Keba Jahresausblick: Erweiterte Produktionskapazitäten

Ein Artikel von red | 23.06.2022 - 13:17
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Der Keba Vorstand v.l.n.r.: Andreas Schoberleitner (CFO), Gerhard Luftensteiner (CEO), Franz Höller (CTO)

Für ein Technologieunternehmen wie Keba hat die Forschung und Entwicklung eine zentrale Bedeutung. Sie ist die Grundlage für den zukünftigen Unternehmenserfolg und für die technologische Position am Markt. Entsprechend investiert die KEBA Gruppe jährlich einen maßgeblichen Anteil ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung (F&E). Der Aufwand für F&E belief sich im letzten Jahr auf rund 70 Millionen Euro. Der Personalstand der Keba Gruppe betrug auf Basis Vollzeitbeschäftigung mit Geschäftsjahresende 1963 Mitarbeiter (FTE). Betrachtet nach Personen hat Keba bereits die 2.000er Marke überschritten. Zusätzlich beschäftigt das Unternehmen zur Abdeckung von Auslastungsspitzen aktuell zirka 180 Leasingmitarbeiter.

Rund die Hälfte der Mitarbeiter sind in Österreich beschäftigt, ein Drittel in Deutschland und an die 200 Mitarbeiter in Asien. Am Standort in Linz werden aktuell 37 Lehrlinge in sechs verschiedenen Berufsbildern ausgebildet. Auch in anderen Niederlassungen werden eigene Fachkräfte ausgebildet. An Standorten in Deutschland werden zusätzlich bis zu 25 junge Menschen in unterschiedlichen Berufen ausgebildet.

Das Umsatzwachstum im vergangenen Geschäftsjahr betrug 30 Prozent. Blickt man auf die Compound Annual Growth Rate (CAGR) der letzten fünf Jahre, so zeigt sich mit 22,7 Prozent eine entsprechende Kontinuität.

Erfolgreich mit drei Standbeinen

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Keba Industrial Automation; Bedienen und Steuern von Robotern

Seit Herbst des letzten Geschäftsjahres sind die drei Geschäftsfelder der Keba - Industrial Automation, Handover Automation und Energy Automation - eigenständige Gesellschaften und betreiben das operative Geschäft innerhalb der Keba Gruppe. Sie treten jedoch weiterhin unter der gemeinsamen starken Marke Keba auf und nutzen die Synergien der Gruppe.

  • Industrial Automation entwickelt und produziert Automatisierungslösungen aus Hard- und Software für Maschinen und Roboter. Die Lösungen reichen von der Bedienung über die Steuerung und Sicherheitstechnik bis hin zur Antriebstechnik. Zum Einsatz kommen diese Lösungen in verschiedenen Maschinenbaubranchen und in der Robotik.
  • Handover Automation ist Spezialist für Übergabelösungen. Diese ermöglichen die sichere und kontaktlose Übergabe von Bargeld, Paketen oder Waren sowie den gesteuerten Zugriff auf gemeinsam genutzte Objekte. Bekannt sind diese Lösungen beispielsweise als Geldautomaten bei Banken oder als Paketautomaten bei Post- und Logistikunternehmen sowie als Übergabeautomaten im Fahrzeughandel, in der Justiz oder im Gesundheitsbereich.
  • Energy Automation zählt zu den Pionieren von Ladelösungen für Elektrofahrzeuge. Mit den Wallboxen kann man Elektroautos nicht nur sicher und zuverlässig laden, sondern aufgrund vielfältiger Schnittstellen auch mit verschiedenen Systemen wie z.B. einer Photovoltaikanlage vernetzen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Geschäftsfeld liegt im Bereich Heizungssteuerungen für Wärmepumpen sowie Biomasseheizungen.

Die drei Geschäftsfelder haben eine unterschiedliche Charakteristik. Die Industrial Automation hat einen Schwerpunkt im Bereich OEM (Original Equipment Manufacturer). Handover Automation ist mit der Herstellung von SB Automaten im Projektgeschäft. Und Energy Automation mit ihren Wallboxen für E-Autos sowie Heizungssteuerungs-systemen ist ein endkundennahes Seriengeschäft.

Um sich an diese unterschiedlichen Markterfordernisse optimal anpassen zu können, ist es sinnvoll, unterschiedliche Vorgehensweisen, Prozesse oder Vertriebswege zu ermöglichen. Durch die getrennte Verantwortung kann KEBA die Branchen noch zielgerichteter bedienen und noch näher am Kunden agieren. Außerdem entspricht es auch dem agilen Organisationsverständnis von KEBA, Entscheidungen so dezentral wie möglich anzusiedeln, um diese zielgerichtet und schnell treffen zu können und zügig ins Tun zu kommen.

Die Keba Group verantwortet die Gesamtausrichtung der Keba sowie die strategische und finanzielle Steuerung der gesamten Unternehmensgruppe.

International stark aufgestellt, neue Niederlassung in UK

Mit 26 Niederlassungen in 16 Ländern und 8 Produktionsstandorten unterschiedlichsten Ausmaßes in 4 Ländern (Österreich, Deutschland, Niederlande, China) hat die Unternehmensgruppe ein gutes, länderumspannendes Netzwerk, sodass sie in allen Märkten nachhaltig präsent ist und auch in Zeiten von Reisebeschränkungen vor Ort für ihre Kunden da sein kann.

Seit Jahresbeginn ist Keba auch in Großbritannien mit einer eigenen Niederlassung präsent. Sie dient der Erweiterung des Marktzuganges und unterstützt die Vertriebsaktivitäten.

Weiters hat Keba Ende 2021 das in Stuttgart / Deutschland ansässige Softwareunternehmen drag and bot übernommen. Das Start-up entwickelt ein innovatives Betriebssystem für Maschinen und Roboter. Mit dieser neuerlichen Akquisition stärkt KEBA ihre Position in der Industrieautomation und ergänzt ihr Produktportfolio strategisch mit einer innovativen, flexiblen Automatisierungssoftware.

Um den durch das Wachstum erhöhten Produktionskapazitäten gerecht zu werden, wurde am Hauptstandort im Gewerbepark in Urfahr früher als geplant in eine weitere hochleistungsstarke Elektronikfertigungslinie samt Testinfrastruktur investiert.

In Folge wurden auch die Produktionsflächen für die Gerätemontage am zweiten Produktionsstandort in der Industriezeile nochmals erweitert und betragen mittlerweile an die 30.000 m2.

Auch der Bedarf an Büroflächen ist gestiegen. Ein Teil der zugekauften ehemaligen Haberkorngebäude im Linzer Gewerbepark wurde im letzten Jahr komplett renoviert und zu einem modernen Bürogebäude umgebaut.

Die Vorbereitungen für den neuen Keba Standort am Technologiering in Leonding/Pasching laufen und sind im Plan. Aktuell findet ein Architektenwettbewerb statt. Geplanter Baubeginn aus derzeitiger Sicht wird Ende 2023 sein.

Herausforderung Materialversorgung

Der Bereich Beschaffung war das gesamte letzte Geschäftsjahr von der Materialverfügbarkeit getrieben. Zusätzlich zur Volatilität der Märkte aufgrund der Corona Pandemie forderte im letzten Jahr die Halbleiterkrise die Supply Chain der Keba. Der Mangel an Halbleitern ist ein globales Thema und hat weltweit Auswirkungen auf Industrieunternehmen. Auch die reduzierten Transportkapazitäten (Luft- und Seefracht) beeinflussen die globalen Lieferketten nach wie vor wesentlich.

Keba legte ihren Fokus klar darauf, lieferfähig zu bleiben und installierte bereits Anfang 2021 eine interne Taskforce. Diese beschäftigt sich laufend damit, kurz- und mittelfristige Lösungen zu generieren und die Versorgung den Umständen entsprechend optimal zu gestalten. Zusätzlich stand KEBA während der gesamten Zeit natürlich eng in Kontakt mit ihren Lieferanten und Kunden, um gemeinsam Lösungen zu finden. Als sehr hilfreich erwiesen sich in so einer herausfordernden Situation auch wieder die agile Arbeitsweise und flache Organisation der Keba, weil Entscheidungen schnell gefällt werden konnten.

So konnte die Materialverfügbarkeit und damit die Produktionsversorgung weitgehend sichergestellt werden. Dies erfolgte allerdings auch durch Zukäufe zu höheren Preisen. Keba blickt trotz der herausfordernden Situation auf eine hohe Lieferfähigkeit zurück