SEPA: Probleme beim Boarding

 
25.11.2008
 

Wohin geht die Reise im einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr? – diese Frage beschäftigte führende Zahlungsverkehrs-Experten sowohl auf der internationalen Sibos-Konferenz in Wien als auch beim Usermeeting der Zahlungsverkehrs-Spezialisten ABK und EFiS in Dreieich bei Frankfurt. Erklärungen für den bisher eher enttäuschenden Anteil der SEPA-Zahlungen von unter einem Prozent setzten in erster Linie an den unterschiedlichen Datenformaten sowie Kommunikations- und Sicherheitsstandards an der Kunde-Bank-Schnittstelle an.

Am 28. Januar 2008 haben die europäischen Banken den Start für den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum SEPA (Single Euro Payments Area) freigegeben. Seit diesem Tag können europäische Unternehmen und Verbraucher die SEPA-Überweisung nutzen, die vor allem bei Überweisungen ins Ausland Vorteile wie kürzere Laufzeiten und bessere Möglichkeiten zur Übermittlung von Verwendungszweck-Informationen bietet. Die Akzeptanz der neuen SEPA-Überweisung ist bisher jedoch noch gering. "Weniger als ein Prozent der täglich über 87 Millionen Überweisungen in Deutschland sind SEPA-Überweisungen", weiß Jürgen Ortmann, Vorstand des Zahlungsverkehrs-Spezialisten EFiS Financial Solutions AG in Dreieich. "Welche Hindernisse auch angesichts des Starts der europäischen SEPA-Lastschrift im November 2009 noch auszuräumen sind, war deshalb ein wichtiges Thema auf der Konferenz und Fachmesse Sibos (SWIFT International Banking Operations Seminar), einem der wichtigsten Branchentreffen für Zahlungsverkehrs-Experten."

Den langsamen Take-off der SEPA-Überweisung wurde von den Experten auf der Sibos auf die Vielzahl beteiligter Interessengruppen zurückgeführt. "Einige auf diesem Flug fragen sich, ob alle an Bord in die gleiche Richtung fliegen“, sagte Geoffroy de Schrevel, Head of EMEA banking initiatives bei SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication). "Manche wissen nicht einmal, ob sie sich in der Business-Klasse oder auf einem Schleudersitz befinden." Michael Steinbach, Vorstandsvorsitzender des Zahlungsverkehrs-Dienstleisters equens ergänzte: "Für einen erfolgreichen Flug braucht man nicht nur einen Piloten, sondern auch einen Kopiloten und Kabinenpersonal." Auch bei der SEPA-Umsetzung sei die Mitarbeit der europäischen Zentralbank, der EU-Kommission, der Banken und der Kunden erforderlich, um das avisierte Ziel eines einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums zu erreichen.

Wer selbst einmal den SEPA-Zahlungsverkehr ausprobieren will, dem bieten die Firmen EFiS Financial Solutions und ABK Systeme gemeinsam mit ibi research an der Universität Regensburg einen kostenlosen Testflug an. Unter www.jungfernflug.ibi.de ist das kostenlose Ticket für den SEPA-Testflug erhältlich. Als kleines Dankeschön bitten die Unternehmen die Passagiere lediglich darum, ihre Erfahrungen mit dem SEPA-Flug zurückzumelden. "Sie ermöglichen es uns damit, auch zukünftig strukturierte Auswertungen über den Stand der SEPA-Umsetzung zu erstellen, und tragen damit insgesamt zur Verbesserung des SEPA-Zahlungsverkehrs bei", plädiert Thomas Krabichler, Projektleiter bei ibi research, an die Teilnehmer. Weitere Infos gibt es unter ibi.de.

jtw