Paradigmenwechsel.Experten sehen Business Intelligence künftig in einer neuen Rolle. Weg vom rein vergangenheitsorientierten Steuerungselement, hin zum Lösungsangebot für eine integrierte und ganzheitliche Unternehmenssteuerung, die Bereiche wie Vertrieb und Marketing nicht ausklammert – namentlich Business Analytics. Mit den Trendthemen Big Data, Social Media und Mobile Devices
wird sich also der Paradigmenwechsel im Business-Intelligence-Umfeld weiter fortsetzen.
Entscheider müssen vor allem aus den immer größer werdenden unstrukturierten und strukturierten Datenmengen zukunftsgerichtet schnell die richtigen Schlüsse ziehen können. Daraus ergeben sich wachsende Anforderungen der Unternehmen an Datenkonsolidierung, Datenintegration und Datenqualität.
Diese Trends bestätigt die diesjährige Marktstichprobe „Business Intelligence als Kernkompetenz 2011“ des Analystenhauses Lünendonk. Die Stichprobe prognostiziert für den Business-Intelligence(BI)-Markt in den Jahren 2011 bis 2016 ein anhaltend dynamisches Wachstum. Konkret rechnen die Befragten bezogen auf ihr Unternehmen mit einem jährlichen Umsatzwachstum von gut 21 Prozent in dem genannten Zeitraum.
Nach den Ergebnissen der Marktstichprobe besteht die größte Herausforderung für Unternehmen in der Konzeption und Umsetzung einer klaren BI-Strategie für ein effektives Datenmanagement, insbesondere hinsichtlich der wachsenden Datenberge. Auch neue Anforderungen an das Risikomanagement und das Reporting sowie die Integration externer Datenquellen, beispielsweise aus den Social-Media-Netzwerken, in die Analysesysteme spielen in diesem Kontext eine wesentliche Rolle. „Die Analyse der Inhalte aus dem Web 2.0 gewinnt für die Unternehmen stark an Bedeutung – insbesondere im Hinblick auf CRM und Marketing“, bestätigt Gerhard Altmann, Director Services and Technology und Mitglied der Geschäftsleitung bei SAS Deutschland. „Sie müssen wissen, was Kunden über die eigenen Produkte, Dienstleistungen und das Unternehmen denken. Nur so können sie auf die bestehende Nachfrage im Markt eingehen und im Krisenfall entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. “
Die positiven Geschäftserwartungen werden durch die mittelfristigen Topthemen für Umsatzzuwächse aus Sicht der befragten BI-Anbieter konkretisiert. Insbesondere „Datenkonsolidierung, Datenintegration, Verbesserung der Datenqualität“ wird aus ihrer Sicht die Auftragsbücher der kommenden Jahre füllen und für kräftige Wachstumsimpulse sorgen.
Die große Herausforderung in den Kundenunternehmen besteht dabei vor allem in der Konzeption und Umsetzung einer klaren BI-Strategie für das Datenmanagement von immer größeren Informationsbergen. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem veränderte Anforderungen des Topmanagements sowie des Gesetzgebers an das Management-Reporting, aber auch die Notwendigkeit einer Integration externer Datenquellen in die Analysesysteme, beispielsweise aus Internetforen, E-Mails, Onlineartikeln oder aus Social Media. „Damit versprechen sich die Unternehmen, Marktchancen und -risiken frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig planen zu können, um daraus Wettbewerbsvorteile zu generieren“, so Studienleiter Mario Zillmann.
Aktuelle Studie: Social Media und BI
Mit der wachsenden Bedeutung der sozialen Medien für das Kundenmanagement müssen Unternehmen ihre Kriterien für die Messung des Kundenwerts auf den Prüfstand stellen. Damit kann auch eine Überarbeitung der Kundenbindungsstrategien erforderlich werden. Zu dieser Erkenntnis kommt das Marktforschungsunternehmen Economist Intelligence Unit in seiner Studie „Re-envisioning Customer Value“, die von SAS gefördert wurde.
Herkömmliche Messkriterien, die lediglich berücksichtigen, ob, was und wann ein Kunde gekauft hat, bilden nur einen Bruchteil seines Verhaltens und seines potenziellen Werts für ein Unternehmen ab. Demgegenüber nehmen Faktoren an Gewicht zu wie die individuelle Vernetzung des Kunden im Web 2.0 und seine Position als Multiplikator, seine Präsenz in Onlineforen und Blogs sowie seine Bereitschaft, das Unternehmen und seine Produkte weiterzuempfehlen. Darüber hinaus sieht die Studie einen dringenden Bedarf an technologischer Unterstützung zur Stärkung der Social-Media-Aktivitäten in Unternehmen.
Das Wachstum der sozialen Netzwerke hat die Position des Kunden als Meinungsmacher gestärkt. Die Interaktionen im Web 2.0 sind jedoch extrem dynamisch und unstrukturiert. Social-Media-Analytics-Lösungen lassen relevante Informationen aus Social-Media-Dialogen quasi in Echtzeit in die Marketingprozesse im Unternehmen einfließen und informieren die passenden Ansprechpartner im Unternehmen darüber. Die Analyseergebnisse finden zudem – auf Basis aussagekräftiger Kennzahlen – Eingang in die Messung von Kundenwertbeiträgen zum Geschäftserfolg. Auf Basis dieser Resultate können Unternehmen ihre Kundensegmentierungen aktualisieren und ihre Kundenbindungsstrategien überarbeiten.
Voraussetzung dafür: Offenheit gegenüber neuen Technologien, die solche Analysen leisten können.
Marktstichprobe 2011
Die aktuelle und unabhängige Lünendonk-Marktstichprobe 2011 „Business Intelligence als Kernkompetenz“ ist bei Lünendonk kostenfrei verfügbar. Partner dieser jährlichen Lünendonk-Analyse sind SAS, Cubeware, IDL sowie Tonbeller.