Optimales Open Banking hängt von der internen Organisation ab

Ein Artikel von red | 03.12.2020 - 09:00

Fehlende interne Abstimmung bei Finanzinstituten birgt das Risiko, von der Realisierung der Open-Banking-Vorhaben abgehalten zu werden. 70 Prozent der Führungskräfte im C-Level erkennen die Möglichkeiten von Open Banking, aber nur 45 Prozent der Product Owner sind gleicher Ansicht. Die Mehrheit der Befragten (59 Prozent) ist zuversichtlich, dass sie die richtigen Mitarbeiter haben, um das Beste aus Open Banking herauszuholen. Aber nur 43 Prozent der Product Owner sind der Meinung, dass sie über die notwendigen Ressourcen verfügen.

Neue Daten der Open Banking Plattform Tink zeigen, dass die europäischen Finanzinstitute Open Banking zwar insgesamt positiv gegenüber stehen. Ein Mangel an interner Abstimmung birgt aber die Gefahr, nicht das volle Potenzial dieser Technologie auszuschöpfen.

Die Ergebnisse offenbaren bemerkenswert auseinandergehende Ansichten innerhalb von Finanzinstitutionen bezüglich der Möglichkeiten von Open Banking. Diese organisatorische Kluft spiegelt die schiere Größe der Aufgabe wider, vor der Banken stehen, wenn sie ihre Geschäftstätigkeit auf Open Banking und neue Kundenbedürfnisse ausrichten möchten.

Den neuen Daten nach sehen mehr als zwei Drittel (70 Prozent) des C-Levels die Chancen die Open Banking ihrer Organisation bietet. So glaubt auch ein ähnlicher hoher Prozentsatz (67 Prozent), dass die Vorteile die potenziellen Kosten überwiegen.

Nichtsdestotrotz zeichnet die Untersuchung ein differenzierteres Bild in unterschiedlichen  Bereichen. Es sind zumeist Senior-Teams, die Open Banking vorantreiben. Die meisten Channel Owner (63 Prozent), die für die Online-, Mobil- oder Entwickler-Schnittstellen verantwortlich sind, schätzen die Möglichkeiten von Open Banking. Im Gegensatz dazu empfinden weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Product Owner ebenso.

 Unterschiedliche Ansichten über Fähigkeiten und Ressourcenanforderungen können dazu beitragen, die Höhe des Buy-in für Open Banking im gesamten Unternehmen zu erklären. Die Mehrheit der Befragten in Finanzinstituten ist positiv gestimmt, wenn es darum geht, dass innerhalb der Organisation Mitarbeiter zur Verfügung stehen, um die Ziele von Open Banking umzusetzen (durchschnittlich 59 Prozent).

Diejenigen, die im IT-Bereich arbeiten, sind am zuversichtlichsten (65 Prozent), dass sie die Fähigkeiten besitzen, um im Open Banking erfolgreich zu sein, gefolgt von Abteilungen, die mit dem Management arbeiten (61 Prozent) und digitalen oder mobilen Banking-Kanälen (60 Prozent). Allerdings sind nur 43 Prozent der Product Owner davon überzeugt, dass ihr Team über die erforderlichen Ressourcen verfügt, um aus Open Banking Kapital zu schlagen.

Dies könnte eine Erklärung dafür sein, dass man sich darüber uneinig ist, ob die den Kunden angebotenen Produkte und Dienstleistungen, die Möglichkeiten des Open Banking in vollem Umfang nutzen. Die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter der IT-Abteilung (67 Prozent) gab an zu glauben, dass die Möglichkeiten des Open Banking bei ihnen vollumfänglich genutzt werden. Dies steht in krassem Gegensatz zu weniger als einem Drittel (32 Prozent) der Führungskräfte im Bereich digitales und mobiles Banking, die dies genauso unterschreiben würden.

Dr. Cyrosch Kalateh, Regional Director DACH bei Tink erklärt: „Während die schnell wachsenden Herausforderer in der Branche weitere Schritte unternehmen, sind die Banken nach wie vor am besten in der Lage, integrierte Open-Banking-Dienstleistungen anzubieten. Als Geldverwahrer und Anbieter von Finanzdienstleistungen verfügen sie bereits über ein solides Fundament von Kunden, die ihnen vertrauen und daher bereit sind, Daten auszutauschen. Wenn die Finanzinstitute ihre Geschäfte so umgestalten wollen, dass sie für Open Banking bereit sind, sollten wir jedoch die enorme Aufgabe, vor der wir alle stehen, nicht unterschätzen. Es ist zu erwarten, dass es innerhalb der Organisation ein unterschiedliches Maß an Buy-in für Open Banking gibt und dass es in einzelnen Geschäftsbereichen unterschiedliche Wahrnehmungen der Chance gibt. Mitglieder des C-Levels entwickeln ihre Open-Banking-Strategie weiter und versuchen mögliche Wissens- oder Kulturlücken zu schließen, um eine Ausrichtung der gesamten Organisation sicherzustellen. Sei es durch strategische Fintech-Partnerschaften, Übernahmen oder interne Neuausrichtung. Banken versuchen sicherzustellen, dass sie im Rennen um die bestmögliche Kundenerfahrung gut aufgestellt sind.”

 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier zum Download