Spanien in Vorreiterrolle

 
Heft 5/2009
 

Spanier signieren eigenhändig.In spanischen Sparkassen wird seit Anfang 2009 immer öfter
papierlos unterschrieben nach wie vor mit der eigenhändigen Unterschrift, doch wird diese direkt beim Unterschreiben digitalisiert.

Das Projekt der Konföderation der spanischen Sparkassen (Confederación Española de Cajas de Ahorros, CECA) wird geleitet von der Kommission für die Organisation und Automatisierung von Dienstleistungen (COAS).

Seit Jahren automatisieren die spanischen Sparkassen mit viel Erfolg die Prozesse in ihren Filialen. Bis vor kurzem musste jedoch noch für viele Vorgänge, die eine Unterschrift des Kunden benötigen, Papier ausgedruckt werden. Diese Dokumente wurden teilweise auch noch in Papierform archiviert, was wiederum eine umständliche Recherche zur Folge hatte, falls das archivierte Dokument wieder benötigt wurde.

Hauptziel des Projektes „Firma Digitalizada“ („elektronisches Unterschreiben“) ist die Reduzierung des Papiereinsatzes in den Filialen durch direkte Erfassung biometrischer Daten der eigenhändigen Unterschrift in Kombination mit elektronischen Signaturen und deren Abspeicherung in elektronischen Dokumenten.

Alternativ können die Kunden sich auch mit Smartcards die auf der spanischen PKI basieren (elektronischer Personalausweis oder EMV-Card), authentifizieren.

Die Dokumente der spanischen Sparkassen sind nun durchgängig digitalisiert. Sie werden elektronisch unterschrieben und digital abgespeichert. Das elektronische Unterschreiben ist heute sowohl bei Mitarbeitern der Sparkassen wie auch bei den Kunden sehr populär. Die Sparkasse von Avila setzte diese Technologie als Erste ein. Jetzt werden immer mehr Mitarbeiter auch in weiteren spanischen Sparkassen vom Papierhandling entlastet und gewinnen wertvolle Zeit für die Kundenberatung.

Bis Ende 2009 sollen 17 von 45 Sparkassen
das System einsetzen. Von SOFTPROs SignPad eSignio sind über 10.000 Geräte im Einsatz. Ende 2009 sollen bereits 2.500 Filialen mit SignPads ausgerüstet sein und rund eine Milliarde Dokumente elektronisch unterschrieben worden sein.

CECAs Ziel ist es, den Standard für das elektronische Unterschreiben in Spanien im Finanzbereich und anderen Branchen zu setzen.

Die Anwendung im Detail


CECA hat das SignPad eSignio und SOFTPROs Software Development Kit SignWare in die Lösung für den Dokumentenworkflow integriert.

Softwarekomponenten stellen die Authentizität der Unterschrift sicher. Zusammen mit den individuellen biometrischen Merkmalen der Unterschrift wird bei der Unterzeichnung von Transaktionen oder Dokumenten eine sogenannte „elektronische Signatur“ erzeugt und das PDF-Dokument gegen unberechtigte Veränderungen geschützt.

Vor CECAs „Firma Digitalizada“ gab es keine derart umfassende Lösung im europäischen Markt. CECAs Lösung lässt sich in vielfältiger Weise auf die Anforderungen des Finanzsektors anpassen, so dass Transaktionen und Verträge in einer Art „Black Box“ im Terminal des Anwenders verarbeitet werden. Angeschlossen sind daran ein SignPad eSignio für die Erfassung der Unterschrift und ein Smartcard-Leser.

Der Anwender: CECA

 

CECA ist der nationale Verband der 45 spanischen Sparkassen, die alle in das Projekt „Firma Digitalizada“ eingebunden sind. Diese Sparkassen unterhalten 25.000 Filialen in Spanien und verarbeiten mehr als eine Milliarde von Transaktionen und Verträgen pro Jahr.

Elektronisches Unterschreiben in den Filialen soll den 45 Mitgliedern des Verbands bis zu 26 Millionen Euro im Jahr einsparen. Dieser Betrag bezieht sich allein auf die direkten Papierkosten. Noch weitaus größeres Einsparpotenzial entsteht durch das Verschwinden von Papier dank geringerer Aufwände für Drucken, Scannen, Indexieren, Archivieren und Transportieren. Die spanischen Sparkassen profitieren außerdem durch ein verbessertes Kundenerlebnis beim Besuch einer Filiale, da die Kundenberater von administrativem Ballast entlastet wurden.

Neben dem IT-Tool zur Einbindung der elektronischen Unterschrift bietet CECA auch Serviceleistungen für die Langzeitarchivierung und -speicherung der elektronisch signierten Dokumente, Zeitstempelservice und digitale Zertifikate an.


Innovationspreis: Elektronisches Unterscheiben

 

Innovationspreis: Elektronisches Unterscheiben
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Auf der ISSE in Den Haag am 7. Oktober 2009 nach der Preisverleihung (v.li.n.re.): Dr. Holger Mühlbauer (Geschäftsführer von TeleTrusT), Heinz Reschke (Geschäftsführer der SOFTPRO-Gruppe), José Luis Martin Velayos (stellvertretender Geschäftsführer der Cajade Avila & Projektleiter von „Firma Digitalizada“ (mit dem Preis), Santiago Uriel Arias (Vizepräsident Technologie der CECA) und Prof. Norbert Pohlmann (Vorstandsvorsitzender von TeleTrusT).

Bild:
SOFTPRO/CECA

Seit 1999 verleiht der IT-Sicherheitsverband TeleTrusT Deutschland e.V. entsprechend seinem Satzungsziel der Förderung eines vertrauenswürdigen elektronischen Geschäftsverkehrs einen „Innovationspreis zur Anwendung elektronischer Signaturen in Europa“. Der TeleTrusT Innovationspreis 2009 wurde am 7. Oktober 2009 im Rahmen der internationalen IT-Sicherheitskonferenz Information Security Solutions Europe (ISSE www.isse.eu.com) in Den Haag verliehen.

Den Hauptpreis erhielt der spanische Sparkassenverband CECA für sein Projekt „Digitale Signaturen im Finanzsektor“. Der Preis wurde entgegengenommen von José Luis Martín Velayos, stellvertretender CEO der Caja de Avila und Santiago Uriel Arias, Cooperation CIO der CECA. Ausgezeichnet wurde damit die erfolgreiche Umsetzung der elektronischen Signatur mit Unterschrift also der Verbindung digitalisierter Unterschriften mit digitalen Signaturen in spanischen Sparkassen. Das innovative Zusammenspiel der Authentifizierung durch die biometrischen Daten der eigenhändigen Unterschrift und kryptografische Verfahren ist vom Preisträger 2009 in überzeugender Form vorangetrieben worden.

„Wir freuen uns, dass wir von dem intensiven Austausch von Best-Practice-Informationen mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband und insbesondere dem Rechenzentrum der Finanz Informatik sowie dessen Kunden Berliner Sparkasse profitieren konnten, die ein vergleichbares System seit 2008 im Einsatz haben“, so Santiago Uriel Arias, Vizesepräsident Technologie (CIO) von CECAs Kommission für die Organisation und Automatisierung von Dienstleistungen (COAS). Uriel Arias ergänzt: „Neben den attraktiven Kosteneinsparungen ist das elektronische Unterschreiben nicht zuletzt auch ein wichtiger Beitrag zu CECAs genereller Strategie, wie wir als Unternehmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Wir und unsere Umwelt profitieren von einer bedeutsamen Verringerung des Papiereinsatzes indem wir dank SOFTPROs SignPad und der Software SignWare einen ,grünen Workflow‘ geschaffen haben.“