Gleichberechtigung von Bargeld, Karte und Smartphone

Ein Artikel von red | 12.08.2020 - 09:42

Dies betrifft die Kasse beim Bäcker oder im Kiosk ebenso wie Restaurants und Kneipen oder die Theater- und Museumskasse und Ticketautomaten. „Ein wirklich digitaler Zahlungsverkehr ist die Grundlage der Digitalisierung. Dabei wird das Bargeld nicht abgeschafft, sondern es wird um weitere Bezahlmöglichkeiten ergänzt. Digitale Alternativen beim Bezahlen geben Kunden mehr Freiheit“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass uns digitale Technologien weniger verwundbar machen. Es ist höchste Zeit, diese Erkenntnis auch politisch umzusetzen.“

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Geschäftsmann schaut auf Touchscreen seines Smartphones auf dem Balkon © Robert Kneschke - Fotolia

Wahlfreiheit beim Bezahlen

Die Forderung nach mehr Wahlfreiheit beim Bezahlen wird von einer großen Mehrheit der Bundesbürger geteilt. Während des Corona-Lockdowns gaben in einer repräsentativen Befragung unter 1.006 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Bitkom drei Viertel (75 Prozent) an, Zahlungen mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. Sieben von zehn (71 Prozent) wünschten sich mehr Möglichkeiten, um kontaktlos bezahlen zu können.

Entwicklung eines digitalen Zahlungsverkehrs in Deutschland

Um echte Wahlfreiheit zwischen Bargeld, Kartenzahlung und der Nutzung von Smartphone oder Smartwatch zu ermöglichen, sollen nach dem Bitkom-Vorschlag bestehende Wertgrenzen beim digitalen Bezahlen gesetzlich abgeschafft werden. Bislang akzeptieren vor allem kleinere Händler oder Gastronomen digitale Zahlungen erst ab einem bestimmten Betrag, wodurch Kunden wiederum gezwungen sind, auf Bargeld zurückzugreifen.

Um den Handel oder die Gastronomie bei der Bereitstellung von neuen Bezahlmöglichkeiten für ihre Kunden zu unterstützen, fordert Bitkom zugleich finanzielle Hilfen bei der Erstanschaffung von Terminals für das elektronische Bezahlen. Damit die Entwicklung eines digitalen Zahlungsverkehrs in Deutschland konsequent vorangebracht wird, regt Bitkom darüber hinaus die Etablierung eines Zahlungsverkehrs-Rats beim Bundesfinanzministerium an, wie es ihn vergleichbar in anderen Ländern bereits gibt. Eine zentrale Aufgabe des Rates soll dabei sein, bei Digitalisierungsprojekten für eine stärkere Berücksichtigung des digitalen Zahlungsverkehrs zu sorgen.

Das vollständige Positionspapier „Bitkom-Thesen zur Wahlfreiheit beim Bezahlen“ steht kostenlos zum Download bereit.