Flughafen zum Einsatz kommen. Die Bereitschaft der Kunden dafür wächst“, sagt Maximilian Harmsen, Partner für den Bereich Digital Payments bei PwC Deutschland.

Offen für neue Anwendungsbereiche

Neben der Nutzerfreundlichkeit legen die Anwender biometrischer Verfahren besonderen Wert auf deren Fälschungssicherheit (91 Prozent), Einzigartigkeit (86 Prozent), Beständigkeit (85 Prozent) und Geschwindigkeit (80 Prozent).

Zusätzlich zum Entsperren des Laptops und zum Online-Banking können sich immer mehr Befragte auch weitere Bereiche für eine biometrische Authentifizierung vorstellen: Jeweils rund 60 Prozent nennen hier Zugangskontrollen zu Gebäuden oder am Flughafen, das kontaktlose Bezahlen über eine Bankkarte mit integriertem Fingerabdrucksensor oder das mobile Bezahlen an der Ladenkasse über ein Online-Bezahlsystem. Besonders offen sind dafür aktuell die befragten 18- bis 29-Jährigen (rund 70 Prozent).

Sicherheitsbedenken nehmen allmählich ab

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Robert Eickmeyer, Director bei PwC Deutschland 

Zu den wesentlichen Sicherheitsbedenken bei der Nutzung biometrischer Verfahren zählen die Bundesbürger vor allem Angriffe durch Hacker (67 Prozent) oder das Anlegen von Bewegungs- oder Nutzungsprofilen (65 Prozent). Alles in allem sind die Bedenken in den vergangenen vier Jahren aber leicht zurückgegangen. Insbesondere Befürchtungen, dass Gesundheitsdaten ausgelesen werden könnten, haben sich von 61 Prozent auf 51 Prozent abgeschwächt.

„Vor vier Jahren hatten die Bundesbürger noch die größten Bedenken bei der Verwendung biometrischer Verfahren zum Einkauf. Heute werden andere Orte, wie öffentliche Verkehrsmittel oder die Nutzung von Automaten als etwas kritischer angesehen“, erläutert PwC-Director Robert Eickmeyer.