Schweizer Notenbank und BIZ testen digitales Zentralbankgeld

Ein Artikel von red | 03.12.2020 - 16:32

Digitales Zentralbankgeld ist quasi die Antwort auf bereits existierende Digitalwährungen wie Bitcoin. Im Gegensatz zu diesen behalten Notenbanken bei digitalem Zentralbankgeld jedoch die Kontrolle über Ausgabe und Verbreitung. Nicht nur die SNB, auch andere Notenbanken interessieren sich für das Konzept und forschen darüber. Generell stehen Zentralbanken Kryptowährungen wie Bitcoin kritisch gegenüber, da sie Gefahren für ihre Geldpolitik, den Zahlungsverkehr und die Finanzstabilität befürchten.

Das Experiment von SNB, BIZ und SDX nennt sich "Project Helvetia". Dabei sei es zum einen um die Ausgabe digitalen Zentralbankgeldes gegangen, das im Falle der Einführung allerdings nur für Banken und nicht für private Haushalte gedacht wäre. Zum anderen sei die für die Ausgabe verwendete Digitalplattform mit dem bestehenden Banken-Zahlungssystem der Schweiz verbunden worden.

Projekt Helvetia sei erfolgreich gewesen, erklärte SNB-Mitglied Maechler. Der Test habe gezeigt, dass es möglich sei, Zentralbankgeld zur Abwicklung finanzieller Transaktionen zur Verfügung zu stellen. Allerdings dämpfte sie Erwartungen an eine rasche Einführung: "Nur weil eine Zentralbank etwas tun kann, heißt das nicht, dass sie es tun sollte." Project Helvetia sei ein erster Schritt um die Folgen digitalen Notenbankgeldes für das Finanzsystem zu verstehen. Es sei aber noch viel zu tun.

Benoit Coeure, Chef des BIZ-Innovationszentrums, äußerte sich ähnlich. Er sagte aber auch, dass die Zentralbanken angesichts der schnellen digitalen Transformation rasch lernen müssten. Zurzeit beschäftigt sich auch die Europäische Zentralbank (EZB) unter dem Schlagwort "Digitaler Euro" mit den Möglichkeiten digitalen Zentralbankgeldes. Recht weit fortgeschritten ist nach eigenen Angaben die chinesische Zentralbank mit ihrem angepeilten Digital-Yuan.