Am 8. November 2011 richtete die Börse Stuttgart einen Kongress zur EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) aus. Für Referent Carsten Ostermann von der EU-Kommission ist die Überarbeitung der Richtlinie notwendig für den Anlegerschutz.
Mehr als 100 Experten diskutierten den aktuellen Sachstand und die Umsetzung der Richtlinie in Banken, Börsen und Behörden. Im Fokus stand dabei unter anderem der Entwurf der Europäischen Kommission zur Überarbeitung der Richtlinie.
Eine Novellierung der Richtlinie war erforderlich geworden, da beispielsweise der Hochfrequenzhandel in der ursprünglichen Richtlinie von 2007 noch keine Rolle spielte. Insbesondere der Liquiditätsbeitrag solcher Handelsmodelle sei bei der Novellierung kontrovers diskutiert worden, erläuterte Carsten Ostermann aus dem Referat Wertpapiermärkte der Europäischen Kommission in seinem Vortrag.
Dabei gehe es jedoch um Liquidität, die den Anlegern auch zu Gute komme, unterstrich Ostermann. Die Überarbeitung sei ein notwendiger Schritt im Sinne des Anlegerschutzes gewesen. „Kein Bereich soll unreguliert bleiben“, so Ostermann. Zentral sei dabei unter anderem eine Ausweitung der Transparenzvorschriften über den Aktienbereich hinaus gewesen.
Bei der Novellierung sei dennoch Augenmaß gewahrt worden. „Es ist selbstverständlich nicht zielführend, die Liquidität bei wenig liquiden Werten zusätzlich zu bremsen“, so Ostermann.
msw