Statement: „War on cash“ ohne Rückhalt in der Bevölkerung

Ein Artikel von Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der BDGW | 23.07.2020 - 08:58

Mitte Juni 2020 führte YouGov eine Analyse zum Zahlungsverhalten in fünf europäischen Ländern durch. Deutsche, Briten, Franzosen, Dänen und Schweden wurden dabei auch gefragt, ob die Corona-Pandemie Auswirkungen auf ihre Nutzung von Bargeld gehabt habe. Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen zunächst noch einmal die besonders enge Bindung der Deutschen zum Bargeld. Immer noch greifen sie häufiger als andere Nationen zu Banknoten und Münzen. Zwar wird auch hierzulande derzeit mehr bargeldlos gezahlt als vor Beginn der Pandemie.

Dass man aber weiterhin in allen Geschäften mit Bargeld bezahlen können sollte, bringen nicht nur die deutschen Umfrage-Teilnehmer deutlich zum Ausdruck. Diese wurden auch gefragt, ob es positiv oder negativ wäre, wenn man nur noch bargeldlos bezahlen könnte – also keine Wahlfreiheit mehr zwischen den Zahlungsmitteln bestünde. Dies wird von allen Befragten mehrheitlich mit „negativ“ beantwortet. „Damit richten sich die Bürgerinnen und Bürger eindeutig gegen die Abschaffung von Bargeld“, so Olschok. 

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 „Dies alles bestätigt unsere Annahme, dass der „War on cash“ nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger ist“, so Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der BDGW. 

In kaum einem Land kann man wirklich ganz vom Bargeld lassen. Die Bindung an Banknoten und Münzen ist doch tiefer als es die Angaben zum Zahlungsverhalten zunächst zu vermitteln scheinen. Dies mag man auch daraus ableiten, dass eine eindeutige Mehrheit der Befragten einen „leichten Zugang zu Geldautomaten“ als wichtig ansieht – Dänemark und Schweden: 62 Prozent, Frankreich: 86 Prozent, Deutschland: 87 Prozent und Großbritannien gar 89 Prozent.

Bargeld ist und bleibt das wichtigste Zahlungsmittel in Deutschland. Und viele andere Europäer scheinen sich der Bedeutung des Bargelds ebenfalls mehr als bewusst zu sein“, so Olschok abschließend.