Fokus auf Bankdienstleistungen: Postbank übernimmt 277 Filialen der Deutschen Post

 
30.06.2010
 

Die Postbank übernimmt zum 1. Juli 2010 277 Filialen der Deutschen Post. Die Postbank hat derzeit ein Netz von rund 850 Filialen bundesweit. Eine entsprechende Vereinbarung haben beide Vertragsparteien geschlossen.

Davon sollen vor allem die rund zwei Millionen Kunden der Postbank profitieren, die diese Filialen schon bislang genutzt haben. Für sie werden laut der Postbank die Standorte gesichert. In den Filialen sollen zudem künftig die Bankdienstleistungen stärker in den Vordergrund gestellt und so die Betreuungs- und Beratungskapazitäten für die Postbank Kunden erweitert werden.

Mittelfristig will die Postbank ihr Angebot in den neuen Filialen um Dienstleistungen rund um die persönliche Infrastruktur, wie etwa Strom- und Gasverträge, oder Telekommunikationsangebote erweitern.

Die Postbank will mit der Übernahme der neuen Filialen die Neuausrichtung ihres Privatkundengeschäftes im Rahmen des Strategieprogramms Postbank4Future weiter umsetzen. Dieses ziele darauf ab, die Position der Postbank als führende deutsche Privatkundenbank in einem veränderten Wettbewerbsumfeld nachhaltig zu festigen.

Neben den nun mehr als 1.100 eigenen Filialen ist sie in mehr als 4.500 Partner-Filialen der Deutschen Post präsent. Mit Bargeld können sich die Kunden an rund 1.800 eigenen Geldautomaten und an insgesamt über 9.000 Geldautomaten der Cash-Group versorgen. Dazu gehört auch der Bargeldbezug an derzeit etwa 1.200 Shell Tankstellen.

Hans-Peter Schmid, im Postbank Vorstand für die Filialen zuständig, erklärte zum Abschluss des Vertrages mit der Deutschen Post: "Die Postbank verfügt über eine im deutschen Markt einzigartige Vielfalt und Dichte der Zugangswege für ihre Kunden. Während andere Häuser Filialen schließen, um Kosten zu sparen, bauen wir unser Netz an eigenen Standorten im Interesse unserer Kunden weiter aus, und zwar sowohl in den Ballungszentren als auch in der Fläche. Damit lösen wir auch das Service-Versprechen ein, das wir mit unserem Strategieprogramm ŽPostbank4Future` gegeben haben. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, durch eine stärkere Betonung des Bankgeschäftes in den von der Deutschen Post übernommenen Filialen zusätzliche Ergebnisbeiträge zu generieren."

Mitarbeiter bleiben bei Deutscher Post


Daneben will die Postbank künftig mindestens 1.000 Partner-Filialen der Deutschen Post, die Finanzdienstleistungen der Postbank anbieten, als Premiumpartner betreuen. Das Premiumpartner-Modell wird seit Anfang des Jahres in Kooperation mit der Deutschen Post praktiziert.

Aus beiden Maßnahmen - der Übernahme der zusätzlichen Filialen und der Anwendung des Premiumpartner-Modells - erwartet die Postbank nach einer Anlaufphase, die für Investitionen in den Aus- und Umbau der Filialen mit Schwerpunkt Bankgeschäft sowie zur Schulung der betroffenen Mitarbeiter genutzt werden soll, positive Ergebnisbeiträge.

Bei der Vereinbarung zwischen Postbank und Deutscher Post zur Übernahme der Filialen handelt es sich nicht um einen Kauf im klassischen Sinne, ein Kaufpreis wird daher nicht gezahlt. Vielmehr wurden die Filialen im Rahmen einer langfristig vereinbarten Kooperation durch die Postbank übernommen.


Die Postbank übernimmt außerdem die Mietverträge der betreffenden Standorte. Postbank und Deutsche Post sind sich darüber einig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Filialen ihre bisherige Tätigkeit fortführen, bei der Deutschen Post beschäftigt bleiben.

rh