smardigo: Low Code ermöglicht smarte Digitalisierung

Ein Artikel von Johannes Böttcher, Leiter Center Digitalisierung arxes-tolina GmbH | 02.03.2020 - 12:14

Fachleute ans Steuer: Low Code ermöglicht smarte Digitalisierung

Fachabteilungen in Finanzinstituten haben es nicht leicht: Der Digitalisierungsdruck lastet auf ihnen, die IT kann aber nur einen Bruchteil der eingereichten Projekte adäquat umsetzen. Eine mögliche Lösung für das Dilemma sind Low-Code-Plattformen, bei denen Fachverantwortliche individuelle Geschäftsprozesse digitalisieren und ihre Abhängigkeit von der IT deutlich verringern.

Eine Digitalisierungsstudie der Unternehmensberatung Accenture aus dem Jahr 2019 spricht Klartext: Rund 80% der Digitalisierungsprojekte in deutschen Unternehmen missglücken oder werden abgebrochen. Bei den 20% erfolgreichen Projekten müsse man darüber hinaus vorsichtig sein, weil sie untereinander oft nicht verknüpft und damit weder skalierbar noch ergebnisorientiert seien. Diese Zahlen überraschen nicht: Viele Unternehmen aus dem Finanzbereich und anderen Branchen sollen und müssen ihre Dienstleistungen digitalisieren, scheitern aber an einer fehlenden Strategie und mangelnden Ressourcen.

Eine übermäßig ausgelastete IT-Abteilung stellt bei Banken und Finanzdienstleistern keinen Einzelfall dar. Für die immens wichtige Abstimmung zwischen Fachexperten und den Programmierern ist oft zu wenig Zeit. Projekte, die für die Fachabteilungen wichtig sind, aber keine Priorität haben, rutschen in der Regel in eine langwierige Warteschleife oder werden als kompromissbehaftetes MVP ausgeliefert, das funktionale Einschränkungen aufweist und fast immer aufwendig nachgebessert werden muss. Den Fachabteilungen bleibt meist nichts anderes übrig, als ihre Prozesse für eine im Grunde ungeeignete Software anzupassen.

Low Code-Ansatz als Problemlöser

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Johannes Böttcher, Leiter Center Digitalisierung arxes-tolina GmbH © Copyright (C) Judith Frindt

Wenn Geschäftsprozesse von Experten aus Fachabteilungen konfiguriert und digitalisiert werden, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Low-Code-Plattform im Spiel. Ähnlich einem CMS für Webseiten können Mitarbeiter der Fachabteilungen mittels grafischer Benutzeroberflächen und Modellierungsmethoden Prozesse abbilden und Software entwickeln – ohne spezifisches Fachwissen als Programmierer.

Die Plattform hält dafür eigens entwickelte und getestete Vorlagen und Komponenten bereit, die über den visuellen Designer zur Anwendung mit der gewünschten Funktionalität zusammengesetzt werden. Zu den Vorlagen gehören beispielsweise die elektronische Rechnungseingangsverarbeitung oder das Auskunftsersuchen von Kunden über ihre gespeicherten Daten gemäß DSGVO. Damit gewinnen Fachexperten die Hoheit über ihre Geschäftsprozesse zurück, denn bis zu 95% der Entwicklungsarbeit können nun in den Fachabteilungen erfolgen. Die Reduktion der klassisch-individuellen Programmierung auf ein Minimum bedeutet gleichzeitig eine Produktivitätssteigerung um den Faktor 5 bis 10 – und damit einen enormen Zeitgewinn.

Vorteile von Low-Code-Plattformen

Die wichtigsten Vorteile einer Low-Code-Plattform lassen sich wie folgt formulieren:

· Prozesse werden optimiert und konfiguriert (anstatt programmiert)

· Abhängigkeit von IT und Dienstleistern  nimmt bei Standardprozessen deutlich ab

· Fachbereich kann Anforderungen selbst umsetzen, IT nur für Sonderfälle erforderlich

· Anbindung von Kernsystemen (CRM, ERP etc.) an die Plattform

· Signifikante Reduktion von Time-to-Market

· Kosten- und Zeitersparnis

· Revisionssicherheit durch automatische Prozessdokumentation der Plattform

Beispiele für Prozessdigitalisierung mittels Low Code

Beispiel 1: Onboarding bei Banken 

Wenn Banken Neukunden im Geschäftsbereich gewinnen, kann das Onboarding komplett digitalisiert werden. Ein OCR-Modul (Texterkennung) liest Daten aus Dokumenten und Formularen aus, darunter Handelsregisterauszug, Gewerbeschein, Personalausweis, FATCA-Selbstauskunft etc. Anschließend setzen Prüfprozesse ein, die Daten werden nach gesetzlichen und internen Vorgaben abgeglichen. Der Neukunde wird nach erfolgreicher Prüfung automatisch im IT-System der Bank angelegt, sein Geschäftskonto ist innerhalb kürzester Zeit nutzbar. Sollten sich nun Vorgaben des Gesetzgebers ändern, kann die Fachabteilung den Prozess schnell und einfach anpassen.

Beispiel 2: Provisionszahlungen

Ein weiterer typischer Anwendungsfall für Low-Code-Lösungen sind Provisionszahlungen im Kreditbereich: Der Prüf- und Freigabeprozess wird digitalisiert, die Provision automatisch an die Kreditvermittler überwiesen. Generell eignen sich sowohl Standardprozesse als auch spezifische Prozesse für die Digitalisierung durch Fachabteilungen.

Fazit: Low Code ist die Zukunft

Digitale Transformation lässt sich heute für einen großen Teil von Unternehmensprozessen einfach und schnell bewerkstelligen. Low-Code-Plattformen wie smardigo von arxes-tolina, die bei der Geschäftsprozessmodellierung auf BPMN setzen, stellen Finanzinstituten eine intuitive und leicht zu implementierende Entwicklungsumgebung für Software zur Verfügung. Fachabteilungen erhalten so die Kontrolle zurück. Damit können Experten im Zusammenspiel mit der IT die Digitalisierung schnell und effizient vorantreiben und sich auf das Wesentliche konzentrieren: den Kunden.