Weltweite Studie

Entwicklungstendenzen im Risikomanagement

 
Heft 11-12/2002
 

Im Jahre 1999 hat Deloitte & Touche erstmals eine umfassende Studie zum Thema Risikomanagement durchgeführt. Seither hat sich viel verändert:

Viele Institute haben Fusionen oder Reorganisationen durchlaufen, die auch zu einem Überdenken der vorhandenen Risikomanagementprozesse und -systeme führten. Die Themen und Ergebnisse der im Jahr 2002 erneut durchgeführten Studie spiegeln diese Veränderungen wider. Die Teilnehmer der Studie kamen zu je rund einem Viertel aus Europa, Nordamerika sowie dem asiatisch-pazifischen Raum und Ozeanien. Das restliche Viertel entfiel auf Zentral- und Südamerika, Zentralasien und den Mittleren Osten sowie Afrika. Banken (rund 80 Prozent) und Versicherungen (13 Prozent) machten den Hauptanteil aus.

Risikoüberwachung und -verantwortung

Traditionell wurden die verschiedenen Risikoarten in den Instituten (Kredit- und Marktpreisrisiken, operationelle Risiken) zergliedert und entsprechend spezialisierten Mitarbeitern die Verantwortung übertragen, diese Risiken jeweils isoliert voneinander zu managen. Risiken wurden dabei nach ihrem Ursprung oder nach Standorten sowie Regionen unterschieden. In den letzten Jahren hat sich ein Trend zur Integration der Risikomanagementfunktionen herausgebildet, der durch die Studie bestätigt wird. Zur Schaffung eines einheitlichen Verantwortungsbereiches haben rund 65 Prozent der befragten Teilnehmer inzwischen die Position des Chief-Risk-Officer (CRO) eingeführt oder planen deren Einrichtung. Die wichtigste Aufgabe des CRO besteht in der Durchführung von Risikoanalysen und der Versorgung der Unternehmensleitung mit Risikoberichten. Daneben liegen weitere Hauptaufgaben in der Entwicklung und Überwachung von Risikomanagement- und Kontrollverfahren.

In den Zeiten von Basel II überrascht es nicht, dass die Institute weltweit zunehmend anspruchsvollere und ausgefeiltere Verfahren zur Eigenkapitalallokation anwenden. Die im Januar 2001 veröffentlichten Vorschläge des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht haben mit ihrer Forderung nach größerer Risikosensitivität bei der Eigenmittelunterlegung sicherlich zu diesem Trend beigetragen.

Weitere Fakten stehen in der aktuellen ‘gi'.

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