Statement: SEPA was kommt danach?

 
Heft 2/2009
 
Statement: SEPA  was kommt danach?
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Dr. Karl-Heinz Werner, Senior Manager Business Development DCI / IDM, Beta Systems: “Auch bei der Bezahlung mit mobilen Endgeräten wird an einem SEPA basierten Micro-Payment-Verfahren gearbeitet.“

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Beta Systems Software AG

SEPA basiert auf den drei Säulen „Credit Transfer (SCT)“, „Direct Debit (SDD)“ und „Card Framework (SCF)“.

SCT ist europaweit seit dem 28. Januar 2008 im Einsatz und hat inzwischen ein Volumen von zwei Prozent erreicht. Darin sind auch die über die FrontCollect-Lösung von Beta Systems abgewickelten beleghaften SCT-Transaktionen im In- und Ausland enthalten.

Für die Einführung des SDD müssen erst die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu müssen die Regelungen der „Payment Service Directive (PSD)“ in nationales Recht in den SEPA-Ländern umgesetzt werden. Dies soll bis Ende Oktober 2009 geschehen, so dass SDD ab dem 1. November 2009 zum Einsatz kommen kann.

Der termintreuen Einführung des SDD stehen jedoch auch Widerstände entgegen. Derzeit sind nicht alle Fragen zum Interbankenentgelt (Multilateral Interchange Fee) für SDD geklärt. Hintergrund der Debatte sind unterschiedliche Ansichten des European Payment Councils EPC und der Europäischen Kommission für ein langfristiges SDD-Businessmodell. Die Europäische Zentralbank entwickelte hierzu einen Lösungsvorschlag und fordert darin beide auf, bis Ende des ersten Quartals 2009 eine Lösung zu finden.

Versicherungen und andere Finanzdienstleister würden es sehr begrüßen, wenn ein bestehendes Lastschriftmandat nach altem deutschem Recht auf Basis einer (noch zu treffenden) allgemeinen gesetzlichen Regelung durch eine einfache Mitteilung des Zahlungsempfängers in das neue SEPA-Lastschriftmandat überführt werden könnte. Dieser Automatismus würde helfen, die hohe Zahl an alten Lastschriftmandaten mit moderatem Aufwand in die SEPA-Welt zu überführen und damit die Akzeptanz des neuen Verfahrens erhöhen. Eine baldige Klärung dieser Fragen ist wünschenswert, da SDD für den Verbraucher und die ZV-Industrie viele Vorteile bietet. Zum Beispiel ermöglicht die bei SDD vorgesehene Vorankündigung von Abbuchungen (fünf Tage beim ersten Mal, zwei Tage bei Folgebuchungen) eine effektive Liquiditätssteuerung beim Zahlungspflichtigen. Dazu informiert die Zahlstelle den Kunden („Additional Optional Service“) über bevorstehen-
de Zahlungen und der Kunde kann die benötigte Liquidität steuern.

Der Onlinehandel steigt kontinuierlich an. Die Europäische Zentralbank hat den EPC gebeten, die Grundlagen für ein SEPA-Online-Payment-Verfahren bis Ende 2009 zur Verfügung zu stellen. Auch bei der Bezahlung mit mobilen Endgeräten wird an einem SEPA basierten Mikro-Payment-Verfahren gearbeitet. Der EPC hat mit den europäischen Mobilfunkunternehmen Mitte 2008 ein entsprechendes Kooperationsverfahren vereinbart.

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