Der Finanzdienstleistungssektor ist heute mit einer beispiellosen Vielfalt an Geschäftsrisiken konfrontiert. Korruption, Geldwäsche, Terroristen und Betrüger sind eine immanente Gefahr für das Gleichgewicht der Branche. Eine wachsende Flut nationaler und internationaler Gesetze soll daher verhindern, dass Kriminelle Zugang zum globalen Wirtschaftssystem erhalten und verschleiert agieren können. Die rigorosen Standards im Bezug auf Antigeldwäsche, Identitätsprüfungen und erweiterte Know-Your-Customer-(KYC)-Prozesse stellen für Finanzdienstleister eine große Herausforderung dar. Ihr Fehlverhalten, Non-Compliance, wird streng geahndet und die Reputation des Unternehmens ist in Gefahr.
Riskante Insellösungen
Compliance-Abteilungen müssen daher alle erforderlichen Maßnahmen treffen und die Einhaltung der vielfältigen Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit der Überprüfung von Kunden und fortlaufenden Überwachung der Geschäftsbeziehungen sicherstellen. Ihre Möglichkeiten waren bisher allerdings stark begrenzt, da die erforderlichen Werkzeuge für ein flächendeckendes Kundenscreening fehlten. Crime-Due-Diligence-Prozesse werden oft isoliert betrachtet, Informationen ad hoc aus unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen und analysiert. Mitarbeiter sind Tage, Wochen oder Monate damit beschäftigt, unterschiedliche Quellen nach relevanten Daten zu durchsuchen. Millionen von Kundenlisten werden im Einzelfall wiederholt gescreent. Deshalb greifen Unternehmen auf eine historisch gewachsene Vielzahl von Technologien und Datenanbieter zurück und nutzen diese zusammen mit Inhouse-Lösungen. Die verschiedenen Systeme und Methoden stellen eine große organisatorische Hürde für die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und für den Austausch entscheidender Kundeninformationen dar. Diese Vorgehensweise ist nicht nur extrem zeit- und kostenintensiv, sondern in höchstem Maße riskant. Viele relevante Quellen und aktuelle Nachrichten bleiben verborgen.
Anforderungen an ein globales KYC-System
Zuverlässige Crime Due Diligence erfordert standardisierte Prozesse auf Basis eines unternehmensweiten KYC-Systems. Es handelt sich dabei um eine High-End-Anwendung für das automatisierte Monitoring und die Analyse von Informationen. Eine professionelle KYC-Lösung zeichnet sich durch den nahezu unbegrenzten Zugang zu Compliance-relevantem Wissen aus. Sie beobachtet alle erforderlichen internen und externen Datenquellen und stellt die relevanten Fakten automatisch bereit. So können Finanzdienstleister ihre Pflichten nicht nur zuverlässig, sondern zugleich effizient erfüllen. Lückenloses Kundenscreening erfolgt auf Knopfdruck.
Zentrales Element jeder KYC-Strategie ist die Einbindung sogenannter Open Source Intelligence (OSINT), also Wissen, das aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Zeitungen, Internet, Büchern, Radio oder Fernsehen generiert wird. OSINT übernimmt heute eine Schlüsselfunktion sowohl in der Gesetzesüberwachung als auch in der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. Denn Entscheidungsträger können damit ihr Wissen über Personen und Organisationen um tagesaktuelle Nachrichten und Compliance-spezifische Daten mit Fokus auf politische, wirtschaftliche und kriminelle Zusammenhänge erweitern. Die wichtigsten Bezugsquellen für OSINT sind das Internet und die Datenbanken privater Content-Provider wie Thomson-Reuters/ProQuest, Dow Jones oder World-Check. Diese erfassen tagesaktuelle Meldungen aus weltweit mehr als 30.000 Zeitschriften, Dokumenten und Transkriptionen, Radio- und Fernsehmeldungen und werten diese praktisch ohne zeitliche Verzögerung aus.
Soweit zur Theorie. Die praktische Umsetzung standardisierter Crime-Due-Diligence-Prozesse war bis dato ein Problem, weil es am Markt keine integrierten KYC-Lösungen gab. Scalaris ist der erste spezialisierte Daten- und Softwareprovider, der Finanzdienstleistern eine schlüsselfertige Anwendung für die nächste Generation globaler KYC-Strategien bietet. Die Voraussetzung dafür schafft die intelligente Suchtechnologie von Scalaris.
Sie verknüpft beliebige interne und externe Informationsquellen und bildet eine zentrale Plattform für übergreifende Recherchen. So kann das Screening von Kunden, Begünstigten und Transaktionen systematisch gegen alle relevanten Datenbanken und Sanktionslisten
erfolgen.
Damit multinationale Organisationen ihre Crime-Due-Diligence-Prozesse weltweit effiziente und zuverlässig gestalten können, müssen KYC-Anwendungen eine Reihe technischer Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem: ein ausgefeiltes Name-Match-System, die sichere Speicherung und Übertragung vertraulicher Informationen, der 24x7x365-Stunden-Zugriff auf die professionellen KYC-Datenbanken sowie die Verschleierung von Datenabfragen und damit die Geheimhaltung überprüfter Kundennamen auch gegenüber dem Content Provider.