„Die Banken müssen sich rechtzeitig mit dem Trend zur Mobilisierung von Geschäftsprozessen auseinandersetzen“, erklärt Professor Hans-Peter Burghof, Inhaber des Lehrstuhls für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim. „Viele haben das auch schon erkannt, zumal in Europa schon einzelne Institute weit vorgeprescht sind. Aber den meisten Bankern fällt es schwer, sich in die neue mobile Welt hineinzudenken, in der sie plötzlich vor Interessenkonflikten und Wettbewerbsverhältnissen mit Handyherstellern, Netzprovidern oder Internetunternehmen stehen“, ergänzt der Bankenexperte.
Auf der anderen Seite stehen aber gerade die Banken vor großen neuen Perspektiven. Die zunehmende Nutzung des mobilen Internets wird nach Einschätzung der Mobile-Finance-Experten von GFT erhebliche Auswirkungen auf Finanzgeschäfte haben. Banken erhalten über die intelligenten Handys der neuen Generation die Chance, eine ganz neue Bindung zu ihren Kunden aufzubauen. Künftige Geräte ermöglichen über eine Hardwarekomponente eine weitestgehend sichere Identifikation des Anwenders. Damit wird nicht nur die Autorisierung für Bankingtransaktionen sicherer gemacht, das Handy wird auch zur EC- oder Kreditkarten-
alternative. „Durch die Bezahlfunktion wird das Mobiltelefon zur elektronischen Geldbörse und damit zum steten Begleiter, der mit der Bankenmarke verbunden werden kann“, so Professor Burghof. Er erinnert aber auch daran, dass es für Banken nicht nur darum geht, neue Services für den Kunden zu entwickeln, sondern diese auch sicher und effizient in die eigenen Back-End-Prozesse zu integrieren.
Das internationale IT-Unternehmen GFT Technologies wird in diesem Jahr sein Mobile Finance Competence Center in Barcelona deutlich ausbauen und weitere Kompetenzzentren für mobile Anwendungen in Deutschland und Brasilien gründen. Das kündigte GFT-Vorstandsvorsitzender Ulrich Dietz auf der CeBIT an.