Die Nutzung aller Facetten des sogenannten Social Media (Twitter, Facebook und Co.) ist für die Finanzwelt von absoluter Wichtigkeit. Denn vor allem die jüngere Generation verkehrt fast nur noch auf diesen Kanälen. Zunehmend auch in finanziellen Angelegenheiten. Und sogenannte „Social Banks“ haben längst das Experimentierstadium verlassen. Wer die Felle nicht davonschwimmen lassen will, ist deshalb gut beraten, nach Umsetzungsmöglichkeiten im eigenen Geldinstitut Ausschau zu halten.
Wie dringend der Bedarf hier ist, belegt auch eine aktuelle Studie von Sterrer-PichlerClauss. Das Ergebnis: Private Bankhäuser sind in Sachen digitale Präsenz deutlich im Hintertreffen. Schlimmer noch: „Banking on Relations, also die Überführung von traditionellen Geschäftsmodellen in die digitale Welt, scheint ein Konzept zu sein, dem sich deutsche Privatbankiers bewusst verschließen“, sagt Claudia Sterrer-Pichler, geschäftsführende Partnerin von Sterrer-PichlerClauss. Untersucht wurde die Onlinepräsenz der führenden Privatbanken in Deutschland.
Trotz gewisser positiver Ansätze ziehen die Ersteller der Studie ein vernichtendes Fazit: Die Onlinepräsenz der untersuchten deutschen Privatbanken ist deutlich ausbaufähig, erhebliche Potenziale, Kunden online zu gewinnen und zu binden, bleiben so ungenützt.
Das machen die Private-Banking-Experten von Sterrer-PichlerClauss vor allem an vier Punkten deutlich: Erstens erreicht lediglich ein Drittel der Häuser einen annehmbaren Standard im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit ihrer Onlineangebote: So versagen Suchanfragen teilweise bereits bei einfachen Suchbegriffen wie „Portfolio“. Zweitens wies die Mehrheit aller geprüften Onlinepräsenzen große Schwachstellen im Hinblick auf Grundinformationen für potenzielle Kunden auf. Beschreibungen der angebotenen Dienstleistungen wie auch klare Fakten in Bezug auf den Investment-Prozess sind oft nicht vorhanden, zudem fehlen bei neun der zehn Seiten grundlegende Informationen über das Volumen der verwalteten Assets sowie Mindestsummen für Investments. Drittens bietet nur die Hälfte der Privatbanken nutzerfreundliche Kontaktformulare – keines verfügt über interaktive Tools, die den Besucher durch das Onlineangebot führen. Viertens ergaben sich die größten Defizite hinsichtlich der Präsenz der Häuser in den sozialen Netzwerken.
Es gibt also reichlich zu tun in der Finanzwelt. Was hier möglich ist, erfahren Sie in dieser Ausgabe von geldinstitute.
Ihr Erwin Ströbele
Studienzugriff
Die Untersuchung von Sterrer-PichlerClauss bescheinigt den Onlinepräsenzen vieler Privatbanken signifikante Defizite. Mehr dazu auf dieser Website: