Hindernisse überwinden und Innovationen vorantreiben

Ein Artikel von Tobias Fischer, Senior Sales Engineer bei AppDynamics | 27.10.2021 - 13:56
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© David Bruyland@Pixabay

Entsprechend gehören digitale Services und Homeoffice inzwischen bei vielen zum Standard. Im nächsten Schritt muss das hohe Innovationstempo beibehalten werden, um weiterhin mit dem gesellschaftlichen Wandel mitzuhalten. Dabei drohen allerdings neue Schwierigkeiten, wie eine IT-Infrastruktur, die nicht für die Komplexität von Cloud- und Legacy-Technologien ausgelegt ist.

In der Vergangenheit haben oft Faktoren wie hohe Kosten oder mangelndes Verständnis für die Vorteile die digitale Transformation bei Banken und Finanzdienstleistern ausgebremst. Der Ausbruch von Covid-19 hat allerdings rasant zu einem Umdenken geführt und es wurden, wie der aktuelle Report Agents of Transformation 2021: The Rise of Full-Stack Observability von AppDynamics zeigt, entsprechende Maßnahmen im letzten Jahr dreimal so schnell wie zuvor durchgeführt. Während Mitarbeiter heute vielerorts problemfrei im Homeoffice arbeiten und über digitale Tools ihren Aufgaben nachgehen können, bieten neue Online-Services den Kunden die Möglichkeit, ihre Finanzgeschäfte bequem mobil zu erledigen. Laut einer Studie des ITK-Branchenverbands Bitkom nutzen mittlerweile vier aus fünf Bürgern (80 Prozent) Online-Banking, besonders unter den Senioren ist die Zahl durch die Pandemie stark gestiegen.

Für die Zukunft hat die Unternehmensberatung EY vier Bereiche identifiziert, die in Branche im Mittelpunkt stehen werden: die Neudefinition der Kundenerfahrung, die Ausrichtung auf mobile Endgeräte, die Entwicklung einer Datenstrategie und die Migration auf passende Technologieplattformen, insbesondere die Public Cloud. Insbesondere etablierte Akteure müssen daher ihre begonnene digitale Transformation in derselben Geschwindigkeit wie im letzten Jahr weiterführen, um mit neuen FinTechs mitzuhalten und dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Komplexität der IT steigt, die Transparenz nimmt ab

Ein Großteil der letztjährigen Innovationen wurde durch die Beschleunigung von Cloud Computing ermöglicht. Aufgrund von erheblichen Verbesserungen bei der Sicherheit von Public-Cloud-Services haben Banken und Versicherungsunternehmen die Nutzung der Cloud stark ausgeweitet und operieren nun in einem Hybrid-Cloud- oder Multi-Cloud-Modell in Verbindung mit ihrer On-Premises-Infrastruktur. Hieraus ist allerdings häufig ein Flickenteppich aus Cloud- und Legacy-Technologien entstanden, der die Komplexität für die IT-Abteilungen signifikant erhöht. Insgesamt meinen 78 Prozent der in dem AppDynamics-Report befragten Technologen, die bei Finanzdienstleistern tätig sind, dass die Reaktion ihres Unternehmens auf die Pandemie für mehr IT-Komplexität gesorgt hat als je zuvor.

Zudem berichten sieben von zehn (70 Prozent), dass sie derzeit mit mehreren, nicht verbundenen Monitoring-Lösungen arbeiten. Dadurch erhalten sie keine einheitliche Sicht auf die Performance der gesamten IT-Infrastruktur, weshalb sie die zugrundeliegenden Ursachen von Störungen und Anomalien oft nur schwer erkennen können. Infolgedessen können Probleme nicht immer rechtzeitig behoben werden, bevor sie sich auf die Endnutzer – Mitarbeiter oder Kunden – auswirken. Gleichzeitig können die IT-Experten auch nicht abschätzen, wie sich Tech-Entscheidungen und –Maßnahmen auf diese Endnutzer auswirken und müssen sich daher oft auf ihr Bauchgefühl verlassen oder jede Störung mit derselben Priorität behandeln, obwohl manche grundsätzlich weniger dringlich wären.

Datengetriebene Kultur erleichtert Entscheidungen

Darüber hinaus stehen Technologen dadurch noch vor einer weiteren Herausforderung: Sie sind aufgrund der fehlenden Transparenz über die gesamte IT-Infrastruktur nicht in der Lage, die IT-Leistung in Echtzeit mit den Business-Ergebnissen zu verknüpfen. Dadurch können sie Entscheidungen nicht anhand ihrer tatsächlichen Auswirkungen auf die geschäftlichen Aktivitäten priorisieren. Fast alle Technologen im Finanzwesen (96 Prozent) sind allerdings der Meinung, dass diese Verbindung von Echtzeit-Daten entscheidend ist, um Innovationen voranzutreiben und den Endnutzern einwandfreie digitale Erlebnisse zu bieten. Zudem werden sie im Vergleich zum vergangenen Jahr, in dem Investitionen ihren Nutzen schon durch den Weiterbetrieb des Unternehmens unter Beweis gestellt haben, in Zukunft ihren Vorgesetzten wieder darlegen müssen, welche Vorteile Investitionen in neue Technologien oder Anwendungen bringen werden. Aufgrund der aktuell fehlenden Einblicke in das gesamte IT-Stack, können Technologen ihren Business Case nur bedingt mit aussagekräftigen Daten hinterlegen.

In den IT-Abteilungen der Finanzdienstleister herrschen deshalb Zweifel, ob sie überhaupt in der Lage sind, die Digitalisierung weiterhin schnell vorantreiben zu können. Über der Viertel der befragten Technologen (76 Prozent) befürchten, momentan nicht über die benötigten Tools zu verfügen, um das ganze Potenzial der Investitionen ihrer Arbeitgeber ausschöpfen zu können und 80 Prozent glauben, dass sie nur mit umfassenderen Observability-Tools die Innovationsziele ihres Unternehmens erreichen. Finanzdienstleistern droht folglich eine starke Verlangsamung ihrer Innovationsgeschwindigkeit, wenn sie nicht rechtzeitig entgegensteuern.

Finanzdienstleister müssen sich weiterwandeln

Eine Observability-Lösung kann ihren IT-Abteilungen vollständige Transparenz über die gesamte IT-Landschaft und die Verbindung dieser Daten mit den Geschäftsergebnissen und –zielen ermöglichen. Jedoch reicht es nicht aus, eine solche Plattformen zu implementieren, die Mitarbeiter müssen auch in der Lage sein, sich ihre Funktionalitäten zunutze zu machen. Deshalb müssen Technologen auch eine datengetriebene Kultur etablieren, um sicherzustellen, dass IT-Entscheidungen und –Maßnahmen künftig immer auf Basis akkurater Echtzeit-Daten getroffen werden. Immerhin ist 79 Prozent bereits bewusst, dass sie nicht länger alleine auf ihren Instinkt verlassen können.

Die Pandemie hat in vielen Banken, Finanzinstitute und Versicherungen wichtige Entwicklungen angestoßen oder beschleunigt. Aber um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, dürfen sie bei ihren Digitalisierungsbemühungen nicht nachlassen, auch wenn sich die Lage in Deutschland inzwischen deutlich entspannt hat. Sie müssen stattdessen Strukturen und Prozesse weiter anpassen und dafür in die richtigen Technologien investieren. Auch müssen die IT-Abteilungen in der Lage sein, Probleme nach ihrer tatsächlichen Dringlichkeit zu priorisieren, um internen und externen Endnutzern optimale digitale Erfahrungen zu ermöglichen. All dies erreichen Finanzdienstleister aber nur, wenn ihre Technologen Einblicke in den gesamten IT-Stack erhalten und daraus die richtigen Schlüsse ziehen können.

Autor: Tobias Fischer

Tobias Fischer ist als Senior Sales Engineer bei AppDynamics tätig. In dieser Funktion unterstützt er Großkunden bei der Evaluierung und Implementierung der Full Stack Observability Plattform AppDynamics zur Optimierung ihrer Anwendungs- und Unternehmensleistung. Er legt den Fokus dabei insbesondere auf User Experience, Business Monitoring, Security, und alles rund um das Thema Cloud Native.