Warum investiert das Erzbistum Berlin in ein Fintech?

Ein Artikel von Dipl.-Kfm. Bernd Jünemann, Bereichsleiter Finanzen, Erzbistum Berlin | 22.04.2021 - 12:00
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Dipl.-Kfm. Bernd Jünemann, Bereichsleiter Finanzen, Erzbistum Berlin

Als Finanzökonom ist es meine Verantwortung, das Vermögen und die Rücklagen des Erzbistums Berlin zu erhalten und nach Möglichkeit zu vermehren, um jetzt und in der Zukunft unseren Verpflichtungen nachkommen zu können. Das bedeutet schon seit vielen Jahren die Notwendigkeit, Risiken zu bewerten, und die Geldanlagen breit aufzustellen.

Klassiche Geldanlagen und Beteiligungen an Startups

Auch wenn wir weiterhin klassische Geldanlagen bei Banken und Kapitalanlagegesellschaften haben, so investieren wir u.a. auch in Beteiligungen und eben auch in Startups, sofern das Risiko vertretbar erscheint und das Konzept überzeugt. Neben der finanziellen Beteiligung an Investify, die nur einen Bruchteil unseres Anlagevermögens ausmacht, engagiere ich mich auch im Verwaltungsrat, um die Entwicklung des Startups auch eng begleiten zu können.

Denn Investify ist nicht nur eine gute Investition für das Erzbistum Berlin, es ermöglicht auch Privatkunden die Möglichkeit Geld anzulegen und Vermögen zu bilden. Das ist bekanntlich aktuell gar nicht mehr so einfach und mit dem guten alten Sparbuch gänzlich ausgeschlossen. Fast könnte man sagen, dass Fintechs wie Investify den Finanzmarkt „demokratisieren“ oder zumindest Chancengleichheit herstellen. Dass es auch in diesem Segment mittlerweile Hasardeure und Betrüger gibt, macht es umso wichtiger, seriöse Anbieter zu stärken. Investify bietet auch anderen Institutionen, Pfarreien und Einrichtungen, aber auch Einzelpersonen zahlreiche Möglichkeiten der Kapitalanlage.

Ethisches Investment und Nachhaltigkeit

Wir haben uns dafür entschieden, in Investify zu investieren, weil es auch eine Antwort bietet auf die Fragen nach Transparenz, ethischem Investment und Nachhaltigkeit, gewissermaßen mein „täglich Brot“ in meiner Arbeit. Darauf sind bereits auch kirchlich und andere Banken aufmerksam geworden, die die Technik und das Know How von Investify nutzen.

Als Kirche sind wir in besonderer Weise verpflichtet, über unsere Anlagen Rechenschaft abgeben und zwar eben nicht gegenüber Shareholdern, sondern gegenüber denen, die die Kirchensteuer zahlen und damit kirchliches Handeln erst ermöglichen. Wir können nicht im Einzelnen die Gläubigen an unseren Anlage-Entscheidungen beteiligen, aber wir stellen uns selbstverständlich dem Anspruch nach Transparenz und Nachhaltigkeit. Wenn ich die Entwicklung von Investify begleite, lerne ich immer noch etwas dazu, wie Transparenz erreicht und Nachhaltigkeit wahrgenommen wird und ankommt.

„Die digitale Vermögensverwaltung, die Ihre Wünsche und Überzeugungen in den Mittelpunkt stellt“, so wirbt Investify auf seiner Homepage. Für meine Arbeit würde ich – nur leicht abgewandelt – wie folgt werben: Die erzbischöfliche Finanz- und Vermögensverwaltung, die ihre Ziele und Überzeugungen nachvollziehbar darstellt.