Eine neue Ära der Arbeitswelt hat begonnen

Ein Artikel von Silke Kull, Vice President Talent ­Management & Talent Acquisition bei ­ Arvato Financial Solutions | 17.12.2021 - 14:00
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Viele Beschäftigte wünschen sich auch künftig mobiles Arbeiten. Arbeitgeber sollten darauf reagieren. © Pixabay

Hohe Corona-Fallzahlen, zunehmende Hospitalisierungen – die vierte ­Covid-19-Welle hat Deutschland im Griff. Um sie zu brechen, gibt es neben anderen Maßnahmen wieder eine Home-Office-Pflicht. Wann immer es möglich ist, soll von zu Hause gearbeitet werden. Für viele Beschäftigte ist dies seit Ausbruch der Pandemie ohnehin zur gelebten und geliebten Praxis geworden. Ob morgens vor der Arbeit eine Runde joggen oder sich abends früher als sonst einem neuen Hobby widmen – die Vorzüge des mobilen Arbeitens liegen auf der Hand. Viele Menschen möchten diese Vorteile dauerhaft genießen. Das zeigt eine Umfrage der Recruiting-Firma Softgarden. Demnach suchten mehr als zwei Drittel der Jobsuchenden zuletzt gezielt nach Jobprofilen mit der Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Allerdings schaltet aktuell nur knapp ein Viertel der HR-Verantwortlichen Anzeigen für so­genannte Remote-Jobs.

Unternehmen sollten Konzepte für flexibles Arbeiten bieten

Unternehmen, die im Wettbewerb um Arbeitskräfte erfolgreich sein wollen, sind gut beraten, den Wunsch nach flexiblem Arbeiten ernst zu nehmen und entsprechende Konzepte Realität werden zu lassen – auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie. Sinnvoll umgesetzt, kann die neue Flexibilität Vorteile für beide Seiten bedeuten. Das zeigt das Beispiel des mobilen ­Arbeitens bei Arvato Financial Solutions, das nicht nur in Zeiten der Home-­Office-Pflicht gilt: Die Mitarbeitenden dürfen jetzt und auch in Zukunft 80 Prozent ihrer Arbeitszeit im Monat außerhalb der Betriebsstätte erbringen – der persönlich präferierte Arbeitsort kann frei gewählt werden. Die Grundlage: Vertrauen. Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden befähigen, ihre Arbeit eigenverantwortlich selbst zu gestalten – so können sie bestmögliche Ergebnisse erzielen.

Vom mobilen Arbeiten profitieren also auch die Unternehmen. Das fängt mit dem Einzugsgebiet möglicher Bewerber an. Dieses liegt im Schnitt in einem Umkreis von 20 bis 25 Kilometer um das Büro. Wird mobiles Arbeiten angeboten, vergrößert sich der Radius um das bis zu Vierfache. Zudem steigt die Attraktivität als Arbeitgeber. Das zeichnet sich auch in den Zahlen von Arvato Financial Solutions ab. In den ersten zehn Monaten 2021 gab es bei Arvato Financial Solutions deutlich mehr Bewerbungen im Vergleich zum Vorjahr. Zudem können flexible Arbeitsmodelle positiv für die Mitarbeiterbindung sein. Unternehmensinterne Befragungen bei dem Finanzdienstleister haben ergeben, dass die Zufriedenheit der Mitarbeitenden gestiegen ist. 

Hybride Modelle motivieren Mitarbeiter

Um die Motivation der Mitarbeitenden auf einem hohen Niveau zu halten, sollten Unternehmen auf dem Weg zum Arbeiten der Zukunft nicht bei hybriden Arbeitsmodellen Halt machen. Das mobile Arbeiten ist nur ein Schritt hin zu zukunftsgerichteten und attraktiven Arbeitsmodellen. Weitere Schritte sollten folgen. Dazu gehören beispielsweise das agile Arbeiten und die Implementierung eines sogenannten Cross-Border-Leadership, bei dem Zuständigkeiten nicht mehr von einer Region abhängig sind, sondern nach Kompetenzfeldern ausgewählt werden können. Beides gibt Arbeitgebern und Mitarbeitenden mehr Flexibilität und Entwicklungsmöglichkeit. 

Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen beschleunigt. Wichtig ist aber, dass Unternehmen nach dem Ende der Pandemie nicht in traditionelle Arbeitsmuster zurückfallen. Eine neue Geschichte der Arbeitswelt hat begonnen. Die Unternehmen sollten sie mitgestalten und zu einer Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten werden lassen.