Industrialisierung von Kreditprozessen

Der Wettbewerb wird härter

 
Heft 5/2007
 
Der Wettbewerb wird härter
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Autor Bernd Meier ist Geschäftsführer bei Kreditwerk Hypotheken-Management.

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Fotograf: Christian Lord Otto, Copyright bei Hypotheken-Management

Der Markt für private Immobilienfinanzierungen bietet derzeit eine Vielzahl an Herausforderungen für Finanzdienstleister, die sich im Wettbewerb behaupten möchten. DasGeschäft mit privaten Baufinanzierungen besitzt ein attraktives Cross-Selling-Potenzial unddie Möglichkeit zur langfristigen Kundenbindung – entsprechend stark engagieren sich Finanzdienstleister in diesem Bereich.

Besonders Vermittlungsplattformen und die offensiv agierenden Wettbewerber aus dem Segment der Direktbanken haben den Preiskampf mit ihrer günstigen Kosten-Ertrag-Relation eröffnet und jagen den etablierten Finanzdienstleistern Marktanteile ab. „90 Prozent der Top-Bankmanager geben an, sowohl Margen als auch Kunden an Direktbanken und Internetanbieter zu verlieren“, ergab die „Baufinanzierungsstudie“ von TNS Infratest (2006) im Auftrag von PlanetHome.

Die Margen im Kreditgeschäft bewegen sich seit langem auf niedrigem Niveau. Viele Banken befinden sich in einer misslichen Lage: Trotz der geringen Ertragsspannen ist der Druck hoch, sich bei den Konditionen an den Angeboten der Konkurrenz zu orientieren. Zugleich steigen die Erwartungen der Kunden hinsichtlich günstiger Preise, gutem Service und schnellen Kreditentscheidungen.

Industrialisierung

Um die Optimierung der Prozesse zügig und effektiv voranzutreiben und sich auf ihre Kernkompetenzenim Vertrieb konzentrieren zu können, gehen immer mehr Finanzdienstleister den Weg der Industrialisierung. Die Standardisierung von Produkten und Dienstleistungen sowie die Automatisierung von Backoffice-Prozessen erhält zunehmend strategisches Gewicht und zielt sowohl auf die internen Strukturen eines Kreditinstituts als auch die Veränderung der Wertschöpfungskette.

Im Vordergrund stehen für Finanzdienstleister dabei laut der Studie „Bank & Zukunft 2007“ des Fraunhofer Instituts für Arbeitsforschung und Organisation IAO die Senkung und Flexibilisierung der Kosten sowie der effizientere Einsatz der IT-Systeme. Außerdem streben Finanzdienstleister Qualitätsvorteile in der Bearbeitung und eine höhere Transparenz über die Organisation der Prozesse und ihre Kosten an.

Kreditfabriken als strategische Partner

Spezialisiert auf die Optimierung und Übernahme von Prozessen des Kreditgeschäfts, verschaffen Kreditfabriken Finanzdienstleistern Freiräume für deren Kernkompetenzen im Vertrieb und bieten marktgerechte Lösungen sowie umfassendes Know-how.

Das Unternehmen Kreditwerk Hypotheken-Management bietet seine Dienstleistungen im Rahmen von Processing Services, Consulting Services, Value Added Services sowie als Franchisegeber an. Der Kreditservicer wurde im Jahr 1999 als Tochterunternehmen der Aareal Bank AG, Wiesbaden, gegründet. Zu seinen Mandanten zählen Banken, Immobilienfinanzierer, Versicherungen sowie weitere Finanzdienstleistungsunternehmen, die die Optimierung ihrer Prozesse in der Kreditbearbeitung und eine signifikante Steigerung der Prozesseffizienz anstreben.

„Rund 80,5 Prozent der Geschäftsbanken sehen ein sehr hohes bzw. hohes Industrialisierungspotenzial in ihrem Institut“, ergab die Studie „Bank & Zukunft 2007“. Industrialisierung ist nicht gleichbedeutend mit Outsourcing. Die Auslagerung von Prozessen an eine Kreditfabrik stellt für Finanzdienstleister eine Option unter vielen dar. Bietet eine Kreditfabrik ein breites Spektrum an Lösungen, können Finanzdienstleister die Optimierung ihrer Prozesse in der Form und Intensität umsetzen, die ihren Anforderungen und Voraussetzungen am besten entsprechen.

Das Dienstleistungsangebot der Hypotheken-Management beispielsweise ist modular aufgebaut und ermöglicht so einen passgenauen Zuschnitt. Im Processing können Finanzdienstleister einzelne Leistungen in Anspruch nehmen oder die Kreditbearbeitung vollständig von der Kreditfabrik durchführen lassen.

Daneben können Finanzdienstleister auch von Industrialisierungsmaßnahmen profitieren, die sie im Zuge eines Consultings durchführen. Dabei führen die Berater der Kreditfabrik Prozessanalysen durch und erarbeiten gemeinsam mit den Mandanten Maßnahmen zur Prozessoptimierung auch unabhängig von einem Outsourcing.

Neben dem Tagesgeschäft haben Finanzdienstleister in der Kreditbearbeitung immer wieder Sonderaktionen, außerordentliche Pflegeaufwände und Buchhaltungstätigkeiten sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu bewältigen. Für diese Zusatzarbeiten fehlen meist die kurzfristig benötigten Kapazitäten. Kreditfabriken erweisen sich auch dabei als effizienter Partner. Im Rahmen ihrer Value Added Services bietet Hypotheken-Management temporäre Unterstützung an.

Anforderungen an Leistungsfähigkeit der IT steigen

Die zunehmenden Ansprüche an Effizienz und Schnelligkeit der Kreditprozesse erfordern immer komplexere und ständig aktualisierte IT-Systeme. Für Finanzdienstleister bedeutet dies hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand. In der Zusammenarbeit mit einer Kreditfabrik können Finanzdienstleister von modernsten IT-Systemen profitieren, ohne dass Investitionen in die IT oder auch die Auslagerung von Geschäftsprozessen notwendig werden. Hypotheken-Management stellt beispielsweise im Rahmen des Application Service Providing leistungsfähige IT-Infrastrukturen zur Verfügung, die Finanzdienstleister zur Optimierung ihrer Kreditbearbeitung in Anspruch nehmen können. Dazu zählt auch die Implementierung eines elektronischen Dokumentenmanagementsystems. Das Franchiseangebot der Hypotheken-Management ist modular aufgebaut und eröffnet Finanzdienstleistern die Möglichkeit, ihre Kreditbearbeitungsumgebung vollständig oder in Teilen von der Kreditfabrik betreiben zu lassen.

Eine immer größere Bedeutung im Finanzmarkt haben in den letzten Jahren Portfoliotransaktionen gewonnen. Im Zuge dessen werden verstärkt Dienstleistungen nachgefragt, die deren Abwicklung effizient und in hoher Qualität ermöglichen. Hat ein Kreditinstitut ein Kreditportfolio bereits zur Bearbeitung an eine Kreditfabrik ausgelagert, können die darin gebündelten Darlehen im Falle eines Verkaufs ohne zeitliche, technische oder qualitative Brüche sowie ohne aufwändige Daten- und Aktenmigration weiter vom Dienstleister bearbeitet werden. Im Bieterverfahren um ein Portfolio kann dies ein wichtiges Argument sein. Hypotheken-Management bietet außerdem Unterstützung zum Beispiel bei Due-Diligence-Prüfungen für Transaktionen von Non Performing Loans-Portfolios an, etwa durch die Organisation von Datenräumen, die Aufbereitung von Unterlagen und die Übernahme der gesamten Aktenlogistik.

Perspektiven

Laut dem Fraunhofer IAO (2007) ist für viele Banken Industrialisierung „kein Strohfeuer, sondern wird als nachhaltiges und strategisches Thema der Banken gesehen.“ Kreditfabriken müssen auf die aktuellen Erfordernisse im Finanzdienstleistungsmarkt mit flexiblen Angeboten reagieren und Finanzdienstleister dabei unterstützen, das Industrialisierungspotenzial auch neuer Bereiche im Kreditgeschäft auszuschöpfen. Verfügt eine Kreditfabrik über diese Kompetenzen, ist sie ein dauerhafter und verlässlicher Partner für Finanzdienstleister.

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