Ziele und Hintergründe beleuchtet das Interview mit Bernd Wittkamp und Dr. Christian Kastner, beide Geschäftsführer der Star Finanz-Software Entwicklung und Vertriebs GmbH.
Was steckt hinter der Bündelung der Kompetenzen von Star Finanz und SFirm?
Dr. Christian Kastner: Online- und Mobile Banking stehen vor großen Veränderungen. Der Siegeszug der Webtechnologie, das große Interesse an mobilen Lösungen sowie das Aufkommen alternativer Bezahlverfahren im E-Commerce und Mobile Commerce erfordern neue Antworten auf Fragen, mit denen sich SFirm und Star Finanz seit jeher befassen. Eine Bündelung der Kräfte der beiden Marktführer im Privat- und Firmenkundengeschäft in einer Weise, bei der eins und eins mehr als zwei ergeben, bietet hier einen klaren Wettbewerbsvorteil. Unser Gesellschafter Finanz Informatik hat mit einer klaren Vision im Jahr 2010 in die Übernahme der SFirm Gesellschaft für Software Development und den weiteren Anteilserwerb an der Star Finanz investiert. Mein Auftrag als damaliger Leiter des Beteiligungsmanagements der Finanz Informatik lautete, den Weg für ein schlagfertiges Softwareprodukthaus für multibankenfähige Online- und Mobile-Banking-Lösungen im Finanz-Informatik-Konzern zu ebnen. Das habe ich in meiner weiteren Funktion als Geschäftsführer von SFirm gemeinsam mit meinem Geschäftsführerkollegen bei der damaligen Star Finanz, Bernd Wittkamp, strukturiert vorbereitet. Der im August beschlossene, rückwirkende Zusammenschluss beider Unternehmen ist eine logische Konsequenz, um gleichgerichtete Interessen in einem starken Verbund zu einen. Auf diese Weise sind wir ideal aufgestellt, um nicht nur die Herausforderungen des Marktes zu meistern, sondern durch weiteres Wachstum unsere marktführende Stellung auszubauen.
Bernd Wittkamp: Wachstum ist essenziell für den Erfolg der geeinten Star Finanz. Dabei starten wir auf hohem Niveau: Rund 2,5 Millionen Privatkunden und 330.000 Unternehmen nutzen bereits heute unsere multibankenfähigen Online- und Mobile-Banking-Produkte. Gemeinsam haben wir aber attraktive Wachstumsperspektiven, weil wir jetzt mit einem umfassenden Produktportfolio Lösungen für die Bedürfnisse aller unserer Kundengruppen anbieten können. Zum einen wollen wir unsere Marktführerschaft im Bereich Fat-Client-Software behaupten und durch die Gewinnung neuer Kunden ausbauen. Weitere Wachstumsfelder erschließen wir uns mit dem Einsatz neuer Technologien. Und schließlich werden wir Innovationen bei den mobilen Lösungen sowie im Bereich Payment und E-Commerce vorantreiben und vom starken Wachstum dieses Marktsegments profitieren. So aufgestellt bleiben wir ein attraktiver und zuverlässiger Partner für alle drei Säulen der Bankenlandschaft. Auf diese Ausgewogenheit im Kundenportfolio legen wir großen Wert. Wir richten uns organisatorisch und produktseitig auch weiterhin so aus, dass alle Kunden gleichermaßen professionell und individuell bedient und betreut werden. Alle unsere Kunden profitieren von der geeinten Schlagkraft der Vorgängerunternehmen, deren Schlüssel zum Erfolg eine ausgeprägte Innovationskultur war, ist und bleiben wird. Freiräume zur Kreativität und Mut zur inspirierenden Zusammenarbeit sind tragende Säulen unseres Miteinanders, mit denen wir unsere Rolle als kreativer Motor und Innovationstreiber im Online- und Mobile-Banking-Markt nun auf noch breiterer Front einnehmen werden. Dieses Wissen wird der Nukleus aller Produktlinien sein, die in ihrer marktseitigen Ausrichtung natürlich auf die individuellen Anforderungen unserer Kunden hin adaptiert und in deren spezifische Vertriebs- und Beratungsstrukturen integriert sind.
Welche Veränderungen sind im Portfolio geplant?
Bernd Wittkamp: Wir werden das gemeinsame Produktportfolio differenziert und klar positionieren. Dabei geht es aber nicht um Entscheidungen für oder gegen ein bestimmtes Produkt oder eine Produktlinie. Es geht um eine am Bedarf unserer Institutskunden orientierte Positionierung der erfolgreichen Produkte in den drei Kernmärkten Sparkassen, genossenschaftlicher Verbund und Privatbanken. Kontinuität und Verlässlichkeit für unsere Kunden haben dabei höchste Priorität. Alle Institute werden weiter die aus den Vorgängerunternehmen bekannten Produkte erhalten. StarMoney, die Nummer eins im Markt für Homebanking-Software, und StarMoney Business wird es weiterhin als Sonderedition für Institute im privaten und genossenschaftlichen Sektor im jeweiligen Brand geben. Damit sind sie integraler Bestandteil des Onlinebanking-Produktangebots, mit dem unsere Kunden bei den Endverbrauchern punkten. Die Sparkassen-Finanzgruppe profitiert neben einer im Institutsdesign gebrandeten Sonderedition auch von der direkten Anbindung an die Gesamtbanklösung OSPlus: Damit wird Star Money fachlich immer tiefer in die OSPlus-Prozesse integriert. Mit dem OSPlus Release 11.1 beispielsweise öffnen wir die Software für das Kampagnenmanagement der Sparkassen – das Gleiche gilt für die Sparkassen-Apps.
Welche Rolle wird SFirm in Zukunft spielen?
Dr. Christian Kastner: Kontinuität kommt selbstverständlich auch bei den bisherigen SFirm-Kunden an erster Stelle. SFirm ist als führende Onlinebanking-Software für Firmen- und Gewerbekunden von Sparkassen und Landesbanken gut positioniert. Als solche bleibt die Software ein exklusives Produkt der Sparkassen-Finanzgruppe, das auch in Abstimmung mit der Finanz Informatik und der Release-Planung von OSPlus weiterentwickelt wird. Das erfahrene Entwicklerteam steht dafür und für die Pflege der Software weiterhin im engen Kontakt zum IT-Dienstleister der Sparkassen. Das Schulungsangebot rund um SFirm wird ebenso aufrechterhalten wie der Kundenbeirat. Natürlich arbeiten die Kollegen an den Standorten Hamburg und Hannover Hand in Hand, identifizieren und heben Synergiepotenziale und pflegen darüber hinaus einen intensiven Erfahrungsaustausch. Damit bündeln wir Kompetenzen, und auch das kommt wieder allen Kunden zugute.
Fakten: Worum geht’s?
Rückwirkend zum 1. Januar 2011 haben sich der führende Anbieter von Onlinebanking-Software für das Firmenkundengeschäft von Sparkassen und Landesbanken, SFirm, und die Nummer eins im Bereich der Homebanking-Software, Star Finanz, zusammengeschlossen. Ziel der Verschmelzung ist es, die im jeweiligen Segment marktführende Stellung beider Unternehmen gemeinsam auszubauen und durch geeinte Stärke zusätzliches Wachstum zu generieren. Über die Hintergründe des Zusammenschlusses und die Perspektiven für die in allen drei Säulen des Bankwesens gleichermaßen geschätzten Produkte der geeinten Star Finanz sprach geldinstitute mit den Geschäftsführern Bernd Wittkamp und Dr. Christian Kastner. Ihre Botschaft lautet: Kontinuität in der Kundenbeziehung und im Produktangebot haben höchste Priorität. Produkte und Lizenzmodelle werden in bewährter Form weitergeführt.