Profitables Schubladendenken

 
Heft 1/2011
 
Profitables Schubladendenken
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Autor: Stephan Seifert ist Leiter des Geschäftsbereichs Financial Sector bei Gunnebo Deutschland. Er verfügt über mehr als 16 Jahre Erfahrung in der Sicherheitsbranche.

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Gunnebo Deutschland GmbH

Automatische Lösungen stärken Mietfachgeschäft.Bankschließfächer sind für Geldinstitute eine interessante Erweiterung des Angebots und durch das Anlageverhalten der Kunden (zum Beispiel Gold) wieder stark nachgefragt. Sie sind für Verbraucher eine sicherere und kostengünstigere Alternative zum heimischen Tresor. Im Wettbewerb haben Banken damit zusätzliche Argumente, um bestehende Kunden zu binden und neue zu gewinnen. Moderne Mietfachanlagen können darüber hinaus weitere Ertragschancen schaffen.

In Deutschland und Österreich gibt es rund 3,6 Millionen Bankschließfächer. In ihnen lassen sich Wertgegenstände und Dokumente diskret und sicher deponieren. Für viele Privat- und Geschäftskunden ist das ein interessanter Zusatzservice, mit dem sich Geldinstitute von ihren Wettbewerbern differenzieren können. Dennoch sind nur etwa 62 Prozent der Fächer vermietet. Die Ursachen liegen unter anderem in Vermarktung und Verfügbarkeit des Angebots. Nur wenige Banken und Sparkassen sprechen Kunden aktiv auf ihren Mietfachservice an. Häufig handelt es sich bei den Anlagen zudem um mechanische Lösungen, die nur nach Vorsperrung durch Mitarbeiter zugänglich sind. Das bindet nicht nur Personal, sondern entspricht auch nicht dem heutigen Servicestand. Wie bei vielen Bankgeschäften wünschen sich Kunden auch bei Mietfächern einen flexiblen und unbürokratischen Zugang. Eine Alternative bietet die Automation des Schließfachangebots mit SB-Systemen wie „SafeStore Auto“ von Gunnebo. Bei geringem Personalaufwand ermöglichen sie unter anderem eine 24-Stunden-Verfügbarkeit. Banken können das Angebot dadurch profitabler und attraktiver für weitere Zielgruppen gestalten.

SB-Lösung für jeden Bedarf

Das Grundprinzip automatischer Mietfachanlagen ist einfach: Sie trennen die Ausgabe vom Tresorbereich. Bei „SafeStore Auto“ befinden sich die Schließfächer platzsparend in einem abgeschlossenen Wertschutzraum. Dieser ist mit einer computergesteuerten Fördertechnik ausgestattet, die für die Ausgabe das angeforderte Mietfach ansteuert und zu einem separaten Ausgabeterminal befördert. Über das Terminal erhalten Kunden Zugang zu ihren Depots, nachdem sie sich über ihre Kundenkarte und eine PIN identifiziert haben. Nach der automatischen Ausgabe kann die Mietfachkassette zudem nur über einen persönlichen Schlüssel geöffnet werden. Dadurch ist das System dreifach zugriffssicher und lässt sich problemlos als SB-Lösung in den 24-Stunden-Servicenereich einer Filiale integrieren. Je nach Größe und baulicher Beschaffenheit der Zweigestelle stehen verschiedene Systeme und Fächeranzahlen zur Verfügung.

In der Miniversion lässt sich die Gunnebo-Anlage mit geringem Platzaufwand auch für kleine Niederlassungen wirtschaftlich umsetzen. Für den Mietfachtresor mit Wänden der Klasse Euro VII EX und das Ausgabeterminal werden gerade einmal zwei Quadratmater benötigt. Dabei können Banken ihren Kunden 51 bis 101 Schließfächer in verschiedenen Größen mit einer Nutzlast von bis zu 20 Kilogramm anbieten. Für mittelgroße Zweigstellen bieten die Compactmodelle eine passende Lösung. Bei einem Raumbedarf von sechs bis elf Quadratmeter inklusive einer diskreten Kundenkabine können bis zu 310 Mietfächer bereitgestellt werden. Als Maxivariante lässt sich „SafeStore Auto“ in verschiedenen Varianten geschossübergreifend installieren. Der Tresorbereich kann beispielsweise im Keller untergebracht werden. Im Erdgeschoss lassen sich dabei bis zu drei Ausgabeterminals für das System aufstellen. Die Anzahl der Mietfächer wird lediglich durch den vorhandenen Platz für den Wertschutzbereich beschränkt.

Automatisch rentabel

Angesichts der derzeitigen Auslastung unterliegen Mietfachanlagen einer strengen Kosten-Nutzen-Bewertung. Vorhandene mechanische Systeme haben es dabei gegenüber automatischen Lösungen schwerer. Für ihre Bewirtschaftung ist ein höherer Personalaufwand nötig. Darüber hinaus brauchen sie mehr Platz und größere repräsentativ gestaltete Kundenräume. Ohne eine Umrüstung auf elektronische Schließsysteme und die Umsetzung eines Konzepts für den SB-Zugang lässt sich für sie keine wesentliche Prozessoptimierung erreichen. Automatische Anlagen sind eine wirtschaftliche Alternative. Sie lassen sich raumsparend errichten, wodurch sich die benötigte Fläche um bis zu 50 Prozent reduziert. So können die Kosten für die Filialmiete gesenkt werden. Eine geschossübergreifende Installation mit Mietfachtresor im Untergeschoss ermöglicht zusätzliche Einsparungen, da im Regelfall die Kellermiete geringer ausfällt. Gerade in Ballungszentren lassen sich so jährlich bis zu 10.000 Euro einsparen. Das größte Plus von Systemen wie „SafeStore Auto“ liegt aber im deutlich geringeren Personalbedarf. Kunden können ohne Bankangestellte jederzeit sicher und diskret auf ihr Schließfach zugreifen. Auch für die Verwaltung ist weniger Arbeitsaufwand nötig. Die Administration erfolgt über eine browsergestützte Managementsoftware. Geldinstitute können dadurch Mietverhältnisse und Anlagen in verschiedenen Filialen zentral steuern und ihr Angebot flexibel an die Nachfrage anpassen. Reports und Controllingtools ermöglichen umfassende Analysen zur Auslastung und zum Kundenbedarf. Der Break Even automatischer Lösungen liegt innerhalb der ersten drei Jahre. Die Praxis zeigt, Banken und Sparkassen können bei rund 400 Mietfächern mit SB-Systemen wie „SafeStore Auto“ rund 42.000 Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften.

Vorteile nutzen

Eine automatische SB-Mietfachanlage stellt einen echten Mehrwert für Kunden und Geldinstitute dar. Privatnutzer erhalten ein Höchstmaß an Sicherheit, das sich zu Hause nur mit viel Geld erreichen lässt. Der diskrete Zugang zu jeder Zeit wiegt einen weiteren Vorteil des Heimtresors auf. Über automatische Systeme wie „SafeStore Auto“ von Gunnebo können Privatkunden zudem Mietfächer kurzzeitig beispielsweise für den Urlaub selbst anmieten. Für geschäftliche Mieter sind vor allem die sichere Verwahrung von Daten und Geschäftsunterlagen außerhalb der Firmenräume wichtig. Bei Einbruch oder im Brandfall kann das die weitere Geschäftsfähigkeit der Unternehmen sichern. Diese Vorteile müssen stärker kommuniziert werden. Dann können Systeme wie „SafeStore Auto“ von Gunnebo mit ihren Einsparpotenzialen dazu beitragen, aus dem Mietfachservice ein profitables Dienstleistungsangebot zu machen, mit dem sich auch neue Kunden gewinnen lassen.

Fallbeispiel: HypoVereinsbank Würzburg

 

Im Rahmen eines Umzugs im Sommer 2010 modernisiert die HypoVereinsbank Würzburg ihren Kundenservice durch den Einbau einer automatischen Mietfachanlage „SafeStore Auto AVM“ von Gunnebo an dem neuen Standort. Zum Angebot der Niederlassung für die rund 46.000 Privat- und Geschäftskunden gehören alle Leistungen einer modernen Privatbank. Eine gefragte Dienstleistung ist die Vermietung von Schließfächern. Im Vorfeld des Umzugs stand die Bank vor der Frage, in welcher Form sie ihren Kunden den Mietfachservice bei gleichbleibend hoher Nachfrage künftig anbieten möchte.

Das neue Gebäude, das bereits früher durch die Bank als Filiale genutzt wurde, verfügte im Keller über einen Tresorraum mit Panzerschränken, der jedoch zurückgebaut wurde, weil die Fläche einige Jahre durch einen Einzelhändler genutzt wurde. Die ursprüngliche Struktur wieder herzustellen, wäre unwirtschaftlich gewesen. Unter anderem hätten ein behindertengerechter Zugang und ein zusätzlicher Fluchtweg geschaffen werden müssen.

Auf der Suche nach einer Lösung wurde auch der Einbau einer automatischen Mietfachanlage „SafeStore Auto“ von Gunnebo geprüft. Da im Keller der notwendige Platz vorhanden ist, entschied sich die Bank für ein geschossübergreifendes System: Die Mietfächer sind einbruchsicher in einem abgeschlossenen Wertschutzraum im Keller untergebracht. Über eine Kundenkabine mit Ausgabeterminal im Erdgeschoss erfolgt der Zugang zu den Schließfächern durch ein automatisches Transportsystem, das auf Anfrage das jeweilige Mietfach ausgibt. Dafür müssen sich Kunden am Terminal über ihre Karte und PIN als berechtigt ausweisen. Eine Nutzung wird nur während der Geschäftszeiten und nach persönlicher Anmeldung am Schalter möglich sein, damit die Mitarbeiter die Kunden bei Bedarf bei der Bedienung unterstützen und beraten können. Die Bank hat sich auch deshalb bewusst gegen eine 24-Stunden-Lösung entschieden, um ihren Kunden ein hohes Maß an Sicherheit vor, während und nach dem Zugang zu den Schließfächern zu bieten.

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