Wie selektieren Sie?

 
Heft 5/2011
 

Rating/Scoring.Nicht nur wegen MaK/MaRisk und Basel II/III, sondern auch wegen der Wettbewerbsfähigkeit müssen Geldinstitue ihre Kreditentscheidungen auf Basis objektiver Kriterien treffen. Das geschieht mit modernen Rating- und Scoringverfahren sowohl im Privatkunden- als auch im Firmenkundengeschäft. Kaum jemand käme dabei heute wohl noch auf die Idee, die hierzu erforderlichen Daten händisch zu sammeln und aufzubereiten. Dazu gibt es ausgereifte Software.

Fragt sich nur: Welche Software ist für das jeweilige Geldinstitut passend? Diese Frage kann hier beim besten Willen nicht entschieden werden. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen an das einzelne Institut. Wer auf ein neues System wechseln will ist deshalb gut beraten, externes Know-how in Anspruch zu nehmen. Dies wird sowohl von den zahlreichen Softwareanbietern als auch von Beratungsunternehmen angeboten. Bei den Softwarefirmen gibt es die Beratung zwar häufig kostenfrei, doch stets natürlich in gewisser Weise pro domo. Neutraler sind da schon die Consulter. Am besten solche, die auf diese Themen spezialisiert sind. Natürlich gibt es auch Rat in Sachen Softwareauswahl von den großen Verbänden und deren Ablegern im Beratungsbereich. Hier muss jede Bank selbst abwägen, wem sie eher das Vertrauen schenkt.

Last, but not least bieten auch die großen Auskunfteien wie beispielweise die SCHUFA ihre Unterstützung in Sachen Scoring an. Hier hat in der Vergangenheit ein Wandel vom reinen Informationslieferanten zum Systemlöser stattgefunden. Vorteil der Auskunfteien: Sie können sowohl das externe Datenmaterial als auch die Programme zur Aufbereitung bereitstellen.

Was die Softwareanbieter anbelangt, ist der Markt hier sehr breit gestreut. Es kommen ausgewiesene Spezialisten zum Thema infrage wie etwa e.stradis, RSU oder Bosch Software Innovations. Genauso gut kann man aber auch bei einem Anbieter von Kreditsoftware (Abit, afb, Immodata, Subito) oder Bankensoftware sowie Business Intelligence und Data Mining (SAP, SAS, IBM, Micro Strategy, Comarch, Teradata) fündig werden. Nicht zuletzt enthalten auch einige Gesamtbanklösungen Module hierfür.

Ganz gleich, wie man sich auch entscheidet: Jede standardisiert Lösung mit IT-Unterstützung ist in jedem Fall der persönlichen Intuition des Bankberaters vorzuziehen. Denn sie ist objektiv, nachvollziehbar, statistisch abgesichert und in aller Regel auch schneller, effizienter und kostengünstiger. Am teuersten ist nämlich immer noch die aufgrund persönlicher „Bauchgefühle“ getroffene Fehlentscheidung. Allerdings ist auch klar: Jede Entscheidung ist immer nur so gut wie die Information, auf der sie beruht. Also ist Datenqualität und Datenaufbereitung besonders wichtig.

Autor: Erwin Ströbele

Fallbeispiel: TeamBank

 

Die TeamBank AG hat sich für die Geschäftsregelplattform Visual Rules von Bosch Software Innovations entschieden. Die Plattform automatisiert die Verfahren zur Kreditwürdigkeitsprüfung (Scoring) und Bonitätseinstufung (Rating) für den Ratenkredit easyCredit und unterstützt somit den gesamten Kreditentscheidungsprozess. „Mit Visual Rules optimieren wir die bereits hochautomatisierten Entscheidungssysteme im gesamten Kreditmanagementprozess. Die grafischen Regelmodelle sind intuitiv bedienbar und können im laufenden Betrieb unterbrechungsfrei getauscht werden. Beides zusammen gab für uns den entscheidenden Ausschlag, eine Unternehmenslizenz dieser Plattform zu erwerben. Visual Rules hilft uns, schnell und flexibel auf den Markt und neue Risiken zu reagieren“, sagte Christoph Holtschmit, Bereichsleiter Risikomanagement bei easyCredit.

Aktuell wird mit Visual Rules bei easyCredit der komplette Kreditentscheidungsprozess implementiert. Hierzu gehören unter anderem die Scorecards, das heißt eine Zusammenstellung von Kennzahlen (Scores) zur Risikobeurteilung, die Haushaltsrechnung und die Prüfung aller rechtlichen und firmeninternen Richtlinien. Die Anbindung externer Datenquellen für Kreditauskünfte und externe Scores wird genutzt, um die Prüfung differenziert zu gestalten und die Zuverlässigkeit der Risikoprognosen zu erhöhen. „Die Regeln verdichten Auskunftei-Informationen und erweitern das Einsatzspektrum der Plattform“, erklärte Dr. Michael Friedrich, Projektleiter bei Bosch Software Innovations. Zudem befähige Visual Rules die Fachexperten, die Pflege ihrer jeweiligen Scoring- und Ratingmodelle selbst zu übernehmen. Die auf Visual Rules basierende easyCredit-Anwendung steht allen Banken der genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken online und im Filialgeschäft zur Verfügung.

Scoring

 

Was genau ist Scoring? Wie und wo wird es eingesetzt? Wem nutzt der Einsatz solcher Verfahren? Reichlich Infos sowie Lernprogramme zum Thema stellt die SCHUFA auf folgender Webseite bereit:

Branchenguide 2011
CallCenter for finance 2011
CallCenter Verband