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Der Zahlungsverkehr befindet sich im Wandel

Ein Artikel von red | 10.12.2020 - 13:56

Mit der Einführung des Lastschriftverfahrens SEPA ist in Europa die Nachfrage nach Zahlungen auf der Grundlage einer harmonisierten technischen Infrastruktur gestiegen. Die Entwicklung neuer europäischer Standards wie nexo, ISO20022 und CPACE ebnete den Weg für einheitliche europäische Kartennetzwerke. Neue Technologien wie kontaktloses oder mobiles Bezahlen über das Smartphone bieten zusätzliche attraktive Möglichkeiten für ein benutzerfreundliches Zahlungserlebnis. Auch die zweite Zahlungsdiensterichtlinie PSD 2 hat neue Möglichkeiten für die Implementierung von Zahlungen in Europa eröffnet: Die Richtlinie der Europäischen Kommission soll den Wettbewerb am Zahlungsmarkt erhöhen und die Teilnahme für Nichtbanken ermöglichen. Gleiche Bedingungen schafft dabei die Harmonisierung von Verbraucherschutz sowie Rechten und Pflichten aller Zahlungsdienstleister und Nutzer. Die Europäische Kommission bezeichnet Echtzeitzahlungen (Instant Payments) als „the new normal“.

Dem gegenüber stehen externe Faktoren: Während des Corona-Lockdowns gingen zum Beispiel in Frankreich zum ersten Mal seit über 30 Jahren die Kartenzahlungen zurück – die Menschen blieben Zuhause und die Geschäfte geschlossen. Danach war sowohl in Frankreich aber auch in Deutschland ein Anstieg der Nachfrage zu beobachten, der auf die nun zunehmende Verwendung von kontaktlosem Bezahlen per Karte oder Handy und den Online-Einkauf zurückzuführen war. Das Verhalten von Händlern und Karteninhabern war einer erheblichen Fluktuation unterworfen und erforderte eine schnelle Reaktion der Payment-Anbieter, um das reibungslose Funktionieren der Zahlungen zu gewährleisten, was für den Handel und damit die Wirtschaft von großer Bedeutung war.

Europäische Standards, die lokale Anforderungen berücksichtigen

Auch in Zukunft wird mit steten Veränderungen und neuen Entwicklungen zu rechnen sein. Die europäischen Payment-Standards werden auf regionaler Ebene mitbegleitet, um auf die Bedürfnisse des lokalen Marktes zu reagieren. Diese neuen globalen wie europäischen Standards, die durch diese lokalen Anforderungen bereichert werden, werden wahrscheinlich die Art und Weise bestimmen, wie Zahlungen in Europa künftig erfolgen.

Für Dienstleister bedeutet das, diesen Entwicklungen der weltweiten Standards, Migrationsplänen in den verschiedenen Zahlungssystemen und neuen regulatorischen Anforderungen, immer einen Schritt voraus zu sein. Eine weitere Herausforderung: Gerade Investitionen in die Zahlungstechnologie sind in vielen Fällen langfristig angelegt, erfordern Stabilität und Nachhaltigkeit – doch zurzeit verändert sich das Umfeld sehr schnell und der Bereich Zahlungsmittel und elektronischer Zahlungsverkehr befindet sich im Wandel mit dem Aufkommen neuer Zahlungslösungen, der Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Änderung des Kundenverhaltens.

Durch die Öffnung des Zahlungsverkehrsmarkts mit kontaktlosem und mobilem Bezahlen, erlauben es neue Zahlungsdienste Unternehmen, Zahlungen einfacher und offener zu gestalten und kostengünstiger zu verwalten. Gleichzeitig muss auf die unterschiedlichen Zahlungsbedürfnisse von Händlern und Kunden reagiert werden: Beide Vorgänge müssen insbesondere von der Kundenschnittstelle aber auch in der nachgelagerten Verarbeitung homogen sein – sowohl im Einzelhandel vor Ort, als auch im E-Commerce. Hier lassen sich erhebliche Skaleneffekte erreichen, wenn vermieden wird, verschiedene Anwendungen auf Zahlungsterminals zu entwickeln, zu unterhalten und stattdessen einheitliche Lösungen zum Einsatz kommen.

Ein weiterer Mosaikstein in diesem Puzzle stellt die EPI (European Payment Initiative) dar, eine Initiative europäischer Banken, die darauf abzielt, die verschiedenen Kartensysteme und die Verwendung digitaler Zahlungen zu standardisieren. EPI wird das neue europäische Zahlungsnetz sein, in das jedes Land schrittweise migrieren kann. Da Kartenzahlungen in Europa stark eingesetzt werden, wird die EPI Brücken zwischen den alten und den neuen Standards schlagen und damit die effiziente Koexistenz aller Kartennetzwerke und Zahlungslösungen in Bank- und Händlersystemen.

EPEC mit breitem Dienstleistungsportfolio

Mit Blick auf diese Entwicklungen haben drei europäische Experten für die Standardisierung von Zahlungen das European Payment Expert Consortium (EPEC) gegründet: die SRC Security Research & Consulting mit Sitz in Bonn als Dienstleister für Informationstechnologie und -sicherheit und Bindeglied zwischen Research, Produkten und Dienstleistungen, ELITT (Expert Lab in Trusted Transaction), ein B-to-B-Dienstleistungsunternehmen mit der Spezialisierung auf sichere elektronische Transaktionen sowie FrenchSys, ein junger Dienstleister, der die Entwicklung und Verbesserung der Kartenakzeptanz in Frankreich unterstützt.

Damit vereint das EPEC-Konsortium das Know-how dreier europäischer Experten, die aktiv zu allen relevanten Aktivitäten zur Standardisierung von Zahlungen beitragen und die Anforderungen von Frankreich und Deutschland, zwei der größten Zahlungsmärkte in Europa, abdecken.

EPEC bietet Beratungsdienstleistungen für europäische Zahlungsdienstleister an, nutzt hierbei die harmonisierten europäischen Standards und berücksichtigt gleichzeitig die lokalen Besonderheiten. Die Dienstleistungen liegen unter anderem in der geeigneten Verwendung der Zahlungsstandards, der Vorgabe von Implementierungsrichtlinien und  Funktions- und Sicherheitsspezifikationen europaweiter Lösungen in der Welt der Karten-, Mobil- und Internetzahlungen.

Zahlungen einfach und sicher tätigen können, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Kunden und Händlern gleichermaßen, von geringen Verwaltungskosten und Skaleneffekten profitieren: Die europäische Standardisierung des Zahlungsverkehrs öffnet Dienstleistern ein breites Feld an Möglichkeiten, erfordert aber auch ein hohes Reaktionsvermögen in einem disruptiven Markt mit sich ständig verändernden Ausgangslagen.

Weitere Informationen: www.epec-experts.eu