Studie

Verbraucher zögern bei der Nutzung von Open Banking

Ein Artikel von red | 19.04.2021 - 15:04

Die von Mambu in Auftrag gegebene Censuswide-Umfrage ergab, dass mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Verbraucher noch nie von Open Banking gehört und 61 Prozent es noch nie genutzt haben – und das, obwohl 80 Prozent der Befragten mindestens eine mobile Finanz-App nutzen.

„Laut der Befragung versteht die Mehrheit der Kunden nicht, was Open Banking ist, wie es funktioniert und was es für sie bedeutet“, sagt Elliott Limb, Chief Customer Officer bei Mambu. „Die Ergebnisse verdeutlichen aber auch, dass sich Verbraucher gleichwohl Finanzdienstleistungen wünschen, die zu ihrem Lebensstil passen – sogenanntes „Smart Banking“. Wenn Banken dieses Bedürfnis und das fehlende Verständnis berücksichtigen, können sie Kunden besser an sich binden und wirklich innovative, differenzierende und umsatzsteigernde Dienstleistungen anbieten.“

Die große Kluft

Die Covid-19-Pandemie hat die weltweite Akzeptanz gegenüber Open Banking gesteigert, und die Untersuchung zeigt eine deutliche Veränderung der Einstellungen und Prioritäten als Folge der Krise. Laut Mambu-Umfrage gaben 52 Prozent der Befragten an, dass sie mehr Kontrolle über ihre Finanzen haben möchten. Gleichzeitig erklärten 40 Prozent, dass die Pandemie ihre Einstellung zum Datenschutz und zum Datenaustausch (24 Prozent) geändert habe. Zudem gaben 41 Prozent der Befragten an, sie hätten mehr Zeit für die Recherche gehabt.

  • Ich musste mehr Kontrolle über meine Finanzen erlangen (52 Prozent)
  • Ich hatte die Zeit, selbst zu recherchieren und das Thema besser zu verstehen (41 Prozent)
  • Meine Einstellung zur Privatsphäre hat sich seit der Pandemie verändert (40 Prozent)
  • Ich bin weniger besorgt über die Weitergabe von Daten (24 Prozent)
  • Ich hatte mehr Zeit zum Einrichten (40 Prozent)

Dennoch bleiben gewisse Bedenken weiterhin bestehen: Knapp die Hälfte (48%) der Verbraucher erklärt, dass sie „Angst“ hat, Open Banking zu nutzen. Darüber hinaus glauben 53 Prozent der Befragten, dass Open Banking eine gefährliche Form der Datenweitergabe ist. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihre Bank sie über die Sicherheit von Open Banking informiert oder über die zahlreichen Vorteile aufgeklärt hat. Weitere 24 Prozent sagen, dass sie diese Auskünfte zwar erhalten haben, die Informationen aber verständlicher hätten vermittelt werden können.

Dies ist die erste Befragung von Mambus neu gestarteter Studienreihe „Disruption Diaries“. Die Reihe will Einblicke dazu liefern, was Kunden über die wichtigsten Trends denken, die die Entwicklung der Finanzdienstleistungsbranche vorantreiben, um so Chancen für Banken und andere Marktteilnehmer zu identifizieren. Den vollständige Report zur Open Banking Studie „Let’s talk openly“ finden Sie angehängt.

„Banken müssen akzeptieren, dass Verbraucher Open Banking immer noch nicht vollständig verstanden haben. Das ist somit der Ausgangspunkt“, sagt Dmitrii Barbasura, CEO & Mitbegründer von Salt Edge, einem Partner von Mambu. „Wir glauben, dass Banken Zeit und Mühe investieren müssen, um die Kunden über die neuen Möglichkeiten aufzuklären, zu denen sie Zugang erhalten. Zudem müssen sie sie über ihre Rechte und das hohe Sicherheitsniveau informieren, das durch Open Banking abgedeckt wird.“

Open Banking erfolgreich etablieren

Um die Chancen von Open Banking zu verdeutlichen, gaben 57 Prozent der Befragten an, dass sie es eher nutzen würden, wenn ihre Bank es erfolgreicher implementiert und beworben hätte.

Gefragt wurde auch, was sich die Verbraucher von Open Banking wünschen. Fast die Hälfte der Befragten möchten Sofortüberweisungen tätigen können; mehr als ein Drittel wünscht sich zusammengeführte Kontostände auf einen Blick; ein Drittel wünscht sich Tipps zum besseren Umgang mit Geld und ein Viertel wünscht sich Sparvorschläge für ihre Rechnungen.

  • Sofortüberweisungen von Geld zwischen verschiedenen Konten (48 Prozent)
  • Verschiedene Kontostände auf einen Blick zusammen sehen (38 Prozent)
  • Unterstützung beim Sparen durch automatische Berechnung des Ausgabeverhaltens und Verschiebung von überschüssigem Geld in Ersparnisse oder Investitionen (36 Prozent)
  • Hilfreiche Tipps zum besseren Umgang mit Geld erhalten (34 Prozent)
  • Einen monatlichen Gesamtkontoauszug erhalten (34 Prozent)
  • Zugriff auf Bankdaten erlauben, um automatische Vorschläge zum Geldsparen bei Rechnungen und Versicherungen zu erhalten (26 Prozent)