Studie

Reifegrad bei der Cloud-Transformation bei Banken

Ein Artikel von red | 18.05.2022 - 13:48

Für die internationale Studie wurden führende Bankenvertreter aus der EMEA- und APAC-Region sowie Nordamerika befragt. Die Untersuchung ergab, dass weniger als ein Drittel der Banken (28 %) zu den „Leaders“ zählen, die bereits mehr als 30 Prozent ihrer Anwendungen in die Cloud verlagert haben.

Der Report teilt die Banken in Vorreiter, Mitläufer und Konservative ein und bewertet die Fortschritte in jeder Gruppe:

  • Cloud-Leaders (28 %) haben bereits mehr als 30 Prozent ihrer Anwendungen in der Cloud.
  • Cloud-Followers (45 %) haben zwischen 11 Prozent und 30 Prozent der Anwendungen in der Cloud.
  • Cloud-Conservatives (27 %) haben höchstens zehn Prozent der Anwendungen in der Cloud.

Die Cloud ist die beste Möglichkeit für Banken, das Kundenerlebnis zu verbessern und gleichzeitig die betriebliche Effizienz zu steigern. Die Studie belegt, dass Banken umfänglich den Wunsch hegen, die Cloud zu nutzen, und die Vorreiter bereits gute Fortschritte verbuchen können.

Jan-Willem Weggemans, Leiter der Cloud-Praxis beim Beratungshaus Publicis Sapient

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Ehrgeizige Ziele: Der Report belegt, dass viele Privat- wie Geschäftsbanken die Zahl ihrer in der Cloud gehosteten Anwendungen und Daten massiv erhöhen wollen. Dies bedeutet eine erhebliche Beschleunigung im Vergleich zum Tempo der Cloud-Einführung in den vergangenen Jahren. Nimmt man alle untersuchten Regionen zusammen, so planen mehr als zwei Drittel der Banken, in den kommenden drei Jahren mindestens 30 Prozent ihrer Anwendungen und Daten in der Cloud zu betreiben. Das wäre die dreifache Zahl der Banken, die dies heute erreicht haben. Die nordamerikanischen Banken sind am wenigsten ehrgeizig bei der Cloud-Einführung. Nur 29 Prozent der Banken in dieser Region wollen ihre kundenseitigen Anwendungen innerhalb von drei Jahren in die Cloud bringen.

Hindernisse bei der Cloud-Einführung: 42Prozent der weltweit Befragten nennen Sicherheitsbedenken als das größte Hindernis für die Einführung der Cloud in ihrer Organisation. Als weitere wichtige Hürden sehen die Befragten fehlendes Cloud-Know-how (36 Prozent) und mangelndes internes Verständnis der geschäftlichen Vorteile der Cloud-Nutzung (31 Prozent).

Diskrepanz zwischen Ambition und Umsetzung: Die Erhebung belegt eine klare Lücke zwischen Ambitionen und Umsetzung: Nur 44 Prozent der Befragten glauben, dass die Führungskräfte ihrer Bank die geschäftsrelevanten Möglichkeiten und Chancen der Cloud verstehen. Die Studie zeigt auch, dass viele Banken Investitionen in moderne, Cloud-native kundenorientierte Anwendungen keine hohe Priorität einräumen. Damit eröffnen sie neuen Cloud-nativen Playern oder kleineren Banken mit digitalem Mindset die Möglichkeit, größere Marktanteile für sich zu gewinnen. Fast ein Viertel der Bankenführungskräfte (22 Prozent) geben zu, dass sie mit den Cloud-Investitionen und -Implementierungen nicht so schnell vorankommen, wie sie es sollten.

Maximierung des Cloud-Nutzens und Wahrnehmung der Vorteile: Mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) sagen aus, dass ihre Banken den geschäftlichen Nutzen der bisherigen Cloud-Investitionen noch nicht maximiert haben. Fast die Hälfte (44 Prozent) nennt als Hauptvorteil der Cloud-Nutzung die verbesserte Fähigkeit, Prozesse zu automatisieren, wohingegen es für ähnlich viele Befragte (40 Prozent) die verbesserte Fähigkeit ist, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Regionale Unterschiede: Nur 29 Prozent der Befragten aus Nordamerika sehen die verbesserte Fähigkeit, fortgeschrittene Datenanalysen durch Künstliche Intelligenz/Maschinelles Lernen auf Daten anzuwenden, als Vorteil der Cloud-Nutzung. In der EMEA-Region waren es 40 Prozent, in APAC sogar 58 Prozent. Nur 60 Prozent der Banken in Nordamerika planen, ihre Cloud-Investitionen in den nächsten drei Jahren zu erhöhen, im Gegensatz zu 82 Prozent in APAC und 83 Prozent EMEA.