Safety first: Betrug durch Biometrie stoppen

Ein Artikel von Brett Beranek, Vice-President, Biometrics & Security bei Nuance | 25.02.2022 - 07:50
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Für Banken sollte die Sicherheit immer an erster Stelle stehen.  © Pixabay

Allen Warnungen zum Trotz bleibt die Passwort-Hygiene vieler deutscher Verbraucher schlecht: In einer ­Nuance-Studie aus dem Frühjahr 2021 gab ein Drittel der Befragten (32 Prozent) an, immer wieder dasselbe Passwort – gegebenenfalls in Variationen – zu verwenden. Fällt es Kriminellen in die Hände, infolge eines ­Datenlecks oder durch einen Social-Engineering-Angriff, haben sie leichtes Spiel und erhalten möglicherweise sogar Zugang zum Bankkonto.

Gleichzeitig sind die herkömmlichen Authentifizierungsmethoden, die oft noch zehn- oder zwölfstellige Identifikationsnummern, PINs und Antworten auf wissensbasierte Sicherheitsfragen erfordern, wenig nutzerfreundlich: Der Prozess nimmt viel Zeit in Anspruch, insbesondere, wenn viele Kunden diese Informationen erst nachschauen müssen. Gerade bei Geldfragen wollen sie aber oft keine Zeit verlieren.

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Brett Beranek ist Vice-President, Biometrics & Security bei Nuance. Nuance ist ein Anbieter im Bereich dialogorientierter KI und ent­wickelt intuitive Technologien, die sich an jedes Unternehmen und jede individuelle ­Situation anpassen.  © Nuance

Sicherheit und Zufriedenheit der Kundschaft steigen

Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten und dabei die Customer Experience zu verbessern, setzen immer mehr Unternehmen auf die biometrische Authentifizierung. Dabei wird die Identität einer Person auf Grundlage einzigartiger und fälschungssicherer Merkmale verifiziert.

Die Deutsche Telekom ermöglicht ­Anrufenden bei ihrer Hotline beispielsweise sich mit ihrer Stimme und einer Passphrase zu identifizieren. Bei der Einrichtung wird ihr Stimmprofil in ­einer Datenbank hinterlegt und bei ­jeder weiteren Anmeldung anhand von Hunderten von Merkmalen, etwa Akzent oder Sprechrhythmus, innerhalb weniger Sekunden abgeglichen. Seit dem Start des Angebots haben mehr als 700.000 Kunden diese Voice ID ­registriert, 1,7 Millionen Authentifizierungen durchgeführt und drei Viertel der Kunden (75 Prozent) bestätigen, dass Sprachbiometrie bequemer als eine ID-Nummer ist.

Zudem werden Kriminelle mithilfe ­einer solchen sprachbiometrischen Lösung schneller identifiziert, denn die zugrundeliegenden KI-Systeme können nicht nur erkennen, ob eine Stimme falsch ist, sondern auch, wenn sie abgespielt wird oder synthetisch hergestellt wurde. Die britische NatWest Group hat zum Beispiel im ersten Jahr nach der Implementierung 17 Millionen Anrufe überprüft, dabei 23.000 Betrugswarnungen ausgelöst und einen ROI von 300 Prozent erzielt.

Daneben existieren auch Lösungen für Verhaltens- und Gesprächsbiometrie, die ebenfalls Betrug verhindern können. Erstere werten etwa aus, wie Menschen tippen, über ihr Smartphone wischen oder eine Maus bedienen und können daher erkennen, wenn Kriminelle digitale Sitzungen übernommen haben. Letztere analysieren dagegen, wie Menschen Sätze kons­truieren, welche Wörter oder sogar Emojis sie in schriftlichen Unterhaltungen verwenden. Damit können Unternehmen Betrügern auf die Spur kommen, die Skripte verwenden.

Kriminelle finden immer neue Methoden, sich finanziell zu bereichern. Banken müssen daher ebenfalls neue Wege gehen: Biometrische Lösungen bieten den großen Vorteil, dass sie sich für die Authentifizierung inhärente Merkmale zunutze machen, die in ihrer Summe einzigartig und fälschungssicher sind.