HP-Studie: Banken verändern ihr Geschäftsmodell durch BPO

 
28.02.2011
 

Europas Banken setzen auf das Auslagern von Geschäftsprozessen (Business-Process-Outsourcing/BPO), um ihr Geschäftsmodell zu verändern. Das ist das zentrale Ergebnis einer HP-Studie unter 180 IT-Verantwortlichen von Retailbanken aus Deutschland, Skandinavien, Spanien, dem Vereinigten Königreich, den Benelux-Staaten und der Schweiz.


Die Umfrage untersuchte aktuelle Marktanforderungen von Banken und deren Einsatzmöglichkeiten von BPO. Demnach beabsichtigen 44 Prozent der Befragten, BPO als zentralen Hebel zur Veränderung ihres Geschäftsmodells einzusetzen. Alle befragten Banken haben bereits Erfahrungen mit der Auslagerung von mindestens einem Geschäftsprozess gemacht. Die Studie stellte HP jüngst anlässlich der europäischen Fachkonferenz „HP Financial Services Summit“ in Frankfurt am Main vor.


Die europäischen Banken sehen sich mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert: Die Mehrheit der befragten IT-Entscheider (91 Prozent) geben dabei dem Ausbau ihres Stammkundengeschäfts die höchste Priorität. Europaweit planen jedoch nur 16 Prozent der Banken, diesen Bereich mit Hilfe von Prozessauslagerungen zu optimieren. Ebenso haben die Steigerung der Unternehmensagilität (88 Prozent) sowie die Optimierung des Geschäftsmodells (76 Prozent) eine hohe Bedeutung.


Eine im europäischen Vergleich hohe Priorität sehen die deutschen Retailbanken im Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit in den neuen Märkten der Schwellenländer.


Gerade deutsche Banken setzen BPO unterschiedlich ein, haben jedoch auch differenzierte Vorstellungen über dessen Nutzen und potenzielle, neue Geschäftschancen:
- 20 Prozent der Befragten deutscher Banken erwarten höhere Einnahmen durch BPO im Bestandskundengeschäft. Damit sind ihre Erwartungen doppelt so hoch wie die des europäischen Durchschnitts (10,6 Prozent).
- 40 Prozent der deutschenFinanzinstitute nutzen BPO für die Kreditkartenverwaltung. Dereuropäische Durchschnitt liegt hier bei 26 Prozent.
- 28 Prozent der deutschen Banken nutzen BPO für die Kreditkartenausgabe. Der europäische Durchschnitt liegt bei 42 Prozent.
- Gefragt nach dem gewünschten Wertschöpfungsbeitrag von BPO gaben die Führungskräfte der deutschen Finanzinstitute an, dass sie sich davon eine kosteneffiziente Servicebereitstellung (40 Prozent) sowie eine Risikominimierung (36 Prozent) erhoffen.


Alle Befragten versprechen sich von BPO eine Unterstützung bei der Konsolidierung, Zugang zu prozessorientierter Expertise und bereits bewährten Methoden („Best Practices“) sowie eine Umstellung der Kosten von einem Fixkosten- zu einem variablen, transaktionsbasierten Abrechnungsmodell.


„Laut dieser Studie sehen zwei Drittel der europäischen Banken BPO als Weg zu größerer -unternehmerischer Agilität, indem sie Kernprozesse neu ausrichten, vereinfachen und automatisieren“, erklärt Rachael Stormonth, Senior Vice President des Analystenhauses Nelson Hall. „Das Auslagern von ausgewählten Geschäftsprozessen wird für Banken zum Treiber des Wandels, um im Finanzsektor ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern.“


„Europäische Banken verfolgen konsequent das Ziel, ihren Umsatz zu steigern, indem sie die Geschäftsbeziehungen zu ihren Bestandskunden ausbauen“, sagt Ian Coventry, Director Worldwide Financial Process Management und BPO-Experte bei HP Enterprise Services. „Diese Banken wissen bereits, dass BPO die Agilität ihres Unternehmens verbessert, bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Wir unterstützen Banken mit unserer Erfahrung in der Auslagerung von Geschäftsprozessen, um den Kundenservice zu optimieren, das Cross- und Up-Selling zu steigern sowie neue Finanzprodukte schneller auf den Markt zu bringen.“


Die Studie


Die Studie wurde von Nelson Hall, einem auf Geschäftsprozessoutsourcing spezialisierten Analystenhaus, im Auftrag von HP erstellt. Ende 2010 befragte Nelson Hall dazu 180 Führungskräfte von Privatkundenbanken in Benelux, Frankreich, Deutschland, Skandinavien, Spanien, der Schweiz und im Vereinigten Königreich. Während der Untersuchung wurde HP nicht als Auftraggeber genannt. Die Interviews waren speziell auf bankspezifische Prozessdienstleistungen ausgerichtet. Die Untersuchung definiert BPO als Auslagerung von Geschäftsfunktionen oder -prozessen und beinhaltete somit ausdrücklich nicht das Outsourcing von IT-Dienstleistungen.



hi