KOMMENTAR

Der Krypto-Crash – Was ist jetzt zu tun?

Ein Artikel von Andreas Belocerkov, Unternehmern und Investor | 30.09.2021 - 09:03

Was löste den Krypto-Crash aus?

Kryptowährungen leben von ihrer Dynamik und Veränderungen, nicht zuletzt schaffen sie es genau deswegen, so viele risikobegeisterte Investoren zu faszinieren. Der kürzlich geschehene Krypto-Crash ist zudem keineswegs der erste in diesem Jahr, erst im Mai verursachte Tesla-CEO Elon Musk einen Einsturz des Kryptomarktes. Durch die öffentliche Äußerung, Tesla werde aus dem Aspekt des Umweltschutzes zukünftig keine Kryptowährungen als Zahlungsmittel anerkennen und akzeptieren, stürzte insbesondere der Bitcoin-Kurs ein. Als Musk wenige Monate später sein Statement zurücknahm, stieg der Kurs im Vergleich zum vorherigen Wert sogar an.

Es zeigt sich also, dass unternehmerische und wirtschaftliche Geschehnisse einen enormen Einfluss auf den Kryptomarkt nehmen können, die Meinung einzelner Experten oder Investoren kann hier für eine große Veränderung sorgen. So häuften sich in den letzten Monaten die Mutmaßungen, das chinesische Immobilienunternehmen Evergrande sei zahlungsunfähig und habe Schulden in Milliardenhöhe. Demzufolge stürzte der Aktienkurs von Evergrande immer wieder ein, und nahm schlussendlich einen gravierenden Einfluss auf den Kryptomarkt. Denn auch wenn Kurse von Kryptowährungen nicht direkt an Aktienkurse gebunden sind, so hängen sie dennoch meist zusammen. 

Ein Ereignis – verschiedene Reaktionen

Es zeigt sich also, dass unternehmerische und wirtschaftliche Nachrichten und Ereignisse einen direkten und oftmals immensen Impact auf den Kryptomarkt haben. In unserer heutigen Zeit verbreiten sich solche Mutmaßungen und Nachrichten nahezu in Echtzeit, deren Auswirkungen sind direkt spürbar. Wie Krypto-Investoren auf solche Ereignisse reagieren, lässt sich dabei nicht pauschalisieren, gibt es hier verschiedene Typen. Bei einem unerwarteten Kurseinbruch fürchten Einige, ihre Investitionen würden nun nachhaltig an Wert verlieren und verkaufen kurzerhand ihre Kryptowährungen. Andere hingegen sehen in den billigen Preisen nun ihre Chance, in den Markt einzusteigen. Der gesamte Kryptomarkt zeigt sich enorm dynamisch und komplex, Sink- und Höhenflüge wechseln sich hier regelmäßig ab, die Meinungen spalten sich. Wer unüberlegt und zu schnell verkauft läuft der Gefahr, der Markt könne sich in einigen Tagen wieder erholen und der Kurs im Vergleich deutlich steigen. Wer seine Investitionen hält könnte in einigen Wochen oder Monaten aufgrund der Marktveränderungen einen Wertverlust einstecken müssen. 

Die Gefahr der Kettenreaktionen

Insbesondere in der Thematik der Kryptowährungen lassen sich viele Experten und Investoren ausfindig machen, die gerne in der Öffentlichkeit ihre Meinung zum aktuellen Krypto-Geschehen kundtun. Um Kryptowährungen und den dazugehörigen Markt jedoch vollends verstehen zu können, bedarf es einer gewissen Expertise auf dem Gebiet. Einige Trader und Investoren vertrauen jedoch auf die Meinungen und Prognosen anderer, anstatt sich selbst mit der Thematik intensiv auseinanderzusetzen. So geschieht es oftmals, dass Krypto-Experten auf ihren Social Media Kanälen eine gewisse Handlungsempfehlung aussprechen, die anschließend von einigen Investoren vollzogen wird. Dabei laufen diese jedoch der Gefahr, Teil einer Kettenreaktion zu sein, welche wiederum gravierende Marktveränderungen mit sich bringen könnte. Besonders wenn es um aktuelle, dynamische Ereignisse geht, kaufen oder verkaufen viele Trader kurzerhand auf Rat eines Experten. Entscheidungen sollten jedoch stetig durchdacht werden und eigenständig getroffen werden. 

Was bedeutet der Crash nun für den Kyrptomarkt?

Die nun geschehenen Kurseinstürze sind definitiv nicht die ersten und werden auch nicht die letzten sein. Denn Kryptowährungen sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden, viele Investoren sehen den Reiz genau darin. Es ist wohl noch zu früh um festzustellen, welchen nachhaltigen Einfluss der vonstattengegangene Crash auf den Kryptomarkt nehmen wird, Prognosen zeichnen jedoch das Bild, dass sich die Kurse wieder erholen werden. Wer in Kryptowährungen als langfristige Geldanlage investiert, der wird sowieso an solche Schwankungen gewohnt sein und sich demnach von dem Crash nicht verunsichern lassen. Für alle anderen gilt es, auch jetzt noch Ruhe zu bewahren, zu beobachten und individuell einzuschätzen. Geht man tatsächlich davon aus, der Kryptomarkt erhole sich baldig, so sei nun von Verkäufen abzuraten, neue Investitionen könnten sich hingegen rentieren. Doch wie immer – und vor allem wie in diesem risikoreichen Mark – gilt: Entscheidungen selbst zu überdenken und diese nicht unüberlegt zu treffen.