Im Zuge der Globalisierung werden aufgrund geringerer Personalkosten Entwicklungs- und Wartungsarbeiten vermehrt in Niedriglohnländern ausgeführt, beispielsweise in Osteuropa oder Asien. Die Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, befragte IT-Service-Anbieter, ob sie ihren Kunden solche Services anbieten, und wenn ja, ob die Arbeit an eigene oder externe Kapazitäten delegiert wird. 41 Prozentbejahten diese Frage, 32 Prozent verneinten sie. 27 Prozent gaben keine Antwort.
Partnerschaften abgeschlossen oder arbeiten mit anderen Dienstleistern.Von denjenigen Unternehmen, die Nearshore-/Offshore-Kapazitäten im Portfolio führen, setzt mit 67 Prozent das Gros auf unternehmensinternes Delegieren, das heißt, die Auslagerung an Tochter- oder Schwestergesellschaften in Niedriglohnländern. 13 Prozent haben dafür Partnerschaften abgeschlossen oder arbeiten mit anderen Dienstleistern zusammen. 20 Prozent verfügen sowohl über eigene als auch externe Kapazitäten im Angebot.
„Der Anteil ausgelagerter Dienstleistungen ist noch nicht besonders hoch – 2009 betrug er 11,5 Prozent am Projektumsatz“, stellt Thomas Lünendonk, Inhaber der Lünendonk GmbH, fest. „Doch geht es nach den befragten IT-Service-Anbietern, soll sich dies ändern: Noch im Jahr 2010 soll der Anteil auf 12,0 Prozent steigen, mittelfristig (bis 2015) wollen die Befragten 15,5 Prozent erreichen.“
Dies ist ein Ergebnis der Lünendonk-Studie 2010 „Führende ITBeratungs-, IT-Service- und Standard-Software-Unternehmen in Deutschland“ der Lünendonk GmbH. Sie bietet eine der vollständigsten Übersichten über drei Kernbereiche der Informationstechnologie (IT) in Deutschland.
Umfangreiche Kennzahlen, Auswertungen und Interpretationen zu den Themengebieten IT-Beratung und Systemintegration, IT-Service und Standard-Software gewähren tief gehende Einblicke. Daten und Fakten aus diesen einander überlappenden Teilmärkten bieten sowohl Vergleichsmöglichkeiten als auch einen Überblick. Deshalb gilt diese Lünendonk-Studie als jährliches Standardwerk über den deutschen IT-Markt.
Die Lünendonk GmbH bat die befragten Unternehmen auch in der diesjährigen Studie wieder, anhand einer Liste von neun vorgegebenen Optionen zu beurteilen, welche Kriterien (Mehrfachnennungen) ihrer Meinung nach ihre Kunden bei der Auftragsvergabe am meisten beeinflussen. Deutlich an erster Position befindet sich 2010 das Kriterium „Preis, Preis-Leistung“ mit 62 Prozent der Stimmen.
Daran schließen „Erfahrung, Referenzen“ und „Fachkompetenz“ mit jeweils 48 Prozent an. Die Option „Branchenkompetenz“ wählten 45 Prozent der Teilnehmer. Im zweistelligen Prozentbereich liegen außerdem „Qualität“ und „Flexibilität, Verfügbarkeit“ (je 31 Prozent) sowie „Vertrauen“ mit 21 Prozent. „Der Sprung bei der Bewertung der Option „Preis, Preis-Leistung“ von 50 Prozent im Vorjahr auf aktuell 62 Prozent ist angesichts des durch die Wirtschaftskrise verursachten Kostendrucks kaum verwunderlich“, merkt Thomas Lünendonk an.
jz