Auslagern schafft Freiräume.In Zeiten sich verändernder Markt- und Wettbewerbssituationen müssen alle Räder in Bewegung bleiben, um nicht ins Stocken oder schlimmer in einen Abwärtstrend zu geraten. Selten war die „Nahrungskette“ transparenter zu erkennen als in diesem Geschäftsjahr. Erst straucheln die großen Institute, dann die gesamte Wirtschaft, zum Schluss die Privatkunden.
Agieren statt reagieren bedeutet, die Unternehmensstrukturen flexibel zu straffen, ohne Performance einzubüßen. Investitionsentscheidungen müssen sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren. Weniger wichtige Unternehmensbereiche können benötigte Budgets beisteuern. Modernes Business Process Outsourcing die Auslagerung einzelner, sekundärer Geschäftsprozesse unterstütz das Management gezielt auf dem Weg zu mehr Prozess- und Entscheidungsflexibilität.
Markt- und Wettbewerbsveränderungen
Wurde Business Process Outsourcing, kurz BPO, bislang fast ausschließlich von großen Konzernen als innovatives Werkzeug genutzt, erkennen nun auch mehr und mehr untypische Branchen die Vorteile und rüsten ihre Unternehmen für neue Aufgaben. Ein verschärfter nationaler und internationaler Wettbewerb und eine konjunkturell herausfordernde Marktsituation in Deutschland verprofessionalisieren zurzeit ganze Branchen eine gute, zukunftsorientierte Entwicklung, vor allem für den stets diskutierten Standort Deutschland. Auch die Banken überdenken bestehende Strukturen und suchen nach Lösungen für die Zukunft. Überleben und profitabel wirtschaften wird, wer moderne Businessinstrumente nutzt, Strukturen verschlankt und die Kosten bei gleichzeitiger Leistungssteigerung reduziert. „Wir merken, dass sich in der Wirtschaft zunehmend selbst kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeiten modernen Business Process Outsourcings zunutze machen, um auf Veränderungen zu reagieren und ihre Unternehmen wettbewerbsfähiger aufzustellen“, bestätigt Dipl.-Inform. Michael Stiene, Geschäftsführer von Data Service, die bereits seit 40 Jahren BPO-Lösungen IT-gestützter Prozesse anbietet und damit zu den frühen Pionieren gehört. „Seit Anfang 2008 entdecken immer mehr Brachen BPO-Lösungen für sich. In den Organisationsstrukturen der Banken greift das Werkzeug Business Process Outsourcing besonders effizient, da sich sekundäre Geschäfts- und Verwaltungsprozesse überproportional in der Gesamtkostenstruktur niederschlagen.“
Wie in vielen anderen Branchen auch, spiegelt sich das Auf und Ab der aktuellen Wirtschaftssituation bei den Banken besonders deutlich wider. Sie nehmen im Gesamtgefüge zudem eine Sonderstellung ein. Und der Markt wird länger brauchen, um sich zu erholen, als oftmals populistisch prognostiziert wird. Technischen oder vertrieblichen Stillstand kann sich kein Unternehmen leisten. Auch die Reduktion der Kapazitäten bedeutet im Falle der Marktnormalisierung das Aus im Wettbewerb. Eine Flexibilisierung muss deshalb auf anderen Ebenen erfolgen. Die Auslagerung sekundärer, IT-gestützter Unternehmensprozesse ist deshalb erste Wahl, um Strukturen radikal zu verschlanken und Kosten zu sparen. „Typische Unternehmensbereiche für gezielte BPO-Lösungen sind das Personal- und Rechnungswesen, die Sicherheit sensibler Daten und die Kostenreduktion für Verwaltungssoftware inklusive deren Updates gemäß sich ständig ändernder Gesetzesvorgaben“, verdeutlicht nochmals Michael Stiene die ersten Handlungsansätze. „Viele Prozesse werden oftmals der Einfachheit halber oder aus Gewohnheit in eingefahrenen Konstellationen gelöst. In vielen Detailprozessen lassen sich durch gezielte Auslagerung bis zu 50 Prozent der Verwaltungskosten einsparen.“ Die Lösungen sind jedoch vielschichtig und komplex. Nur eine gesamtheitliche Betrachtung, Analyse und Konzeptionierung resultiert in individuellen Lösungen, die Kosten nicht nur kurzfristig senken, sondern langfristige, zukunftssichere Strukturen etablieren.
Autor: Stephan Olier