Mehr Budget für Open Banking: Erfolg mit Ökosystemen

Ein Artikel von red | 30.11.2021 - 13:52

Eine neue Studie, die von der Open-Banking-Plattform Tink veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Ausgaben der europäischen Führungskräfte im Finanzsektor steigen: 47 Prozent geben an, dass ihre Open-Banking-Budgets im Jahr 2021 höher lagen. Diese Entwicklung folgt einem herausfordernden Jahr 2020, in dem Finanzinstitute mit Budgetbeschränkungen und dem Anspruch, gleichzeitig mehr digitale Kunden zu betreuen, zu kämpfen hatten.

Tinks Untersuchung, die auf den Aussagen von 308 leitenden Entscheidungsträgern von Finanzinstituten in 12 europäischen Ländern basiert, ergab, dass die Covid-19-Pandemie sich auf die Budgets von 93 Prozent der Finanzinstitute auswirkte, wobei fast ein Viertel (23 Prozent) die Auswirkungen als erheblich bezeichnete. Anfang 2020 rechnete man damit, im Durchschnitt 50 bis 100 Millionen Euro für die Erreichung ihrer Open-Banking-Ziele auszugeben. Angesichts der enormen Herausforderungen, die die Pandemie mit sich brachte, beliefen sich die durchschnittlichen Ausgaben im Jahr 2020 jedoch auf 32 Millionen Euro.

Privatkundenbanken und Vermögensverwaltungsunternehmen widersetzten sich diesem Trend und gaben im Jahr 2020 im Durchschnitt 84 Millionen Euro bzw. 79 Millionen Euro für ihre Open-Banking-Ziele aus. Diese Diskrepanz bei den Budgets ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass erhebliche Investitionen in die Schaffung PSD2-konformer APIs sowie in die Überholung der bestehenden Infrastruktur getätigt werden mussten, um den aktuellen und künftigen Anforderungen an Open Banking gerecht zu werden.

Investitionen im Jahr 2021 werden durch die Digitalisierung angekurbelt

Grafik Tink1.png

Open-Banking-Budgets – Die Prozentzahlen geben an, wie sich die Open-Banking-Budgets im Jahr 2021, aufgeschlüsselt nach Segmenten, verändert haben.

Eine Aufschlüsselung der Daten zeigt den Anstieg der Investitionen in Open Banking im Jahr 2021, wobei Vermögensverwaltungsunternehmen den stärksten Anstieg der Budgets verzeichnen (58 Prozent). Es folgen Großkundenbanken (55 Prozent), Kreditanbieter (51 Prozent) und Challenger-Banken (50 Prozent).

Wenn wir uns die Bereiche genau ansehen, in die diese Investitionen vorrangig fließen, zeigen die Ergebnisse von Tink, dass zahlungsbezogene Dienste im Jahr 2021 an erster Stelle stehen. Genauer gesagt sehen 72 Prozent der Finanzinstitute Zahlungsinitiierungsdienste als wichtigsten Anwendungsfall für ihr Geschäft an. Es gibt also ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit, Zahlungslösungen zu entwickeln, die den Kunden effizientere Dienstleistungen bieten.

Die Verbesserung der Kundenerlebnisse und des Onboarding-Prozesses waren in diesem Jahr der zweitwichtigste Bereich für Open-Banking-Anwendungsfälle – wobei die Überprüfung von Konten, Identitäten und Vermögenswerten von 71 Prozent der Führungskräfte gleich gewichtet wurde. Diese Fallbeispiele erleichtern es den Banken nicht nur, aufgrund der ganzheitlichen Echtzeitansicht ihrer Daten fundiertere Kreditentscheidungen für ihre Kunden zu treffen, sondern sie machen es den Nutzern auch einfacher, zu einem neuen Finanzdienstleister zu wechseln oder sich dort anzumelden.

Ebenfalls als äußerst wichtig wird der Einsatz von risikobezogenen Anwendungsfällen erachtet, wobei Risiko- und Bonitätsbewertungen für mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Führungskräfte im Finanzsektor Priorität haben.

Berechnung des CO₂-Fußabdrucks eher unwichtig

Grafik Tink23.png

Anwendungsbeispiele für Open Banking – Prozentsatz der Befragten, die die Anwendungsfälle als „sehr wichtig” oder „extrem wichtig für ihr Unternehmen” bezeichnet haben

Obwohl die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks am Ende der Liste steht, ist sie für die meisten Befragten (62 Prozent) immer noch ein sehr wichtiger Anwendungsfall - vor allem, wenn man sich das Privatkundensegment anschaut, wo sie an vierter Stelle steht.

Dr. Cyrosch Kalateh, Regional Director DACH bei Tink, erklärt: "Mit der zunehmenden Verbreitung von Open Banking sind wir nicht überrascht, dass die Investitionen in datengesteuerte Initiativen steigen. Führungskräfte aus dem Finanzsektor haben ein breites Spektrum an Anwendungsfällen für Open Banking im Visier, von Zahlungen über Bonitätsprüfungen bis hin zur Ermittlung von CO₂-Emissionen, wodurch eine neue Welle der Wertschöpfung ausgelöst wird, von der sowohl Verbraucher als auch Unternehmen profitieren werden.

"Mit Blick auf das Jahr 2022 legen die Ergebnisse dieses Berichts nahe, dass Finanzinstitute schnell handeln sollten, da Open Banking alte Barrieren einreißt und neuen Akteuren den Markteintritt ermöglicht. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es wichtig, sich auf die Verbesserung des Kerngeschäfts zu konzentrieren und die Zusammenarbeit mit Partnern in Betracht zu ziehen, um Open-Banking-Lösungen zu entwickeln, die in allen Bereichen der Finanzdienstleistungen einen Mehrwert schaffen können. Die Schaffung eines Ökosystems von Akteuren, die zusammenarbeiten, wird auf dem Weg in ein neues Zeitalter der Digitalisierung und eines verbesserten Kundenerlebnisses entscheidend sein."