Atos leitet EuroDaT-Projekt zur Erkennung von Finanzkriminalität

Ein Artikel von red | 21.02.2022 - 06:46

Bei Gaia-X handelt es sich um eine europäische Initiative, die sich für Datensouveränität und digitale Transformation einsetzt und die darauf abzielt, europäische Dateninfrastrukturen in Europa und darüber hinaus zu bündeln und weiterzuentwickeln.

Angesichts der Tatsache, dass jährlich schätzungsweise zwei bis fünf Prozent des weltweiten BIP (1,7 bis vier Billionen Euro) durch Geldwäsche verloren gehen, ist das Projekt zur föderativen Erkennung von Betrug und Finanzkriminalität ein zentraler Bestandteil bei der Umsetzung der Gaia-X-Politik und -Architektur, die eine sichere und transparente Daten- und Cloud-Drehscheibe für Mitgliedstaaten, Unternehmen und Bürger schaffen soll.

Die Fähigkeiten von Atos beim Aufbau von Innovations-Ökosystemen und der technologischen Orchestrierung schaffen ein unternehmens- und länderübergreifendes Dienstleistungs- und Kooperations-Ökosystem. Zudem wird  die Bekämpfung von Betrug und Finanzkriminalität (Anti-Fraud and Anti-Financial-Crime, AFC) sowie die Transparenz von Geld- und Wertströmen verbessert.

Bei dem Projekt geht es vorrangig darum, den hohen Anteil an falsch-positiven Transaktionswarnungen zu verringern und die Aufdeckung von Betrug und Finanzkriminalität durch den Austausch und die Analyse von Informationen zwischen den Beteiligten zu verbessern. Bisher haben sich die Bemühungen darauf konzentriert, diese Herausforderung auf organisatorischer Ebene zu bewältigen. 

Weltweite Initiative

Organisationen und Unternehmen über die Europäische Union hinaus und in anderen Teilen der Welt könnten ebenfalls von dem Projekt zur föderativen Erkennung von Betrug und Finanzkriminalität profitieren, so Carol Houle, SVP, Global Head of Financial Services & Insurance bei Atos: „Da die Mehrzahl der weltweiten Transaktionswarnungen Fehlalarme sind, bei denen jede Warnung einzeln untersucht werden muss, bleibt dies eine ressourcenintensive und kostspielige Angelegenheit, die nur durch eine koordinierte, grenzüberschreitende Reaktion gelöst werden kann. Die Neugestaltung des Ansatzes zur Aufdeckung von Betrug und Finanzkriminalität und die Zusammenführung der besten Technologien für Datenaustausch, Datenanalyse und High Performance Computing wird dem Bankensektor helfen, die Kosten für die Geldwäschebekämpfung zu senken. Darüber hinaus erhält der öffentlichen Sektor die Möglichkeit, diese Art von Kriminalität wirksamer zu bekämpfen – wovon letztlich auch die Endkunden profitieren.”

Die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Mairead McGuinness, erklärt: „Geldwäsche stellt eine klare und gegenwärtige Bedrohung für die Bürger, die demokratischen Institutionen und das Finanzsystem dar." Transaktionen mit Schwarzgeld machen etwa 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in der EU aus – das sind 133 Milliarden Euro (157 Milliarden Dollar). „Das Ausmaß des Problems darf nicht unterschätzt werden, und die Schlupflöcher, die Kriminelle ausnutzen können, müssen geschlossen werden”, so McGuinness in ihrem Protokoll.

Das Projekt, das im Rahmen des EuroDaT-Konsortiums durchgeführt wird, dient auch der Vorbereitung eines ehrgeizigen Gesetzes-Pakets der Europäischen Kommission: Das Paket sieht Gesetzesänderungen zur Stärkung der EU-Vorschriften für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vor, sowie die Einrichtung einer neuen EU-Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche.

Der Erfolg des Projekts könnte auch Versicherungsunternehmen zugutekommen, indem es dazu beiträgt, die doppelte Verwendung von Schadensdokumenten durch andere Versicherungsunternehmen in Echtzeit aufzudecken. Dies Prüfung ist derzeit nicht üblich und kann zu einem ganzheitlichen System zur Betrugserkennung beitragen, das in höheren Gewinnen und einem positiveren Kundenimage der Versicherer resultiert.