Der Bedarf an strukturierten, zuverlässigen und schnellen Informationen zur Ertragslage und Risikoeinschätzung einer Bank war noch nie so groß wie heute. Gleichzeitig müssen die Informationen nachvollziehbar sein und den gestiegenen rechtlichen Anforderungen standhalten. Was auf den ersten Blick langweilig klingt, entwickelt sich langsam, aber sicher zum geschäftskritischen Instrument für Bankvorstände. Die GAD liefert inzwischen ein ausgereiftes Kundengeschäftsreporting auf der Basis von bank21, welches bei der Volksbank Nordmünsterland zur Optimierung der Vertriebsprozesse seit diesem Jahr im Einsatz ist.
Ein Mangel an Daten war noch selten das Problem einer Bank. Die besondere Crux lag seit jeher darin, die Daten aufzuschlüsseln, auszuwerten und die richtigen Maßnahmen daraus abzuleiten. Mit dem Kundengeschäftsreporting in bank21 laufen Auswertungsprozesse automatisiert ab und ihre Ergebnisse fließen beispielsweise in Vertriebskampagnen ein. Der Fokus des Bankberaters verschiebt sich damit noch mehr hin zu seinem eigentlichen Geschäft, dem Kundenkontakt.
Daten sinnvoll und
ansprechend aufbereiten
Die Volksbank Nordmünsterland arbeitet seit rund drei Jahren mit VR-Control, das eine Vielzahl an Informationen liefert und als riesiger Datenpool dient. Lediglich bei der Aufbereitung der Daten sah die Volksbank noch Verbesserungspotenzial. „Uns stellte sich die Frage, wie wir es schaffen, die Daten sinnvoll und aussagefähig darzustellen und dabei sowohl das bilanzielle Kundengeschäft als auch die Provisionen abzubilden“, sagt Michael Lembeck, Abteilungsleiter Controlling der Volksbank Nordmünsterland eG. „Unser Ziel war es, dass Führungskräfte mit wenigen Klicks sehen können, wo wir vertriebsmäßig stehen und individuelle Rückfragen überflüssig werden.“ Mit dem Kundengeschäftsreporting, das seit Mai 2011 im Einsatz ist, werden Provisionserträge nach Art, Geschäftsstelle und Vertriebsmitarbeiter aufgeschlüsselt. Außerdem lässt sich gezielt nachverfolgen, welche Geschäfte welchen Ertrag eingespielt haben. Die Bereitstellung der Provisionsdaten erfolgt dabei über die CBS-Schnittstelle PIT.
Eine Fülle von Möglichkeiten
In der Pilotphase sind zunächst zwei Profitcenter im Firmenkundengeschäft eingebunden, nach einer Testphase im Juni und Juli 2011 wird das Kundengeschäftsreporting flächendeckend ausgerollt. Für die Volksbank Nordmünsterland besteht die Herausforderung einstweilen darin, zu testen, ob die Qualität der Daten stimmt. Darüber hinaus soll die Reportingerstellung so automatisiert werden, dass die angeschlossenen Banken sowohl auf standardisierte Reports zurückgreifen als auch individualisierte Reports erstellen können. „Die GAD hat vorgedacht und Eckdaten sowie Verknüpfungen mitgeliefert. Die Kunst für uns ist es jetzt, auf dieser Basis unsere Anforderungen optimal abzubilden und sie mit Ziel- und Zeitvorgaben zu verbinden“, so Lembeck. „Wir stellen jetzt erst fest, welche Möglichkeiten uns das Kundengeschäftsreporting bietet – viel mehr, als wir es anfangs für möglich gehalten hätten.“ Sein Ziel ist es, dass sich ein bis zwei Mitarbeiter mit der Anwendung so umfassend befassen, dass diese als Ansprechpartner im Bankenverbund zur Verfügung stehen und sich so der Schulungsaufwand in der Tiefe in Grenzen hält.
Integrierte Lösung
Die Entscheidung gegen eine externe Lösung war schnell getroffen. Absicht war es, jeglicher Schnittstellenproblematik aus dem Weg zu gehen. „Mit der Lösung heute sind wir hochzufrieden, weil wir uns nur noch innerhalb von VR-Control und bank21-Reporting bewegen. Das ist ein geschlossener Kreislauf und Dokumentationspflichten im Hinblick auf Complianceregelungen entstehen erst gar nicht, weil alle Daten systemimmanent generiert werden“, so Michael Lembeck.
Vision: Ein integriertes
Data-Warehouse
Wo bisher Excellisten und Eigenanwendungen zum Zuge kamen, steht mit dem Kundengeschäftsreporting jetzt ein Werkzeug zur Verfügung, welches von vielen Mitarbeitern genutzt wird und mit einem hohen Qualitätsanspruch verbunden ist. Ziel für Lembeck ist es, dass künftig auf sämtliche externen Reportings verzichtet wird und alle Daten über die Anwendung herausgezogen werden – beispielsweise in der Abbildung der Deckungsbeiträge der letzten zwölf Monate oder der Dokumentation aller qualifizierten Kundenkontakte. „Eine zukunftsträchtige Perspektive für die Bankensteuerung wäre es, wenn Daten aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenfließen würden und so ein echtes, integriertes Data-Warehouse entstünde.“