STUDIE

Bargeld birgt kein besonderes Infektionsrisiko

Ein Artikel von red | 14.09.2021 - 14:02

Während der Pandemie kam bei vielen Menschen die Sorge auf, sich über den Kontakt mit Bargeld einem größeren Risiko für eine Erkrankung mit dem Corona-Virus auszusetzen. Auch der Handel rief dazu auf, vermehrt bargeldlos zu zahlen. Diese Angst ist unbegründet. Dies ergab eine Untersuchung an verschiedenen Eurocent-Münzen und -Scheinen.

Für mehr als die Hälfte ist Bargeld ein wichtiges Zahlungsmittel

Die EZB untersuchte auch das Zahlungsverhalten im Euroraum. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass sie während der Pandemie seltener mit Bargeld bezahlten. Der Grund dafür war für 38 Prozent von ihnen die Sorge vor einer möglichen Ansteckung mit dem Corona-Virus. Weitere Gründe für die Nutzung anderer Bezahlarten waren unter anderem die Empfehlungen der Regierungen (35 Prozent) oder des Handels (20 Prozent) auf Bargeld zu verzichten. Dennoch gaben mehr als die Hälfte aller Befragten auch an, dass Bargeld ein sehr wichtiges Zahlungsmittel für sie sei.

Virus überlebt auf anderen Oberflächen wesentlich länger als auf Bargeld

In der Studie wurde anhand von 5- und 10-Eurocent-Münzen, 1-Euro-Münzen und 10-Euro-Banknoten untersucht, wie lange die Viren auf dem Geld überleben können. Zum Vergleich dazu erfolgten Tests auf Edelstahloberflächen. Diese zeigten, dass das Virus auf 10-Euro-Scheinen bis zu 72 Stunden überleben kann, auf einer 1-Euro-Münze bis zu 24 Stunden, auf einer 10-Cent-Münze bis zu sechs Stunden und auf einer 5-Cent-Münze gerade einmal bis zu 30 Minuten. Auf dem Edelstahl hingegen waren es bis zu sieben Tage.

Entscheidend ist die Übertragung auf die Haut

Um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion durch die Nutzung von Bargeld beurteilen zu können, wurden Untersuchungen zur Übertragung auf die menschliche Haut durchgeführt, da das Virus letztendlich über diese auf die Schleimhäute gelangt. In den Tests, in denen Realbedingungen simuliert wurden, konnte weder nach dem Kontakt von Haut mit einem Geldstück, noch mit einem Geldschein, eine Virusmenge festgestellt werden, die zu einer Infektion hätte führen können. Aus diesem Grund kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass „das Übertragungsrisiko über Banknoten und Münzen sehr niedrig und dass Bargeld sicher nutzbar ist.“