Payment Orchestration Provider

Ein Artikel von Daniel Smeds, CEO optile GmbH | 23.10.2019 - 11:49

Als Online-Zahlungen noch in den Kinderschuhen steckten, konnte den Händlern eine unzureichende Verwaltung der Zahlungssysteme noch vergeben werden. Im Zeitalter moderner Zahlungsplattformen geht das aber nicht mehr. Denn Händler verlieren Kunden am schnellsten, wenn der Einkaufsprozess zu kompliziert ist oder nicht funktioniert. 

Der Zahlungsmarkt boomt

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Fügen Zahlungsprozesse und Verbindungen harmonisch zusammen: POPs

Moderne Zahlungsanbieter wie Stripe und 2Checkout können Unternehmen mit einer Vielzahl an Banken und Zahlungsmethoden verbinden. Damit befreien sie Händler von der Last der Verwaltung ihrer Zahlungsabläufe. Zudem bieten neue Marktteilnehmer innovative und einfach zu bedienende Zahlungswerkzeuge an, die versprechen, den Händlern alle Herausforderungen im Zahlungsverkehr abzunehmen.  

Angesichts dieser vielfältigen Entwicklungen kann es für Händler gefährlich sein, zu glauben, dass es nur minimalen Aufwand erfordert, ein einfaches Zahlungssetup ­einzurichten. Getreu dem Motto: „Finden Sie einfach den Zahlungspartner, den Sie brauchen, und schon sind Sie fertig damit, sich um diesen Teil Ihres Geschäfts zu kümmern.“ 

Zahlungskomplexität kann zur Lawine werden

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Daniel Smeds

Große internationale Händler werden die Ersten sein, die ihren Händlerkollegen ­sagen: Je mehr euer Unternehmen wächst, desto wichtiger wird eure Beziehung zu Zahlungsprovidern. Um ihre Geschäfte ins Laufen zu bringen, stellen die meisten Händler zunächst eine Verbindung zu einem Payment-Service-Provider (PSP) her, der gerade genug Zahlungsmethoden und Banken im Portfolio hat, um ihre Bedürfnisse abzudecken. Vielleicht stellt dieser PSP sogar Werkzeuge für das Risiko­management sowie Analyse- und Opti­mierungsfunktionen zusammen. Damit scheint die Verwaltung der Online-Zahlungen erst einmal erledigt zu sein. Doch viele Fragen bleiben unbeantwortet.

Was passiert, wenn der Zahlungsprovider eines Händlers nicht mehr genau die Zahlungsmethode unterstützt, der seine Kunden vertrauen? Was ist, wenn der Zahlungsprovider während der Hauptgeschäftszeiten einen Systemausfall hat, der zu erheblichen Umsatzeinbußen für ein Unternehmen führt? Kann der Händler ­seine Zahlungen wirklich kontrollieren? Wird der PSP die Regionen abdecken, in denen der Händler expandieren will? Diese Fragen können Händlern Kopfschmerzen bereiten. Und sie haben noch nicht einmal alle Vorschriften und Compliance-Anforderungen berücksichtigt. In der Hoffnung diese Probleme zu lösen, verbinden sich die Händler mit einem oder mehreren Backup-PSPs. Meist verbinden sie sich mit dem Anbieter, der eine zukunftssichere Expansionsstrategie verspricht. Wenn ihr Unternehmen wächst, müssen sie neben anderen Werkzeugen auch eine leistungsfähigere Risikomanagementlösung integrieren. 

Natürlich denken Händler auch an ihre Kunden und wollen sich mit der beliebtesten neuen Zahlungsmethode verbinden, derjenigen, die ihre Zahlungsprovider noch nicht implementiert haben. Diese ­Lösung gibt den Händlern weiterhin das Gefühl, dass sie letztendlich für ihre Zahlungen verantwortlich sind. Doch das Gefühl täuscht. Nach dem Schneeballprinzip ist ein Chaos entstanden, das der Händler noch nicht bemerkt hat. Denn er hat damit begonnen, ein wachsendes Team von technischen Experten zu beschäftigen, die seine komplexe Zahlungsstruktur unterstützen. Der Schneeball rollt und wächst durch technischen Aufwand, Zeit und Geld zu einer Lawine der Zahlungskomplexität, die den Händler überrollt und von seinem Kerngeschäft abhält. 

Wann sind Zahlungen so komplex geworden?

Es gibt eine Konstante inmitten des Chaos: Unternehmen verlangen nach wie vor Zahlungslösungen, die sicher, kontrollierbar, einfach und kostengünstig sind. Der Zahlungsmarkt ist sich dieser Nachfrage bewusst und sieht seine Aufgabe darin, den Händlern mehr Auswahl in Form von besseren Funktionalitäten und Innovationen bereitzustellen. Doch bis heute gibt es keinen PSP, der alle Zahlungsherausforderungen für jeden Händler bewältigen kann. Egal wie umfassend die Dienstleistungen eines Payment-Providers sind, jedes ­Online-Geschäft benötigt seine eigene, maßgeschneiderte Zahlungslösung. Der Wunsch nach einer maßgeschneiderten Lösung setzt den Schneeball der Zahlungskomplexität erst in Bewegung. Er entsteht nicht nur wegen eines unreifen Marktes oder mangelnder Innovationen. Vielmehr ergibt sich die Zahlungskomplexität aus der Erkenntnis, dass Händler neue Zahlungspartner finden müssen, um die gewünschten individuellen Lösungen zu erhalten.

Zunehmender Bedarf an Zahlungsorchestrierung

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POPs treiben die Entwicklung des Zahlungsmarktes voran 

Was den Schneeball zum Schmelzen bringt hin zu einer erfolgreichen E-Commerce-Zahlungsmaschine, ist daher nicht unbedingt ein Alleskönner-PSP. Die Lösung heißt Payment Orchestration Provider (POP). Ein leistungsstarker, unabhängiger Partner für Händler, der ihre Zahlungsprozesse und Verbindungen harmonisch zusammenfügt und gleichzeitig ­aktuelle und künftige Zahlungsanforderungen lösen kann. 

Ein POP verfügt über eine cloudbasierte Software, die Unternehmen die Kontrolle über ihr Angebot an Zahlungssystemen und -prozessen gibt. Sie ermöglicht Händlern, flexibel in neue Märkte zu expandieren, ihre Zahlungssysteme und -prozesse zu optimieren sowie technische und operative Kosten zu senken. POPs bieten eine ganzheitliche Payment-Infrastruktur als Service, indem sie eine vollständige ­Aggregation des Zahlungsmarktes sowie benutzerfreundliche Anwendungen zur Zahlungsorchestrierung bereitstellen. ­Weiterhin bietet ein POP eine modulare Middleware, die auf bestehenden Zahlungs­infrastrukturen aufbaut und Händlern hilft, ihre Zahlungseinrichtungen zu optimieren und zu skalieren.

Ein POP ermöglicht es Händlern:

• sich flexibel an Marktveränderungen, Innovationen und Geschäftsanforderungen anzupassen,

• schnell in neue Märkte zu expandieren, um das globale Geschäftswachstum voranzutreiben,

• eine unabhängige Verbindung zu allen globalen oder lokalen Zahlungsmethoden oder Anbietern herzustellen,

• die betriebliche Komplexität der Inte­gration und Wartung der Zahlungsinfrastruktur zu eliminieren,

• Lock-ins, die von Zahlungsanbietern induziert werden, zu entfernen oder zu reduzieren,

• jede Zahlungslösung in ihrer eigenen Umgebung zu testen und zu vergleichen

• die volle Kontrolle über die Zahlungs­abwicklung über ein Portal zu haben

• Transaktionskosten zu verwalten und zu optimieren,

• ihren Endkunden ein nahtloses, provider­übergreifendes Zahlungserlebnis zu bieten.

Als ein einziger Touchpoint für die indi­viduellen Händlerbedürfnisse sind POPs die treibende Kraft, die die Entwicklung des Zahlungsmarktes vorantreiben. Das nächste Kapitel im Zahlungsverkehr steht noch nicht fest, aber mithilfe von POPs können wir bereits einen Ausblick geben: Das Kapitel wird die Überschrift Simplizität tragen.