Von Triple A zu Trouble A?

 
Heft 3/2010
 
Von Triple A zu Trouble A?
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Autor: Lutz Logemann ist Senior Partner bei EXMACO AG Deutschland und Mitglied im International Bankers Forum e.V.

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privat,

Toxische Wertpapiere.Die Diskussionen und Vorschläge zur Behandlung der toxischen
Wertpapiere und zum Risikomanagement halten seit Ausbruch der Finanzkrise unvermindert an.
Bei den Banken liegen aber nach wie vor viele Wertpapierbestände, deren tatsächlicher Wert
weit unter dem Buchwert liegt. Aber was tun mit den Beständen?

Banken gehen das Problem im Umgang mit diesen Portfolien immer noch nicht konsequent genug an. Die toxischen Wertpapiere müssen jedoch zentral und pragmatisch gesteuert werden. Es ist daher sinnvoll, dass jedes Finanzinstitut eine individuelle Konzeption zur Steuerung der toxischen Wertpapiere erarbeitet, deren Voraussetzung eine umfassende Darstellung des aktuellen Wertpapierportfolios ist.

Nur dann können pragmatische und politische Entscheidungen getroffen werden, die von der künftigen Strukturierung des Portfolios bis hin zu einer eventuellen Finanzierung des Finanzinstituts durch den Staat reichen.

Offenlegung des Bestands

Da nahezu alle Geschäftsbereiche betroffen sind, muss die Steuerung als Querschnittsaufgabe etabliert werden und – unter Leitung des CRO – aus einem bereichsübergreifenden Team mit Vertretern aus Capital Markets, Quantitatives Research, Treasury und Finanzen bestehen.

Die Konzeption umfasst drei Punkte:

▷Offenlegung des Wertpapierbestands,

▷Erarbeitung eines Maßnahmenplans,

▷Etablierung einer Risikokultur.

Die Offenlegung des gesamten Wertpapierbestands führt zu einem vollständigen Überblick über den tatsächlichen Umfang der eingegangenen Risiken. Dazu ist es erforderlich, dass die zu verwendenden, finanzmathematischen Bewertungsmodelle sowie die entsprechenden Annahmen konsistent zur eigenen Risikophilosophie sind.

Anschließend werden das Zielportfolio und die erforderlichen Maßnahmen definiert: Welche Positionen werden abgebaut, welche werden abgesichert und welche werden aufgebaut? Gleichzeitig muss eine Plattform für das Risikomanagement etabliert werden, das auf einheitlichen und konsistenten Daten und Methoden basiert. Mit geeigneten Kommunikations- und Entscheidungsprozessen muss dann auf allen Ebenen ein dauerhaftes Verständnis der Treiber und der Bewertungen der Risiken erreicht
werden.

Risikokultur als Grundlage

Erst dadurch reden alle Beteiligte über dasselbe. Die relevanten Risikoinformationen, die den internen Bereichen zur Verfügung gestellt werden, reichen von einem groben Gesamtüberblick (Cockpit) bis hin zu detaillierten Limitvorgaben.

Der CRO sorgt auch für eine Risikokultur. Darin muss das Risikomanagement nicht als Bremsklotz, sondern als Bestandteil der täglichen und strategischen Diskussionen betrachtet werden. Dafür bedarf es neben den prozessualen Maßnahmen auch einer eindeutigen, unternehmensweiten Definition der grundsätzlichen
Risikotolerenz (Risiko-Ertrags-Verhältnis), der Risikoverantwortung und der Risikoüber-
wachung.

Die tatsächliche Umsetzung ist allerdings – bei allen organisatorischen Möglichkeiten – in
einem starken Maße von der Erfahrung der Mitarbeiter und der Anwendung des gesunden Menschenverstands abhängig.

Autor: Lutz Logemann

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