Der Kunde bestimmt den Weg

 
Heft 6/2011
 

Expertenrunde erörtert Trends.Banking der Zukunft verabschiedet sich von der Technologieverliebtheit von einst. Es orientiert sich vielmehr an den Wünschen der Kunden und den Bedürfnissen der Bankmitarbeiter. Kunden bestimmen künftig, wie und auf welchem Weg sie mit ihrer Bank agieren. Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich Vertreter von HP, Microsoft und Fiducia in einer Expertenrunde.

Kürzlich war wieder mal JBFOne. Der IT-Kongress der Fiducia leitet seinen Namen ab von „Java based Banking Framework“ und adressiert vor allem die Java-Fan-Gemeinde. In diesem Jahr ging es darum, welche Meilensteine auf dem Weg in eine neue Bankingzukunft zu bewältigen sind.

Dies war auch Thema der Expertenrunde. Während die IT-Branche in der Vergangenheit etwas selbstverliebt die IT-Systeme immer mächtiger gestaltet hat, ist jetzt ein Trend zu „weniger ist mehr“ erkennbar. „Innovation ist der Schlüssel der Finanzbranche für eine erfolgreiche Zukunft. Schon 2018 könnte die erste komplett virtuelle Bank ihre Geschäfte aufnehmen“, so die Überzeugung von Peter Jaeger, Director Presales Consulting, HP Deutschland. „Technologisch gesehen erwartet der Kunde dieselbe Einfachheit und dieselben Möglichkeiten, wie er sie von zuhause kennt. Die Chance beziehungsweise das Risiko für Finanzdienstleister liegt darin, dass dieser Anspruch tendenziell gerade bei den attraktiven Kundensegementen mit hohem Life Time Value besonders ausgeprägt ist“, erklärt Dr. Klaus von Rottkay, Director Specialist Sales, Microsoft Deutschland.

Die Fiducia hat sich schon seit einigen Jahren darauf konzentriert, ihr Banksystem auf Einfachheit und Verständlichkeit zu trimmen. Für die Zukunft hat das Unternehmen vier Felder ausgemacht, wie sie mit ihrer IT das Banking der Volksbanken und Raiffeisenbanken optimieren möchte. „Künftig bindet die IT die Interaktion zwischen Bank und Kunde ganz selbstverständlich in den Alltag ein. Die Arbeitsabläufe werden weiter vereinfacht und automatisiert. Außerdem unterstützt die IT Banken dabei, regulatorische Anforderungen sicher umzusetzen“, beschreibt Klaus-Peter Bruns, stellver-tretender Vorsitzender des Vorstands der Fiducia IT AG, die Marschrichtung für sein Haus. Die Umsetzung dieser Strategie ist bereits in vollem Gange. Unter dem Titel „agree lounge“ präsentiert das Unternehmen auf der JBFOne einen virtuellen Rundgang durch das Banking von morgen. Schon in zwei bis drei Jahren werden soziale Plattformen ganz selbstverständlicher Bestandteil der Kunde-Bank-Beziehung sein. „Wir stellen den Bankkunden in den Mittelpunkt unserer Weiterentwicklungen. Banking soll Spaß machen und zum Erlebnis werden. IT wird dabei zum Mittler zwischen Banken und Kunden“, beschreibt Peter Limmer, Leiter Produktmanagement Vertriebsbank, das Konzept der Fiducia. Die agree lounge übernimmt dabei zwei Funktionen. Zum einen zeigt sie bildlich, was bald schon Wirklichkeit sein kann. Zum anderen können Banken die Entwicklung „ihres“ Banksystems über die agree lounge mitgestalten. Letztlich entscheidet ihr Votum, mit welcher Priorität die Fiducia die gezeigten Möglichkeiten in die Tat umsetzt.

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