Im Sommer 2009 führte die FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, in Kooperation mit der FERNBACH-Software AG eine Umfrage zum Thema Multi-GAAP Reporting unter besonderer Berücksichtigung von IFRS und BilMoG durch. Die Umfrage fand unter Leitung von Prof. Dr. Wilfried Lux, Leiter des Kompetenzzentrums Finanzen und Controlling der FHS St. Gallen, statt.
Die Studie untersuchte, nach welchen Rechnungslegungs-standards Finanzinstitute in Deutschland, Österreich und der Schweiz derzeit bilanzieren und welche Bedürfnisse und Herausforderungen die Controlling-Verantwortlichen hinsichtlich der IFRS-Bilanzierung für die kommenden zwei Jahre erwarten. Zentrale Erkenntnis: Mehr als ein Drittel, nämlich 36 Prozent der Befragten Banken in Deutschland, empfinden die Kosten ihrer derzeitigen IFRS-Lösungen als zu hoch, und 42 Prozent sind mit der Leistung ihrer aktuellen Programme zur Erstellung einer Rechnungslegung nach IFRS nicht zufrieden. Am meisten Kritik ernten die Systeme bei der Erfassung von Hedging und strukturierten Produkten, also genau die Bereiche, die derzeit aus Regulierungssicht besonders kritisch geprüft werden.
Daher, so eine weitere Erkenntnis der Studie, plant die Mehrheit der Befragten bereits für das kommende oder darauffolgende Jahr ein neues IFRS-Projekt, das die Schwächen vorhandener IFRS-Lösungen kompensieren soll. Immerhin 88 Prozent der Stichprobe bilanzieren neben HGB auch nach IFRS. Prof. Dr. Lux zeigt sich überrascht: "Wir haben damit gerechnet, dass es eine gewisse Unzufriedenheit gerade bei der korrekten Aufbereitung der IFRS-Daten in den Bereichen Hedging und strukturierte Produkte gibt, aber das Ausmaß der Unzufriedenheit ist bemerkenswert. Zu begrüßen ist, dass die Probleme erkannt sind und sich die Controlling-Abteilungen um schnelle Abhilfe bemühen."
mog