KI im Banksektor: Hype oder Zukunft?

Ein Artikel von Banking Community Manager beim Software-Hersteller BSI | 13.02.2020 - 12:44

Mit einer entsprechenden Strategie für KI und Automatisierungsprozesse können enorme Ressourcen eingespart werden. Darüber hinaus bieten riesige Datenmengen der Banken ein Informationspotenzial, das durch Künstliche Intelligenz zur Kundenbindung und Bedürfniserkennung genutzt werden kann.

KI-Potenzial von Banken kaum ausgeschöpft

KI- Photocreo Bednarek_fotolia.com.jpg

Geldinstitute wenden KI im Regelbetrieb nur vereinzelt an © Photocreo Bednarek - Fotolia

Die Marktstudie „Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche“ der Unternehmens­­beratung Eurogroup Consulting (EGC) in ­Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes zeigt: Das Potenzial der KI wird von Banken bisher kaum ausgeschöpft. Lediglich 22 Prozent der Institute wenden KI im Regel­betrieb an, nur 12 Prozent der Unternehmen sind dabei, ihr Wissen in diesem Bereich auszubauen. Aktuell liegen Direktbanken und Kapitalverwaltungsgesellschaften mit mindestens einer KI-Lösung an der Branchenspitze. Das größte KI-Potenzial sehen Befragte im Backoffice, dem Produkt­bereich (50 Prozent) und Kunden (47 Prozent). Chatbots (38 Prozent) sind die meist verwendete Lösung, 32 Prozent nutzen ­Machine Learning. Über eine vollständig um­gesetzte KI-Strategie verfügt laut Studie bisher keines der beteiligten Institute. 

Fehlende Ressourcen und regulatorische Bedenken

Es gibt verschiedene Gründe für den mangelnden Einsatz von KI. Die größte Blockade liegt in einem Defizit an Expertise und Ressourcen, eine weitere in der Qualität der verfügbaren Daten. Dazu gesellen sich ­regulatorische Bedenken: Compliance-­Abteilungen agieren bei der Beurteilung von neuen Lösungen oft defensiv – immerhin steht bei einer möglichen Fehlberatung die Reputation der Bank auf dem Spiel. 

Umdenken ist gefragt

Rene Konrad Profil gross.jpg

René Konrad

Zur Betrugserkennung, zur Unterstützung von Vertrieb und Marketing sowie im Bereich Natural Language Processing wird KI aktuell bereits erfolgreich im Banksektor eingesetzt. Dadurch lässt sich beispielsweise das Kundenverhalten analysieren, konkrete Bedürfnisse können ermittelt werden. Hier geht jedoch noch mehr: Gerade der Aufbau von Ökosystemen mit Partnern aus anderen Branchen eröffnet neue Möglichkeiten, aktuellem und persönlichem Bedarf von Kunden mit exakt passenden Angeboten zu begegnen. So bieten etwa die Basler Versicherungen auf Basis der Marketing-Automation-Plattform BSI Studio zusammen mit dem führenden Schweizer Einrichtungshaus Pfister Kunden einen exklusiven Fiasko-Kasko-Rundumschutz, der alle bei Pfister gekauften Möbel für vier Jahre rundum absichert. Die Möglichkeiten sind demnach da. Sie in großem Stil zu nutzen erfordert ein Umdenken innerhalb des Banksektors und effektives Change-Management. 

Mit KI zu arbeiten erfordert ein Interesse daran, Technologie und Daten effizient zu nutzen. Hierzu ist nicht zwingend ein IT-Profi erforderlich: Moderne und intuitive Tools wie BSI Brains eröffnen ganz neue Personalisierungsmöglichkeiten im Kunden­beziehungsmanagement und ebnen auch Nicht-Informatikern den Zugang zu KI.