Liquidität: Just in time

 
Heft 1/2010
 

Geschwindigkeit und Genauigkeit zählen.Just-in-time-Management ist heutzutage das A und O der fertigenden Industrie. Alle Produktionsschritte und Ressourcen sind exakt aufeinander abgestimmt. Wenn nur ein kleinstes Teilchen fehlt, bringt es Folgeprozesse aus dem Lot und die Produktion verzögert sich, während weiterhin viel Geld fließt. Dieses Szenario lässt sich auch auf das Liquiditäts- und Risikomanagement von Banken übertragen.

Denn die zeitnahe Sicherstellung von Liquidität und Cashflow gehören zu deren wichtigsten Aufgaben – ganz besonders seit der Finanzkrise. Diese hat gezeigt, dass Liquiditätsverlust nicht nur eine einzige, sondern gleich mehrere Banken betrifft und sogar einen ganzen Markt erschüttern kann. Ein aktives Management von Risiken und Kapital wird deshalb in Zukunft von zentraler Bedeutung sein. Da immer mehr Banken und Unternehmen international agieren, müssen Finanzinstitute sicherstellen, dass ihre Zahlungssysteme mit nationalen und internationalen Vorschriften sowie der der Clearinghäuser übereinstimmen. Oftmals müssen alte und neue Clearingsysteme gleichzeitig genutzt werden, weil viele nationale und internationale Banken hier noch nicht auf dem neuesten Stand sind. Es gilt daher in erster Linie herauszufinden, wie Liquidität in jeder einzelnen Bank und in jedem Zahlungssystem kostengünstig gewährleistet werden kann.

Den Fokus auf den
Kunden setzen

In diesem Prozess spielen die Erwartungen der Kunden und Rückgewinnung ihres Vertrauens eine besondere Rolle. Mehr denn je erwarten sie, dass Banken sie in der heutigen wirtschaftlichen Lage so gut wie möglich unterstützen. Vor allem Unternehmen beispielsweise brauchen aktuelle Daten zu Zahlungsaufträgen und ihrer Liquiditätslage. Konzerne müssen in der Lage sein, festzustellen, welche der anstehenden Zahlungen am wichtigsten und dringendsten sind und welche hinausgezögert werden können. Auch der Kontostand muss in Echtzeit aufgeführt werden können. Viele Kunden sind außerdem an Investitionsmöglichkeiten interessiert. Hinzu kommt, dass bei grenzüberschreitenden Aktivitäten der Konzerne die Wechselkursänderungen hohe wirtschaftliche Risiken bergen. Daher erwarten Kunden, dass Abrechnungen in mehreren Währungen und Informationen innerhalb von Sekunden der Ausführung zur Verfügung stehen. Banken müssen also diese Transparenz in hoher Geschwindigkeit und Genauigkeit liefern, um das Kundenvertrauen zu gewinnen.

Mithalten durch optimierte Zahlungssysteme

Ein manuelles und dennoch zeitnahes Liquiditätsmanagement ist vor allem im Großkundengeschäft undenkbar. Für ein optimales Cash- und Risikomanagement benötigen Banken zuverlässige IT-Systeme und ebenfalls zuverlässige, auf die Anforderungen der Kunden abgestimmte Software, die Daten zentral zur Verfügung stellt. Viele Banken haben ihre eigenen Systeme, um die Liquidität zu erfassen. Da sich aber der Markt stetig ändert und immer mehr Regularien hinzukommen, haben Finanzinstitute wenig Zeit, um ihre IT-Systeme zu überdenken und sie für die bevorstehenden Herausforderungen langfristig fit zu machen. Daher setzten einige nur mittelfristige Lösungen ein, die die Symptome lindern, aber nicht das Problem an der Wurzel packen. Die Folge sind siloartige Systeme, die veraltet und teuer sind und nicht mehr die Schnelligkeit bieten, die global agierende Unternehmen dringend benötigen. Kreditinstitute müssen daher ihre Zahlungssysteme auf dem neuesten Stand halten, um Risiken zu minimieren, den Return on Investment zu verbessern und Produkte schneller auf den Markt bringen zu können. Sie müssen dafür sorgen, dass die Technologien der Zahlungssysteme optimal aufeinander abgestimmt sind und mit allen Veränderungen – auch regulatorischer Art – mithalten können. Es gelingt allerdings nicht, wenn mit jeder neuen Anforderung und jedem neuen Vertriebskanal ein neues Silo aufgebaut wird. Für die Anbieter von Zahlungssystemen heißt das konkret, dass alle ihre Services, besonders aber die Komponente zur Autorisierung von Transaktionen, lauffähig sein und einem gewissen Standard folgen müssen. Die Institute brauchen Lösungen, die schnell und genau innerhalb einer SOA-Infrastruktur arbeiten – einschließlich benutzerfreundlicher Schnittstellen und Services, die die Redundanzen verringern, die typischerweise bei der getrennten Zahlungsverarbeitung im Front-, Middle- und Backoffice auftreten. Dadurch sinken die Wartungskosten und die operationale Effizienz wird gesteigert. So können Banken durch ein optimales Cash- und Risikomanagement einen Just-in-Time-Prozess und somit auch die zielgenaue Ausrichtung der IT an die Geschäftsprozesse garantieren.