Kommentar

Der Fall FTX

Ein Artikel von red | 23.11.2022 - 15:44
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Dr. Eric Günter Krause hat fast 20 Jahre Erfahrung in der Bankenbranche und leitet bei Infosys Consulting in Deutschland die Finance Practice. Er kam 2014 von PricewaterhouseCoopers, wo er als Advisory Partner tätig war. Davor hatte er verschiedene leitende Positionen bei Capgemini und KPMG inne. Krause begann seine Karriere als Banker und arbeitete für HVB/UniCredit und Dresdner Kleinwort Benson, bevor er in die Beratung wechselte. Er hat einen Doktortitel der Universität St. Gallen (HSG).

Der Betrugsskandal um die Kryptobörse FTX hat das Vertrauen in den Kryptomarkt tief erschüttert und einen Dominoeffekt ausgelöst. Dies macht deutlich, dass die Verflechtungen in der Kryptowelt genauso vorhanden sind wie in der traditionellen Finanzbranche. Der Vorfall zeigt die Dringlichkeit einer klaren Regulierung wie die Mica-Richtlinie sie bietet. Mica wird Anleger in der EU schützen und Missbrauch verhindern. Es ist zu begrüßen, dass Europa das Thema Regulierung frühzeitig auf die Agenda gesetzt hat – auch wenn sich die Abstimmung über den Regulierungs-Entwurf bis Februar 2023 verschoben hat. Angesichts der globalen Reichweite der Kryptobörsen reicht allerdings ein EU-Vorstoß nicht aus. Vielmehr muss die Regulierung weltweit auf eine stabile Basis gestellt werden. Sonst sind die nächsten Betrugsskandale bereits vorprogrammiert.