Handel in bewegten Zeiten

 
Heft 4/2011
 

Was auf die Trader zukommt.Eurokrise, ausufernde Staatsschulden, verrücktspielende Aktienkurse: Trader erleben derzeit wahrhaft bewegte Zeiten. Doch welche Auswirkungen haben
diese Vorgänge auf ihre tägliche Arbeit? Müssen sie sich auf neue Herausforderungen einstellen?

Für Trader dürfte sich in der nächsten Zeit nicht viel ändern außer dass sie mehr zu tun haben. Denn Krisenzeiten bedeuten hektischere Transaktionsaktivitäten. So werden Aktien schneller gekauft und wieder verkauft, Bonds stärker gehandelt und Hedgefonds suchen vermehrt nach neuen Investitionsmöglichkeiten. Daher müssen Trader immer schneller reagieren und auch höhere Transaktionvolumina bewältigen. Dazu benötigen sie eine stabile Infrastruktur, einfach zu bedienende Systeme und schnelle Verbindungen zu Handelspartnern, Börsen und Nachrichtendiensten.

Eurokrise

Die Hauptursache für das steigende Handelsvolumen dürfte derzeit die Eurokrise sein. Schließlich weiß niemand, ob einzelne Staaten aus dem Währungsverbund austreten oder gar ausgeschlossen werden. Die Insolvenz eines europäischen Staates dürfte den Markt für Staatsanleihen nicht nur für dieses Land, sondern in ganz Europa kräftig durcheinanderwirbeln. Im Zuge dessen wäre auch nicht klar, wie die Aktien der Unternehmen europaweit bewertet würden, insbesondere die der Banken.

Doch nicht nur in Europa laufen die Staatsschulden aus dem Ruder. Auch Japan und die USA stehen im Fokus der Ratingagenturen und Marktbeobachter. Kann eine der beiden größten Industrienationen der Welt ihre Schulden nicht mehr bedienen oder verliert das Vertrauen des Marktes, wird dies ebenfalls große Verwerfungen in der Finanzwelt auslösen. Entsprechend nervös, wissen Trader weltweit nicht, was sie Kunden empfehlen sollen.

Börsen profitieren

Die Börsen selbst dürften in dieser Situation von den deutlich gestiegenen Handelsvorgängen profitieren. So könnte die Fusion der NYSE mit der Deutschen Börse gerade zum richtigen Zeitpunkt geschehen. Denn dadurch wird der Finanzplatz Frankfurt gestärkt – und damit auch der gesamte Finanzmarkt in Deutschland. Dies liegt an den neuen Besitzverhältnissen und der dadurch gestiegenen weltweiten Bedeutung der Deutschen Börse. Denn im Alltag werden die beiden Handelsplätze weiterhin vollständig getrennt arbeiten. Und da keine Makler mehr an der Deutschen Börse beschäftigt sind, kann es auch keine Auswirkung auf sie haben.

Die Trader in Banken und Finanzinstituten dürften durch diese Fusion jedoch einen Aufschwung erhalten. Da Deutschland wieder attraktiver für Investoren und Hedgefonds wird, steigt das Transfervolumen. Zudem stehen durch den Zusammenschluss die Marktdaten schneller zur Verfügung. Davon profitieren nicht nur die Finanzinstitute, sondern in dessen Folge auch der Immobilienmarkt für Büros und die gesamte deutsche Wirtschaft. Selbst die kleineren regionalen Börsen wie in Stuttgart oder Hamburg dürften dadurch wiederum wachsen. Denn für sie stellt die global ausgerichtete Deutsche Börse keine Konkurrenz dar und sie werden zusammen mit der Wirtschaft gestärkt.

Die Schwäche der anderen Industriestaaten, der robuste Export, niedrige Arbeitslosenzahlen sowie die Stärkung des Finanzplatzes dürften der deutschen Wirtschaft trotz der Unsicherheiten durch die Eurokrise einen positiven Schub geben. Gleichzeitig wird sich die Nervosität an den Märkten auch in den nächsten Jahren weiterhin steigern, da durch die Informationstechnologie immer schneller mehr Nachrichten zur Verfügung stehen. Zusätzlich verstärken sich dadurch sowie durch automatische Tradinglösungen positive und negative Trends, so dass die Ausschläge immer extremer werden. Umso wichtiger ist, dass Trader heute über zuverlässige, moderne, schnelle und redundante Systeme verfügen, um Aktivitäten sofort abzuschließen.

Moderne Lösungen

So sind bereits heute 85 Prozent der Finanzinstitute weltweit mit Network Services von IPC miteinander verbunden. Das entspricht 4.000 Marktteilnehmern auf sechs Kontinenten mit einem Leitungsnetz von insgesamt 177.000 Kilometer Länge. Der Netzwerkdienst verbindet neue Handelspartner schnell miteinander und die Kunden können die gebuchte Bandbreite tatsächlich jederzeit nutzen. Lösungen zur Business Continuity gewährleisten, dass Finanzinstitute permanent Transaktionen durchführen können – selbst bei Stromausfall oder falls das gesamte Unternehmen evakuiert werden müsste. Zudem stehen integrierte Lösungen für den Finanzmarkthandel bereit, die die Zusammenschaltung aller an einem Trading-Prozess Beteiligten ermöglicht. So sind Trader auch für die Zukunft gut gerüstet .

Autor: Joachim Huber, Regional Director Central Europe bei IPC.

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