Wenn der Finanzcrash-Prophet daneben liegt, ist alles normal

Ein Artikel von red | 20.04.2021 - 10:49

Der 76-jährige Hedgefondsmanager prognostiziert nämlich in schöner Regelmäßigkeit eine Finanzkrise oder einen Megacrash. Allein in den letzten zehn Jahren gab es praktisch alle paar Monate eine entsprechende Aussage. 

„Wir haben seine wichtigsten Statements seit 2010 geprüft und seine Treffsicherheit ist übersichtlich. Eigentlich traf nur eine Prognose wirklich ein – mehr oder weniger“, erklärt Daniel Franke, Betreiber des Finanzportals Brokervergleich.de. Einen Treffer landete Rogers 2015, als der Dow Jones innerhalb eines Jahres um rund 2,74 Prozent nachgab – das war allerdings maximal ein „Kriselchen“. „Im Nachgang haben alle, die dem Börsenguru an dieser Stelle gefolgt sind, sechs Jahre Wachstumsmarkt verpasst“, so Franke weiter.

Die Krise in der Krise prognostizieren

Auch in der anhaltenden Coronakrise bleibt Rogers bei seinen pessimistischen Vorhersagen. Wie erwähnt, sah er im April 2020 dauerhaft fallende Kurs voraus, d. h. einen langfristigen Bärenmarkt. Stattdessen erholte sich der Markt in wenigen Wochen. Bis Mitte April 2021 legte der Dow Jones um ca. 61,1 Prozent zu, der internationale Aktienindex MSCI World sogar um 63,2 Prozent. Im März 2021 wiederholte Rogers seine Aussage und prognostiziert eine demnächst platzende Börsenblase. Ob ihm die Börse den „Gefallen“ tut, bleibt abzuwarten.

Panik als Selbstzweck

„Grundsätzlich spricht nichts dagegen, gewisse Risiken der Märkte immer wieder anzusprechen – z. B. den weltweiten Anstieg der Schulden“ erläutert Daniel Franke. Es sei aber ersichtlich, dass es sich hier eher um Panik als eine Art Vermarktungsstrategie handele. „Eventuell reicht es ja, jedes Jahrzehnt einmal Recht zu haben, um den eigenen Status zu behalten.“

Die komplette Übersicht über die Prognosen und den Verlauf von Dow Jones und MSCI World findet sich unter https://www.brokervergleich.de/wissen/expertisen/jim-rogers-effekt/