SWIFT aktiviert sekundenschnelle Zahlungsausführung

Ein Artikel von red | 23.09.2019 - 13:44

Durch eine Kombination von GPI und nationalen Echtzeit-Zahlungsnetzwerken wird SWIFT zusammen mit den an SWIFT-GPI teilnehmenden Banken internationale Echtzeit-Zahlungen mit voller Gebühren- und Wechselkurstransparenz für Sender einer Zahlung ermöglichen und gleichzeitig die umfassende Verfügbarkeit grenzüberschreitender Echtzeit-Zahlungen weltweit sicherstellen.

Dieser technologische Fortschritt wird die Geschwindigkeit und Transparenz von GPI auf die Inlandsmärkte ausweiten und den Banken so die Möglichkeit bieten, ihre bestehenden Investitionen effizienter zu nutzen sowie gleichzeitig den Service für ihre Kunden weiter zu verbessern. Die Integration von GPI über die Banken in nationale Echtzeit-Zahlungssysteme erfolgt auf Basis der bestehenden Zahlungsverkehrsinfrastruktur, wodurch die Kosten für die Implementierung minimiert und Komplexitätsrisiken aus der Einführung neuer IT-Infrastrukturen vermieden werden.

Der Dienst wird allen Kundensegmenten der Banken zur Verfügung stehen, von großen multinationalen Unternehmen über kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) bis hin zu Privatkunden und E-Commerce-Plattformen. Dadurch stellt SWIFT sicher, dass alle Kundengruppen von den Vorteilen des Dienstes profitieren: Geschwindigkeit, Voraustransparenz von Gebühren und – für viele Kunden von großer Bedeutung – Vorhersehbarkeit über den Zeitpunkt der Gutschrift einer Zahlung auf dem Konto des Endbegünstigten.

Mehrere globale Pilotprojekte haben gezeigt, dass SWIFT in der Lage ist durch die Kombination von GPI mit nationalen Echtzeit-Zahlungssystemen internationale Zahlungen in wenigen Sekunden durchgängig (end-to-end) abzuwickeln.

  • Im Rahmen von erfolgreichen Tests mit der New Payments Plattform (NPP) in Australien betrug die Dauer der Zahlungsabwicklung zwischen Australien und China 18 Sekunden.
  • Bei einem Probelauf in Singapur mit dem Fast And Secure Transfers (FAST)-System, an dem 17 Banken aus sieben Ländern beteiligt waren, konnte die schnellste Zahlung in nur 13 Sekunden abgewickelt werden – und interkontinentale Zahlungen innerhalb von 25 Sekunden.
  • Erst jüngst wurde ein weiteres Pilotprojekt in Europa mit der Europäischen Zentralbank (EZB), SWIFT und einer Gruppe von 19 Banken, die Nutzer der TARGET Instant Payments Settlement-Plattform (TIPS) sind, abgeschlossen. In diesem Rahmen wurden Tests mit zwölf Banken durchgeführt, die grenzüberschreitende Zahlungen aus neun Ländern (Australien, China, Deutschland, Hongkong, Italien, Niederlande, Russland, Thailand und USA) über fünf Banken nach Europa schickten. Dabei hat eine Zahlung aus Singapur, die über Deutschland abgewickelt und dem Konto des Endbegünstigten gutgeschrieben wurde, bereits eine Geschwindigkeit von 41 Sekunden erreicht, wobei noch weitere Fortschritte im Rahmen des Rollout des globalen Sofortdienstes erwartet werden.

„Bei SWIFT arbeiten wir an einer Zukunft, in der grenzüberschreitende Zahlungen so komfortabel sind wie inländische. Es ist an der Zeit, dass sich die gesamte Branche zusammenfindet, um die Gelegenheit zu nutzen, einen globalen Echtzeit-Zahlungsdienst aufzubauen. Wir werden mit den an den Pilotprojekten beteiligten Marktinfrastrukturen darüber diskutieren, wie man den Live-Betrieb vorantreiben kann und laden alle nationalen Echtzeit-Zahlungssysteme ein, an dieser spannenden Initiative teilzunehmen. Die Technologie ist vorhanden, hat sich bewährt und ermöglicht nun den nächsten Schritt: Grenzüberschreitende Zahlungen können ebenso schnell sein wie inländische. Das ist jetzt schon Realität.“, erklärte Harry Newman, Head of Banking bei SWIFT.

SWIFT GPI hat bereits bewiesen, dass es schnell ist – durch die Kombination mit Echtzeit-Zahlungssystemen kann es noch schneller werden und darüber hinaus einige der verbliebenen Herausforderungen lösen: Zu nennen sind hier vor allem die Unabhängigkeit von Zeitzonenunterschieden und lokalen Cut-Off-Zeiten in Empfänger-Ländern.

Christof Hofmann, Global Head of Payments and Collection Products, Cash Management bei der Deutschen Bank

„Das Pilotprojekt zeigt, dass die durch TIPS ermöglichte, jederzeitige Verfügbarkeit von Zentralbankgeld nicht nur für Echtzeit-Zahlungen innerhalb der EU, sondern auch für grenzüberschreitende Zahlungen mit Empfängerkonten außerhalb der EU genutzt werden kann. Die im Rahmen des Projektes gemessene Verarbeitungsgeschwindigkeit betrug weniger als 60 Millisekunden. Wenn die TIPS-Teilnehmer die Einführung von GPI unterstützen, würde das Eurosystem die notwendigen Änderungen an TIPS berücksichtigen, gegebenenfalls über das SCTinst System hinaus.“ fügte Ignacio Terol, Deputy Head of Division Market Infrastructure Development bei der EZB, hinzu.