Je mehr Prozessschritte und -kosten beim Bargeldumlauf durch optimierte End-to-End-Prozesse eliminiert werden, umso größer werden diese Einsparungen ausfallen. Aber es geht nicht nur für die Banken und zunehmend auch für die Retailer um Kostenreduzierungen von bis zu 20 Prozent. Mehr Transparenz entlang der Bargeld-Supply-Chain, beschleunigte Transaktionen und Bearbeitungsprozesse sowie höchste Revisionssicherheit durch den kompletten Ausschluss von manuellen Prozessen sind weitere Vorteile, die den Banken und Retailern über Cash Cycle Management Solutions winken.
Bisher wurde in den deutschen Banken das Kosteneinsparungspotenzial durch softwaregestützte Bargeldbestandsoptimierung und Auftragssteuerung kaum ausgeschöpft. Die bestehenden Abläufe rund um den Einsatz von SB-Systemen sind durch viele manuelle Bearbeitungsbrüche geprägt.
Bisher zu wenig Einsparungen
Die Crux rund um diese Automaten? Die meisten von ihnen werden zeitaufwändig vom Personal in den Filialen bestückt. Eine genaue Disposition einzelner Noten (Denominale) ist zeitaufwändig. Also werden die SB-Terminals teilweise „überfüllt“, um Auszahlungsengpässe so weit wie möglich auszuschließen. Was zu viel bestückt wird, liegt aber brach. Das Geld steht zwischenzeitlich nicht für den Cashflow zur Verfügung. Ebenso wenig kann das Bargeld in den Automaten gemäß den Bestimmungen der Deutschen Bundesbank der Mindestreserve für Inlandsverbindlichkeiten angerechnet werden. Bargeld, das aufgefüllt wird, wird mehrfach entlang der Ausführungskette ausgehend vom Cashcenter bis hinein in die Filialen vom Personal in die Hand genommen, bearbeitet und buchmäßig wertgestellt. Ähnlich umständlich und kostenintensiv läuft in Gegenrichtung die Bargeldentsorgung der SB-Terminals ab, also die Rückführung der Einzahlungen ins Cashcenter. Ein- und Auszahlungen an den SB-Terminals werden in den Filialen getrennt behandelt, somit nicht gegeneinander verrechnet. Die Folge: Werttransportunternehmen werden zu häufig beauftragt, um die Automaten immer wieder zu bestücken. Für die Finanzinstitute bedeutet das: Die Kosten für die Bestückung pro Cashpoint belaufen sich, je nach EU-Staat, auf 20 bis 60 Euro netto je Vorgang. Hinzu kommt der jeweilige Mehrwertsteuersatz Banken sind nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt!
Lohnende Vorteile
So entstehen innerhalb ausgeprägter Filialstrukturen mit 1.000 und mehr SB-Systemen binnen eines Jahres unnötige Kosten von mehreren Millionen Euro. Dem Personal vor Ort geht dadurch viel Zeit für den eigentlichen Job Bedienung, Beratung und Verkauf – verloren. Dabei bleibt es nicht. Umständliche Bargeldbelieferungs- und -entsorgungsabläufe schlagen sich in deutlichen Zeitverzügen, einer mangelnden Transparenz der Bargeldflüsse und -logistik, Bearbeitungsfehlern sowie einer höheren Manipulationsgefahr nieder. Anders mit professionell geplanten und realisierten Cash Cycle Management Solutions. Sind Hard- wie Software sowie die Prozesse End-to-End – vom Cashcenter bis zur Filiale –, darauf abgestimmt, winken der Bank erhebliche Kosteneinsparungen. Cash Cycle Management Solutions beseitigen parallel auch die zuvor genannten Nachteile. Voraussetzung dafür ist, dass die entsprechenden system- und prozesstechnischen Vorkehrungen getroffen sowie das Management der kompletten Cash Supply Chain übernommen wird.
Cash Handling optimieren
Mit einem neuen Cash Cycle Management Solutions Portfolio, bestehend aus Hardware, Software und Services will Wincor Nixdorf die Bargeldprozesse bei Banken und Handelsunternehmen weitestgehend automatisieren, Bargeldkreisläufe schließen und die Bargeldlogistikkette abkürzen. Dies gelingt durch den Einsatz von Systemen, die ein einheitliches Notenspeicherkonzept einsetzen. Es erlaubt den Austausch der Speichermedien innerhalb der neuen CINEO-Systemfamilie. Ein Speicherchip in den Notenspeichern gibt jederzeit Auskunft über die enthaltenen Bargeldbestände und er speichert Informationen darüber, wann und wo ein Notenspeicher eingesetzt und geöffnet wurde. So können Banknoten, die am Schalter einer Bankfiliale eingezahlt und in dem intelligenten Notenspeichern eines automatischen Kassentresors abgelegt wurden, wieder zur Auszahlung in Geldautomaten bereitgestellt werden. Analog dazu lässt sich auch im Handel ein geschlossener Bargeldkreislauf zwischen der Kassenzone und dem Cashoffice – dem Kassenbüro, in dem zum Beispiel die Kassenladen einzelner Kassen ausgezählt werden erzeugen. Auch der direkte Einsatz von Notenspeichern, die im Handel befüllt wurden, in nahegelegenen Geldautomaten wird so möglich („Bank-in-a-Store“- bzw. „Shopping Mall“-Konzept). Der Umweg über ein Cashcenter mit den einhergehenden Zählvorgängen kann somit entfallen. Ein Zukunftsszenario sieht vor, dass künftig auch Werttransportunternehmen, deren Cashcenter sowie die Zentralbanken mit in den Bargeldkreislauf einbezogen werden. Kern der Überlegungen ist, dass so ein geschlossener Bargeldkreislauf zwischen Banken, Einzelhandel, Cashcentern und Zentralbanken entsteht, der höchstmögliche Transparenz entlang der Prozesskette, maximale Sicherheit in der Geldbearbeitung und verbesserte Produktivität ermöglicht.
Für die Optimierung der Bargeldprozesse bietet Wincor Nixdorf Retailbanken und Handelsunternehmen mit der „Cash Cycle Management Solutions Base“ ein umfassendes Softwareangebot, mit dem Banken und Handelsunternehmen das Management und die Optimierung ihrer Bargeldprozesse selbst übernehmen können. Alternativ können Banken und Händler die Steuerung ihres Bargeldmanagements sowie die komplette IT-Betriebsführung aber auch an Wincor Nixdorf übertragen. Alle Funktionalitäten der Cash Cycle Management Solutions Base sind auch der Teil der Wincor Nixdorf eServices Platform, die auf Basis weltweit einheitlicher IT-Services-Management-Standards arbeitet. Über die Kundenschnittstelle eServices Portal können die verantwortlichen Mitarbeiter beispielsweise aus dem zentralen Kassenbereich – jederzeit die Bargeldtransaktionen und den Status der Werttransportaufträge über sämtliche Filialen hinweg überblicken.
Im Rahmen eines umfassenden End-to-End-Serviceangebotes bietet Wincor Nixdorf seinen Cash Cycle Management Solutions Kunden damit vollständige Transparenz der Cash- und IT-Prozesse – zu optimalen Kosten und bei bester Systemverfügbarkeit.
Autor: Hadi Stiel, freier Journalist in Bad Camberg